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Die Kapelle von Druisheim (Bild: Verena Gerber-Hügele).

Auf dem Bayerisch-Schwäbischen Jakobusweg von Mertingen nach Kloster Holzen

Der Bayerische-Schwäbische Jakobusweg ist ein Fernwanderung Abschnitt des großen Wegenetzes des berühmten Jakobsweges, der aus verschiedenen Teilen Europas in Richtung Santiago de Compostela in Spanien führt. Unsere Redakteurin hat sich auf den Weg nach Mertingen gemacht, um von Mertingen nach Kloster Holzen zu pilgern. Heute könnt ihr den ersten Teil der Pilgerreise leisen. 

Ich treffe Gabriele Schmid an einem eher trüben Tag in Mertingen an der Schmutter. Am Parkplatz steht eine Informationstafel, die mir den Streckenverlauf des Bayerisch-Schwäbischen Jakobusweges erläutert. Warm eingemummelt in die typischen Schichten der Pilgerbekleidung machen wir uns auf den Weg.
Es geht aus Mertingen hinaus und an einer Pferdekoppel vorbei in Richtung Druisheim. Gabriele Schmid ist den Jakobsweg in Spanien, also den Camino, bereits drei Mal gelaufen. Jedes Mal hat sie ihre Erfahrungen und Begegnungen in einem Buch niedergeschrieben. Ich frage sie, wie sie zum Jakobsweg gekommen ist. „Ich kannte diesen Pilgerweg gar nicht. Eines Tages im Jahr 2009 fragte mich meine Mutter, ob ich mitkommen wolle zu einem Vortrag über den Jakobsweg und ich dachte mir: ‚Warum nicht?‘ Die Erzählung war dann so lebendig, dass es mich sofort gepackt hat und ich wusste, das ist genau meins, das will ich auch machen“, lacht sie. Sofort fi ng sie an, die Reise für den kommenden April zu planen. Dann überkamen sie doch Zweifel und sie bat ihren Schutzengel um ein eindeutiges Zeichen, ob sie den Weg antreten solle oder nicht. „Ich hatte mich mit einigen selbstgemachten Sachen für vier Weihnachtsmärkte angemeldet. Ich beschloss nur zu laufen, wenn ich auf diesen Märkten mindestens die Hälfte meiner Reisekosten verdienen würde. Ich bekam ein eindeutiges Zeichen nicht zu laufen, denn letztendlich machte ich Miese“, erzählt Gabriele Schmid amüsiert. Es sollte noch zwei Jahre dauern, bis sie sich zum ersten Mal auf den Weg machte: „Damals träumte ich vom Weg wie verrückt und ganz intensiv. Da wusste ich, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen. Also habe ich meinen Rucksack gepackt und bin nach Spanien geflogen.“

Der Jakobusweg führt direkt an Gabriele Schmids Haustüre vorbei

Zwischenzeitlich sind wir ein gutes Stück auf dem Jakobusweg gelaufen und Gabriele Schmid deutet an, dass sich ein Blick zurück auf Mertingen lohnen würde. Tatsächlich sehe ich ein stattliches Haus, das vorher hinter einem Hügel verborgen war. Es handelt sich um das Gut Burghöfe. In der Römerzeit stand nahe des heutigen Gutes ein Römerkastell, das bei der Germaneneinwanderung zerstört wurde. Dort ließ sich die Sippe Mardo nieder und gründete Mardingen, das heutige Mertingen. Aus der Sippe löste sich um das Jahr 600 n. Chr. ein gewisser Trouwin, zog eine halbe Stunde südwärts und gründete dort das heutige Druisheim. An ihn erinnert die Trowinstraße. In einem Haus an dieser Straße wohnt auch Gabriele Schmid, direkt am Jakobusweg. In ihrem Garten steht sogar ein Zeugnis ihrer Verbundenheit mit dem Camino. „Das ist meine Peregrina (span. für Pilgerin). Ich wollte eine lebensgroße Figur, in Seitenansicht und Rostoptik“, erzählt mir Gabriele Schmid zur Herkunft der Figur. Die Peregrina trägt einen Rucksack und den Pilgerstock, läuft auf einem Kiesweg und vor ihr liegt ein Stein mit der Kilometerangabe von Druisheim nach Santiago de Compostela: 2836 Kilometer. „Wenn Pilger an meinem Gartenzaun bei meiner Peregrina stehen bleiben und ich bin zufällig zu Hause und bemerke es, dann gehe ich nach draußen und unterhalte mich mit ihnen. So habe ich schon viele interessante Menschen kennengelernt und tolle Gespräche geführt. Manche Pilger werden auch von Bekannten zu mir geschickt. Der eine oder andere hat bei mir bereits eine Mahlzeit bekommen oder eine Dusche genossen“, berichtet Gabriele Schmid von ihren Begegnungen.

 

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