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Das Stammteam in der Praxis mit den Teamhunden (Bild: Tierarztpraxis Dr. Schott).

Auf den Hund gekommen – Interview mit Tierarzt Dr. Schott

In unserem aktuellen blättle haben wir mit Tierarzt Dr. Peter Maximilian Schott aus Donauwörth gesprochen und ihm Fragen rund um das Thema Hund gestellt. 

1 Welche Impfungen braucht der Hund und wie oft stehen diese an?
Dr. Schott: Zur Hundeimpfung gibt es in Deutschland keine gesetzlichen Vorschriften. Bei einem EU-Grenzüberschritt in ein Drittland gilt eine Impfpfl icht laut Liste, darunter auf jeden Fall die Tollwutimpfung. Im Interesse der Hunde sollte jedoch die Grundimmunisierung sowie die folgenden Auffrischungsimpfungen gegen Staupe, Hepatitis, Parovirose, Leptospirose und Zwingerhusten erfolgen. Diese Krankheiten werden alle von Viren oder virusähnlichen Verursachern ausgelöst, sind nicht behandelbar und können zum Tod des Hundes führen. Daher macht eine Impfung Sinn.

2 Wann ist Entwurmung empfohlen? Was tue ich, wenn ich Wurmbefall feststelle?
Dr. Schott: Die ideale Entwurmungsvorgabe wäre vierteljährlich, zumindest sollte jedoch im Frühjahr und im Herbst entwurmt werden, spätestens jedoch bei Feststellung von Wurmbefall. Wir sind Risikogebiet in Sachen
Zecken.

3 Was ist beim Hund zu beachten?
Dr. Schott: Zecken können auch beim Hund zahlreiche Krankheiten übertragen. Durch die wärmeren Winter nimmt die Anzahl der Zecken bei uns zu, daher wird die Übertragung von Krankheiten bei einem Zeckenbiss wahrscheinlicher. In der Hauptsaison der Zecken von April bis Oktober sollten für Hunde, die draußen in Wald und Wiese unterwegs sind, Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Dies kann durch sogenannte Spot-on-Produkte oder entsprechende Tabletten erfolgen. Es gibt auch für Hunde eine Impfung gegen Borreliose, diese ist jedoch nur bei jenen Hunden empfehlenswert, die ständig im Wald unterwegs sind, zum Beispiel bei Jagdhunden.

4 Thema Giftköder: Was tue ich, wenn ich glaube, dass mein Hund einen Giftköder gefressen hat?
Dr. Schott: Bei einer tödlichen Dosis ist das Wichtigste herauszufinden, um was für einen Giftstoff es sich handelt. Meist handelt es um Rattengift oder um Schneckenkorn. Eine blau gefärbte Zunge (bei Schneckenkorn), Blutungen aus Körperöffnungen und Fieber über 41° C sind deutliche Vergiftungsanzeichen. Je nach Giftstoff ist es hilfreich, den Hund erbrechen zu lassen. Allerdings nicht bei ätzenden Stoffen und auch nur innerhalb der ersten ein bis zwei Stunden nachdem der Hund den Giftstoff gefressen hat. In jedem Fall mit dem Hund sofort zum nächstgelegenen Tierarzt mit so vielen
Informationen wie möglich. Der Tierarzt kann dann entsprechende Maßnahmen einleiten.

5 Es gibt viel Hundebekleidung, braucht der Hund so etwas? Was ist sinnvoll und was unsinnig?
Dr. Schott: Bei kleinen Hunderassen mit wenig Fell, bei alten oder kranken Hunden kann das sinnvoll sein, das ist zum Erhalt der Körpertemperatur wichtig. Das Kleidungsstück sollte von guter Qualität sein, atmungsaktiv, nicht zu eng und gut waschbar.

6 Thema Hundefutter: Es gibt die unterschiedlichsten Fütterungsarten: Nassfutter, Trockenfutter, Getreidefrei, BARF. Was ist generell empfehlenswert und was weniger?
Dr. Schott: Grundsätzlich ist bei Hundefutter zu beachten, dass es als „Alleinfuttermittel“ gekennzeichnet ist, so ist man sicher, dass der Hund alle Nährstoffe bekommt, die er braucht. Die Magen- und Darmfl ora eines Hundes muss sich auf ein Futter einstellen, daher sollte nicht ständig zwischen den Herstellern gewechselt werden. Wenn man nach BARF (bedarfs- und artgerecht rohes Fleisch) füttert, bekommt der Hund rohes Fleisch. Die Problematik von Erregern ist wie bei allem rohen Fleisch auch hier gegeben. Außerdem bekommt der Hund nur Eiweiß und Fett, daher müssen andere Nährstoffe und vor allem auch Vitamine ergänzt werden. Wer nach diesem System füttert, sollte sich vorab genau informieren und sich gut auskennen.

7 Was gibt es sonst noch zum Thema Hundegesundheit zu sagen?
Dr. Schott: Schaute man in den 80er Jahren Werbung, war der Bobtail auf jedem Werbefoto als Familienhund mit dabei. Heute sieht man ihn fast kaum noch. Heute sind Mops und Bulldogge angesagt. Es kommen immer wieder mal andere Rassen in Mode, einige davon fallen allerdings unter den Begriff Qualzucht. Hier nimmt der Mensch von vorne herein in Kauf, dass der Hund aufgrund besonderer Zuchtmerkmale Krankheiten erleiden muss. Das gehört meiner Ansicht nach abgeschafft.

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