10. Juni 2019, 09:00

Gutes tun am Fuße des Himalaya

Dominik Dippner und Sandra Uhl fünf Monate in Kathmandu. Bild: (Privat)
Dominik Dippner und Sandra Uhl aus Donauwörth waren fünf Monate in Kathmandu. Sie haben dort eine neue Kultur kennengelernt und zugleich den Menschen vor Ort geholfen.

Mit Nepal verbindet man Mount Everest Expeditionen und spektakuläre Landschaften, denkt aber auch an die herrschende Armut und die fehlende Entwicklung oder erinnert sich an das schreckliche Erdbeben im Jahr 2015. 

Recht viel mehr haben Dominik und seine Freundin Sandra ebenfalls nicht über das kleine Land im Himalaya-Gebirge gewusst, als sie im August 2017 dorthin reisten. Das Paar – beide sind Mitte 20 – wollte Auslandserfahrung sammeln, die Reise aber mit etwas Sinnvollem verbinden. Deshalb knüpften sie, bevor sie aufbrachen, Kontakt mit einer Hilfsorganisation, die sich in Nepal für Kinder einsetzt. Als Sandra und Dominik in Nepal ankamen, muss es ein Kulturschock für sie gewesen sein. „Das Land ähnelt Indien, aber die technische Entwicklung fehlt. Es herrscht viel Korruption und die Menschen leben von der Landwirtschaft“, erzählt Sandra. 

Schulbildung für die Ärmsten der Armen

Vor Ort in Kathmandu lebten Dominik und Sandra bei Prakash Adhikari, dem Rektor der Bona Fortuna Schule, und seiner Familie. Er und ein schwedischer Freund gründeten die Schule 2015 mit dem Ziel, Kinder von den Straßen Kathmandus zu holen und ihnen eine Schulbildung zu ermöglichen. Sandra und Dominik halfen vor Ort, die Kinder zu betreuen und riefen eine Spendenkampagne ins Leben. Mit Geldern aus der Heimat konnten Unterrichtsräume renoviert und neue Toiletten gebaut werden. Ganz besonderes Augenmerk legten die beiden auf die sogenannten „Needy Kids“. Dabei handelt es sich um Schüler und Schülerinnen der 5. und 6. Klasse mit traumatischen Erfahrungen, Straßenkinder, Waisen oder Vergewaltigungsopfer. Sie werden fi nanziell besonders unterstützt, damit sie eine gute Schule besuchen können. Ohnehin nimmt die Schule nur Kinder auf, die sich andere teure Schulen nicht leisten können. 

Schulbildung für die Ärmsten der Armen. Bild: (Privat)

Müll ist in Nepal ein großes Problem

Nicht nur die Schicksale der Kinder gingen Sandra und Dominik nahe. Sie beschäftigte auch der viele Müll, der in Nepal überall herumliegt. Nirgendwo stehen Mülleimer, allerorts sind brennende Müllhaufen, Kinder baden in dreckigen Bächen und die Straßen sind voll mit Essensresten und Plastikverpackungen. Auch diesem Problem nahmen sich Sandra und Dominik an – mit kleinen Schritten. Jeden Samstagmorgen halfen Dominik und Sandra den Bewohnern der Nachbarschaft ihrer Gastfamilie bei Reinigungsaktionen im Wohnviertel. Gemeinsam liefen die Freiwilligen die ganze Nachbarschaft ab, um mit Besen und Müllsäcken die Straßen vom Müll zu befreien. Zudem haben Dominik und Sandra mehrere Müllkörbe in der Siedlung aufgestellt. Nach anfänglichem Zögern fanden die nepalesischen Bürger doch Gefallen daran und nutzten die Mülleimer. 

Mittlerweile ist das Paar wieder zurück in Deutschland. Die Hilfe von Sandra und Dominik brauchen die Kinder der Bona Fortuna Schule aber weiterhin. In den letzten Wochen haben die beiden mehrere Vorträge über ihre Reise und ihr Projekt gehalten, um so auf die Probleme in Nepal aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln. Der nächste Schritt: Sandra und Dominik wollen einen Verein gründen, um weiter unterstützen zu können. Denn die Schule soll in Zukunft noch mehr Schüler aufnehmen können, außerdem sollen Patenschaften zu Kindern geschlossen werden können – dafür reichen bereits wenige Euro. Im September 2019 will das Pärchen wieder nach Nepal fl iegen. „Wir werden bestimmt nicht mit leeren Händen reisen“, sind sich Dominik und Sandra sicher.