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Bürgerbegehren gegen die Straßenverlegung
Manfred Seel bei seiner Präsentation. Durch die Straßenverlegung befürchtet er deutlich höhere Kosten für die Gemeinde und viele weitere Nachteile. (Bild: Matthias Stark)

Bürgerbegehren gegen die Straßenverlegung

Die Verlegung der Mertinger Straße beschäftigt weiter die Gemeinde Asbach-Bäumenheim. Die Gegner der Verlegung um die Unternehmer Manfred Seel und Werner Schnuse haben nun einen Bürgerentscheid angestoßen. Den Auftakt machten sie mit einer Bürgerinformationsveranstaltung im Sportheim der Gemeinde.

Asbach-Bäumenheim – Am 17. Juli 2018 stimmte der Gemeinderat von Asbach-Bäumenheim für die Verlegung der Mertinger Straße. Nur Manfred Seel votierte dagegen und kündigte an, dass die Bürger in einem Bürgerbegehren dazu befragt werden. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung formulierte er die Forderung: „Expansion von GEDA ja, Straßenverlegung nein.“ Anstatt der Velegung der Straße fordert er den Bau eines Kreisverkehres oder einer Unterführung an dem Gelände, sowie die Sanierung der bestehenden Trasse.

Zuerst jedoch kritisierte er das Verhalten seiner Kollegen im Gemeinderat. In seinen Augen seien ein Großteil der Mitglieder befangen gewesen und hätten nicht objektiv abgestimmt, sondern sich von persönlichen Befindlichkeiten leiten lassen. Zudem warf er der Gemeinde Augenwischerei vor, wenn es um die Zahlen geht. Seel glaubt nicht, dass die Gemeinde lediglich Kosten von rund 1,4 Millionen Euro hat. Er rechnet mit einem zweistelligen Millionenbetrag. Für Manfred Seel ebenfalls ein Dorn im Auge: GEDA-Chef Johann Sailer habe auf der anderen Straßenseite rund 60.000 Quadratmeter Ackerfläche  gekauft. „Der Preis hierfür liegt bei höchstens 20,00 Euro. Wird das nun ein Gewerbegebiet wird der Wert des Grundstücks verfünffacht“, so Seel. Seel rechnet damit, dass das Grundstück dann einen Wert von über 100,00 Euro je Quadratmeter hat. Laut dem Wortführer des Bürgerbegehrens wird hier Politik zum Wohle einer Firma gemacht und nicht der Allgemeinheit. Dafür erhielt er von den rund einhundert Besuchern – wie mehrmals am Abend – kräftigen Applaus. Nicht nur die hohen Kosten werden von den Imitatoren kritisiert. Auch die erwartet höhere Lärmbelästigung und die Fragen nach dem Umweltschutz seien unbeantwortet.

Unternehmer fürchten Einbußen

Werner Schnuse hat seit 33 Jahren an der Mertinger Straße seine Werkstatt. Durch die Verlegung der Straße sieht er seine Existenzgrundlage betroffen. Er brachte auch ein aktuelles Beispiel an. „Als die Straße aufgrund der Umbauarbeiten bei der Molkerei Zott in Mertingen gesperrt war, hatten wir Umsatzeinbußen von rund 40%. Wird die Straße verlegt liegen wir in einer Sackgasse und haben diesen Zustand dauerhaft.“ Auch Manfred Seel befürchtet Einbußen. Er betreibt an der Mertinger Straße eine Autowaschanlage. Das Möbelhaus Himmlisch Wohnen hat sich an diesem Abend nicht geäußert. Wie uns der Geschäftsführer Adolf N. Franke mitteilte, hat man sich aufgrund der guten Gespräche und dem bereitwilligen Entgegenkommen der Firma GEDA mit den Planungen einverstanden gezeigt.

Seel fordert Unterführung

Besonders im Fokus der Kritik von Manfred Seel: Bürgermeister Martin Paninka. Er monierte, dass er 24 Fragen an das Gemeindeoberhaupt gestellt habe und bisher keine Antworten darauf erhalten habe. Die Fragen gingen nach seiner Darstellung bereits Ende Juli im Rathaus ein. Zum Abschluss seines rund einstündigen Vortrags forderte Manfred Seel nochmals den Bau einer Unterführung, oder alternativ eines Kreisverkehrs. „Die Kosten dafür hat das Unternehmen GEDA zu tragen.“ Er brachte einige Beispiele, wo große Unternehmen mit einer Straße erfolgreich funktionierten. So wie die Firma Zott in direkter Nachbarschaft die Parkplätze auf der anderen Straßenseite hat und es eine Fußgängerunterführung gibt. Oder die Firma Grenzebach im Ortsteil Hamlar.

Im Anschluss an den Vortrag wurden die Listen für das Bürgerbegehren ausgeteilt. Rund 400 Unterschriften brauchen die Initiatoren. Die Listen liegen unter anderem bei der Tankstelle von Manfred Seel und im Autohaus von Werner Schnuse aus.

 

Über Matthias Stark

Geschäftsführer und Gründer. Immer direkt vor Ort wenn etwas passiert, auch in der Nacht. Verantwortlich für den Anzeigenvertrieb. Bespricht dienstliches gerne bei einem Arbeitsessen. Katzenliebhaber. Hat ein Faible für antike Holzmöbel. Bringt seine Tochter auch mal ins Büro mit.