8. März 2019, 19:00

Die Antoniuskapelle in Asbach-Bäumenheim

Bild: Diana Hahn
Vor 329 Jahren wurde die Antoniuskapelle in Asbach-Bäumenheim erbaut. Der barocke Glanz der Kirche hat sich bis heute erhalten. Die Grundmauern des Chorraumes gab es wohl bereits im 15. Jahrhundert.

Bis in das 19. Jahrhundert bestand Bäumenheim, das 1250 erstmals erwähnt wurde, nur aus einer Mühle an der Schmutter und wenigen Höfen. Ein Weiler, der keine eigene Pfarrei war und deshalb der Mertinger Kirche zugeteilt war. Wer in die Kirche wollte, musste einen drei Kilometer langen Fußmarsch auf sich nehmen und die Kirche in Mertingen besuchen. Der regelmäßige Kirchgang war für die Gläubigen beschwerlich. Eine kleine Kapelle, deren Grundstein, am 16. Juni 1687 gelegt wurde, sollte den Gläubigen diesen Weg erleichtern. Zur Grundsteinlegung der hochbarocken Kapelle fanden sich auch zahlreiche Geistliche aus der Region ein. So waren neben dem Auchsesheimer Pfarrer G. Paul Fischer auch der Asbacher Seelsorger Gregor Brugger und der Oberndorfer Pfarrer G. Jakob Bürckert anwesend. Nur eineinhalb Jahre nach dem Baubeginn, Ende 1688, war die Kapelle bereits fertig und die Heilige Messe konnte in der dem Heiligen Antonius von Padua geweihten Kapelle stattfinden. In einem feierlichen Gottesdienst wurde die Kapelle am 1. Oktober 1690 durch den Augsburger Weihbischof Johannes Eustache Egolf von Westernach geweiht. Der hohe Besuch des Weihbischofs zeigte, dass es sich bei dem Bau nicht um eine einfache Feldkapelle, sondern um ein ansehnliches Gotteshaus handelte. Wer genau die Geldgeber für die Finanzierung der Kapelle waren, ist nicht eindeutig belegt. Man vermutet aber, dass neben dem Domkapitel Augsburg und Spenden aus der Bevölkerung auch die Grafen Fugger zu den Stiftern der Kapelle zählten, da das Wappen der Grafen Fugger auf einem Deckengemälde im Giebel des Altars zu sehen ist. Rechnungen, die aus den Jahren um 1770 stammen, weisen darauf hin, dass in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts einiges in der Kapelle renoviert wurde. So wurden Fensterscheiben ersetzt und die Fassade neu verputzt und gestrichen. Auch eine neue Kanzel bekam die Kapelle. Bezahlt wurde das von der extra dafür gegründeten Kirchenstiftung.

1822 stand es nicht gut um die Antoniuskapelle. Truppendurchzüge, Plünderungen und Missernten während der Zeit der napoleonischen Kriege hatten auch an der Kapelle Spuren hinterlassen. Dies änderte sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Bäumenheim durch den Anschluss an die Bahnstrecke Augsburg – Nürnberg zu einem aufstrebenden Industrieort wurde. Generalsaniert wurde die Kapelle 1877. Die Kosten dafür beliefen sich auf 350 Mark. Von diesem Zeitpunkt an wurden auch häufiger Gottesdienste und Hochzeiten in der Kapelle gefeiert.

Der Hochaltar im Chorraum ist dem Heiligen Antonius von Padua geweiht. Bild: Diana Hahn

Schwer getroffen wurde die kleine Kapelle durch die kirchenfeindliche Politik des NS-Regimes und die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg.

So muss es um 1940 gewesen sein, dass eine über 80 Kilogramm schwere Glocke aus Bronze, die auf das Jahr 1730 datiert wird, demontiert und zu Rüstungszwecken eingeschmolzen wurde. Lediglich eine kleine Glocke, die aus der Erbauungszeit der Antoniuskapelle stammte, überstand die Kriegsjahre. Der 19. März 1945 ist einer der schlimmsten Tage in der Geschichte Bäumenheims. Weit über 100 Menschen starben bei einem verheerenden Bombenangriff. Obwohl die Beschädigungen in der unmittelbaren Nähe der Kapelle enorm waren, überstand die Kapelle die Bombardierung nahezu unbeschadet. Nach Kriegsende kamen ca. 1000 Heimatvertriebene nach Bäumenheim. Viele davon aus protestantisch geprägten Regionen. Für die Gottesdienste der evangelischen Gemeinde stellte die Pfarrgemeinde die Kapelle als Gebetsort zur Verfügung. Als Gegenleistung sollten sich diese an der Instandhaltung des Gotteshauses beteiligen. Ende der 1960er Jahre machte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege auf den schlechten Zustand des historischen Gebäudes aufmerksam und drängte die Gemeinde dazu, etwas zu unternehmen. Zwischen 1968 und 1972 kam die Gemeinde der Aufforderung nach und ließ Ausbesserungsarbeiten am Dach und der Fassade vornehmen. Auch neue Fenster und eine neue Turmzwiebel erhielt die Kapelle. Zusätzlich wurde das Fundament trockengelegt. Die Bausubstanz der Kapelle wurde so zwar gesichert, allerdings überließ man die barocke Inneneinrichtung dem Verfall und schloss die Kapelle. Erst im Jahr 1978 wendete sich das Blatt, als der damalige bayerische Staatsminister für Wirtschaft und Verkehr sich bereit erklärte, die Hauptaltarsfigur seines Namenspatrons auf eigenen Kosten restaurieren zu lassen. Seinem Beispiel folgend nahm sich der „Förderkreis Antoniuskapelle“ unter dem Vorsitz von Rainer Mayer dem barocken Kleinod an. Mit Spenden in Höhe von 105.000 Mark und 180.000 Mark aus der Gemeindekasse sowie unzähligen Arbeitsstunden von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern konnte nun die Renovierung der Kapelle in Angriff genommen werden. Am 14. Juni 1983 erstrahlte die damals rund 300 Jahre alte Kapelle wieder in neuem Glanz. Mit einem großen Antoniusfest wurde das gefeiert. Zwischen 2006 und 2014 wurde das Gotteshaus unter Pfarrer Ivan Novosel abermals umfassenden Renovierungsarbeiten unterzogen. Statische Probleme hatten diese notwendig werden lassen. Noch heute finden sich in der Antoniuskapelle in Bäumenheim Gestaltungselemente aus dem Jahr der Erbauung. Dazu gehören die drei Altäre und einige Deckengemälde.

Information

Die Informationen aus dem Text stammen aus dem Kirchenführer zum 325-jährigen Jubiläum der bischöflichen Weihe der Kapelle. Der Kirchenführer beinhaltet noch ausführlichere Informationen zur Kapelle, den Altären, sowie den Deckengemälden und Stuckornamenten. Verfasst wurde der Kirchenführer von Mario Felkl aus Asbach-Bäumenheim. Der Kirchenführer ist für 5 Euro im Pfarramt der Pfarrei Maria Immaculata Asbach-Bäumenheim sowie in der Gemeindeverwaltung erhältlich.