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Zahlreiche Schrammen an der Oberseite des Wemdinger Tunnels erzählen von der unfallträchtigen Geschichte der Unterführung. (Bild: Mara Kutzner)
Zahlreiche Schrammen an der Oberseite des Wemdinger Tunnels erzählen von der unfallträchtigen Geschichte der Unterführung. (Bild: Mara Kutzner)

Ein Bauprojekt auf das Nördlingen wartet

Der Wemdinger Tunnel wird neu gebaut. Das alte Bauwerk ist nicht mehr funktional und zeitgemäß. Ein Bauprojekt, dass sich viele herbeigesehnt haben, und manche nicht mehr für möglich gehalten haben. 

Nördlingen – Seit 1901 besteht die Verbindung zwischen dem Wemdinger Viertel und der Innenstadt unter den Bahngleisen. Vorher konnte man nur über die Hochwegbrücke die Innenstadt erreichen. Im zweiten Weltkrieg wurde die Tunnelseite in Richtung der Innenstadt zerstört und anschließend neu aufgebaut. Nach über 100 Jahren hat das Bauwerk nun aber endgültig ausgedient. Der Tunnel ist nicht nur dunkel und in einem schlechten Zustand, sondern war in den letzen Jahren vor allem Unfallschwerpunkt in der Stadt. Mit seiner Höhe von nur 2,70 Meter bleiben im Tunnel regelmäßig LKW stecken – statistisch gesehen kam das alle zwei Wochen vor. Fußgänger konnten bisher nur über einen schmalen Gehsteig, der direkt neben der ebenfalls schmalen Fahrbahn verläuft, die Tunnelröhre passieren.

Spatenstich am Wemdinger Tunnel. Das Bild zeigt von links Jan Petrat, DB Netz AG, Landrat Stefan Rößle, MdL Wolfgang Fackler, MdB Ulrich Lange, OB Herrmann Faul und Willhelm Weirather, Regierung von Schwaben. (Bild: Mara Kutzner)
Spatenstich am Wemdinger Tunnel. Das Bild zeigt von links Jan Petrat, DB Netz AG, Landrat Stefan Rößle, MdL Wolfgang Fackler, MdB Ulrich Lange, OB Herrmann Faul und Willhelm Weirather, Regierung von Schwaben. (Bild: Mara Kutzner)

Für den Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr ist die Unterführung schon seit 16. Januar gesperrt. Bislang wurden aber nur Vorbereitungen auf der Baustelle getroffen, bevor es Mitte Februar mit den tatsächlichen Bauarbeiten losgeht. Beim offiziellen Spatenstich freute sich Oberbürgermeister Herrmann Faul über das Bauprojekt, dass sich “viele herbeigesehnt haben, und manche nicht mehr für möglich gehalten haben.” Für den OB steht vor allem im Vordergrund, dass durch einen Neubau die Bewohner des Wemdinger Viertels besser an die Altstadt angebunden sind. Das Wemdinger Viertel ist mit 6.000 Einwohnern das größte Wohngebiet in Nördlingen. MdB Ulrich Lange sprach ebenfalls von einem “Meilenstein der Infrastruktur für die Stadt Nördlingen”, die Zusammengehörigkeit zwischen Wemdinger Viertel und Innenstadt würde durch den Neubau gestärkt

Keine dunkle Röhre mehr

Die Nördlinger Autofahrer sollen in Zukunft nicht mehr in die dunkle Röhre schauen. Geplant sind zwei Bahnunterführungen, die von einem Lichthof in der Mitte unterbrochen werden. Die Unterführung soll auf 4,50 Meter erhöht werden, um die Unfallrate im Tunnel deutlich zu senken. Um die Bahnstrecke oberhalb des Tunnels nicht zu lange zu blockieren, will man die neuen Brücken nach ihrer Fertigstellung unter die Gleise einschieben. Ein ungewöhnliches Spektakel, wodurch aber Bahnreisende nur im März und im August für jeweils eine Woche auf den Schienenersatzverkehr umsteigen müssen.

Gerade die Einschubmaßnahmen könnten Baulärm auch in der Nacht nicht vermeiden, meint Jan Petrat, Leiter Produktionsdurchführung der DB Netz AG. Er hofft aber auf das Verständnis der Bürger, die zum Teil sehnlichst auf einen neuen Wemdinger Tunnel warten. Das Projekt wird insgesamt 18 Millionen Euro kosten, 4,7 Millionen übernimmt die Stadt Nördlingen.

Spätestens am 15. August 2018 sollen die neuen Unterführungen für den Verkehr wieder freigegeben werden. Solange wird der Verkehr großflächig umgeleitet. 

 

Über Mara Kutzner

Redakteurin für online und blättle. Regionalpolitischen Kontroversen und sozialkritischen Themen geht sie mit Nachdruck auf den Grund. Stellt gerne kritische Fragen. Geht im Landkreis fürs blättle auf die Suche nach tollen Lifestyle Produkten. Ist auch privat sozial engagiert.