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Home / Region Oettingen / Ein Tag rund um die Kartoffel
Pellkartoffeln aus dem holzgefeuerten Dämpfer mit Kräuterquark gehören zu den kulinarischen Klassikern beim Kartoffelfest. (Bild: Bruno Langner)

Ein Tag rund um die Kartoffel

Das 25. Kartoffelfest im Museum KulturLand Ries in Maihingen (Landkreis Donau-Ries) steigt am Sonntag, 27. August, mit spielerischen Wettbewerben rund ums Ernten für Groß und Klein, dem Zauberer Amadeus, dem Verkauf von exotischen Sorten, süßen und herzhaften Kartoffelspezialitäten im Museumshof – und die Bayerische Kartoffelkönigin höchstpersönlich schaut vorbei!

Maihingen – Alles dreht sich um die Kartoffel, wenn am Sonntag, 27. August, das weithin bekannte Kartoffelfest im Museum KulturLand Ries in Maihingen (Lkr. Donau-Ries) gefeiert wird. Von 11 bis 17 Uhr laden der Rieser Bauernmuseums- und Mühlenverein und das Museumsteam zu einem unterhaltsamen Programm. Einen besonderen Glanzpunkt setzt dabei die „Bayerische Kartoffelkönigin Jacqueline I.“ mit ihrem hoheitsvollen Besuch!

Spielerische Wettbewerbe rund ums Ernten

Auf dem Acker wird ab 13 Uhr die Ernte der „Ärbira“ (Erdbirnen), wie die Kartoffeln im Dialekt genannt werden, demonstriert. Mit Lanz-Bulldog und anderen Oldtimer-Traktoren wird gerodet und gepflügt. Beim Klauben ist die Mithilfe von Kindern gefragt. „Große und kleine Besucher können sich in spielerischen Wettbewerben messen, etwa beim Kartoffelschäl-Wettbewerb, oder beim Kartoffelklauben versuchen, möglichst viele der ‚Ärbira‘ zu ernten“, animiert Museumsleiterin Dr. Ruth Kilian alle Besucher zum Mitmachen: „Bis 15.30 Uhr ist Zeit, die Anzahl der Knollen in einem Kartoffelsack zu schätzen“.

Prachtexemplare gesucht!

Die Prämierung der größten Kartoffel steht um 15.15 Uhr an: „Hobbygärtner oder Landwirte sollen dafür bitte ein gewichtiges Prachtexemplar aus ihrer Ernte mitbringen“, wirbt die Museumschefin.

„Blaue Anneliese“ und „Rote Emmalie“

Nicht nur zum Bestaunen liegen exotische Kartoffelsorten mit Namen wie „Violetta“, „Rote Emmalie“, „Blaue Anneliese“ oder „Wagners Limeshörnle“ aus. „Diese historischen Feldfrüchte werden eigens auf den museumseigenen Äckern angebaut“, unterstreicht Dr. Kilian: „Ihr blauweiß-marmoriertes oder violettes Fleisch sorgt immer für Aufsehen!“ Es gibt sie ebenso zu kaufen wie moderne Sorten sowie frisch gebackenes Kartoffelbrot.

Mit Oldtimer-Traktoren wie dem Lanz-Bulldog wird auf dem Museumsfeld gerodet und gepflügt. (Bild: Bruno Langner)

Vielseitiges Kinder-Mitmach-Programm

„Erfahrungsgemäß beteiligen sich Kinder mit Begeisterung beim Klauben“, freut sich die Museumsleiterin. „Für die Kinder ist auch im Museumshof ein eigener Bereich reserviert, wo sie ihre Phantasie und Kreativität beim Basteln von Kartoffelmännchen zeigen oder sich im Kartoffeldruck versuchen können.“ Beim Kartoffelquiz geht es für sie auf Erkundungstour über das weitläufige Museumsgelände.

„Zauberer Amadeus“ als spezielle Attraktion

Ein bezauberndes Ass hat der Museumsverein zum 25. Kartoffelfest im Ärmel stecken: Als spezielle Attraktion präsentiert er den bekannten und beliebten Zauberer Amadeus. Zur Freude von großen und kleinen Besuchern bietet der Magier „Zauberkunst zum Anfassen“, wenn er direkt an den Bewirtungstischen im Museumshof unter den kritischen Augen der Zuschauer seine Kunststücke vorführt! Zum Kartoffelfest zelebriert der Zauberer Amadeus seine „kleinen Wunder“ mit den entsprechenden Requisiten. Eine gewichtige Hauptrolle bei der abwechslungsreichen Zauberunterhaltung spielen selbstverständlich die Kartoffeln, angerichtet mit verblüffenden Tricks und gewürzt mit humorvollen Zaubereien.

Kartoffelspezialitäten unter alten Apfelbäumen

Das Kartoffelfest im Regionalmuseum des Bezirks Schwaben begeistert die Gäste durch seine einmalige Atmosphäre im bewirteten Museumshof. Unter dem Blätterdach der alten Apfelbäume lässt sich herrlich Rast machen. Für das leibliche Wohl ist reichlich gesorgt: Auf der Speisekarte finden sich herzhafte und süße Kartoffelspezialitäten, angefangen von der Kartoffelsuppe, Kartoffelsalat mit Schweinebraten oder Bratwürsten bis hin zu Pellkartoffeln aus dem holzgefeuerten Dämpfer mit Kräuterquark. Pommes dürfen natürlich nicht fehlen. Neben Kuchen und den berühmten (riesigen) Rieser Bauerntorten sind Reiberdatschi mit Apfelmus oder Kartoffelkissen im Angebot. Bei schlechtem Wetter werden Zelte aufgestellt. Für die musikalische Umrahmung sorgen die Reimlinger Musikanten.

100 Jahre alte Ölmühle in Betrieb

Auch die benachbarte Klostermühle öffnet an diesem Tag von 13 bis 16 Uhr ihre Tore und lässt einen Blick auf die originalen Mahlgänge zu, die das Getreide zu Schrot verarbeiteten. Im angegliederten Mühlenmuseum des Rieser Bauernmuseums- und Mühlenvereins ist die 100 Jahre alte Ölmühle mit ihrem beeindruckenden Kollergang mit senkrecht laufenden Mahlsteinen in Betrieb.

 Dauerausstellung: „300 Jahre Alltagskultur im Ries“

Im Museum KulturLand Ries ist im „Brauhaus“ die neu eingerichtete, familienfreundliche und fast barrierefrei zugängliche Dauerausstellung „300 Jahre Alltagskultur im Ries“ zu sehen. Sie gliedert sich auf 1.100 qm in die Themenbereiche Kleidung, Warenwelt und Werbung, Gesundheitspflege, Möbel aus dem Ries, Hausarbeit und Vorratshaltung sowie Kindheit und Schule. Kurzum, sie zeigt, wie die Menschen in den letzten 300 Jahren im Ries gelebt und gearbeitet haben, und bietet viel Anknüpfungspunkte für Erinnerungen. Im zweiten großen Ausstellungsgebäude, der „Klosterökonomie“, wird der Wandel der Rieser Landwirtschaft mit vielen Exponaten und historischen Bildern veranschaulicht.

Sonderausstellung: „Auslöser Ries! Fotografien aus dem Nachlass Förstner

Sie zeigt erstmals 500 Bilder und das fotografische Zubehör zweier Fotografen aus Goldburghausen im Nördlinger Ries. Heinrich Förstner sen. (1896–1944) und sein Sohn Heinrich Förstner jun. (1923–1973) waren Bauern. In den 1920er Jahren begann Förstner sen. auf Glasplatten-Negativen zu fotografieren. Er dokumentierte mit seinem damals für einen Bauern ungewöhnlichem Hobby das alltägliche Leben auf dem Land. Heinrich Förstner jun. fotografierte Familienereignisse und herausragende Begebenheiten in der Region, wie Feste in Nördlingen. Sein Schaffen fand bei seinen vielen Dia-Vorträgen und als Zeitungsillustrationen in einer breiten Öffentlichkeit Beachtung. (pm)

Am Kartoffelfest ist das Museum von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Informationen www.museumkulturlandries.de; Telefon: 09087 920717–0; 86747 Maihingen, Klosterhof 3 + 8

Über Matthias Stark

Geschäftsführer. Gründer von Donau-Ries-Aktuell. Immer direkt vor Ort wenn etwas passiert, auch in der Nacht. Verantwortlich für den Anzeigenvertrieb. Bespricht dienstliches gerne bei einem Arbeitsessen. Katzenliebhaber. Hat ein Faible für antike Holzmöbel.