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Reitschülerinnen mit ihrem Schulpferd. (Bild: Reit- und Fahrverein Wemding)

Freizeit und Erholung beim Reit- und Fahrverein Wemding

Im aktuellen blättle Nummer 16 berichten wir vom Reit- und Fahrverein Wemding. Am 14. Oktober findet dort das Oktoberfest statt und Gäste sind gerne willkommen.

Wemding – Am 27. Juli 1962 fand im Wemdinger Café Mohr die Gründungsversammlung des Reit- und Fahrvereins Wemding statt. Einige Pferde begeisterte Männer hatten sich zu dieser Runde zusammengefunden und bereits Ende des Jahres 1962 durfte sich der Verein über Interesse von Pferdefreunden nicht nur aus Wemding, sondern auch aus Nördlingen, Donauwörth, Bäumenheim und Harburg freuen. Drei Vereinspferde und zwei Pensionspferde standen zur Verfügung und einige der Vereinsmitglieder nahmen an Ausbildungslehrgängen zum Reitlehrer teil.

Im Jahr 1964 konnte der noch junge Verein sein erstes Turnier, den 1. Wemdinger Georgiritt, veranstalten. 61 Pferde nahmen teil und im Anschluss erteilte der „reitende Pfarrer“, Herr Dekan Bauer, die Benediktion. Am Folgetag fanden Wettbewerbe im Springen, in der Dressur sowie Fahrprüfungen statt. Rund 5000 Besucher zollten dem Verein bei diesem ersten Turnier ihre Anerkennung. „Turniere in Dressur und Springen finden bei uns heute noch statt, allerdings tragen sie nicht mehr den Namen Georgiritt. Der Name wurde damals gewählt, weil das Turnier am Georgstag stattgefunden hatte – unsere Turniere sind heute wesentlich später im Jahr, daher passte der Name nicht mehr“, erzählt mir die 2. Vorsitzende des Vereins Anne Schmidt während wir im Reiterstübchen sitzen. Von dort aus hat man einen tollen Blick nach unten in die geräumige Reithalle.

Neue moderne Reitanlage
Diese wurde im Jahr 2001 auf der Wemdinger Robertshöhe eingeweiht. Dem damaligen 1. Vorstand Franz Lachner, war es wichtig, eine Anlage zu schaffen, die sowohl aktiven Reitern, aber auch Pferdefreunden, die einfach nur die Nähe zu Pferden suchen, gerecht wird.

Sein Motto lautete: „Der Reiter von Heute sucht Erholung für sich und seine Familie.“

Anne Schmidt ergänzt: „Dieses Motto gilt übrigens noch heute. Auch unsere Vereinsmitglieder suchen die Erholung in ihrer Freizeit bei den Pferden. Sicherlich sind auch einige dabei, die sportliche Erfolge auf Turnieren anstreben, doch den meisten geht es eher um die Erholung. Das kann bei einem Ausritt in die Umgebung sein, oder auch bei der Dressurstunde.“ Die Reitanlage ist gestaltet für Jung und Alt, für Groß und Klein mit einer großen Reithalle und angrenzenden Stallungen, einem Spring- und einem Dressurplatz, einem Longierzirkel, Koppeln und vor allem viel Platz, für den individuellen Umgang mit Pferden. Die Anlage hat Turnierniveau und auch die sportlichen Erfolge des Vereins können sich mehr als sehen lassen. Seit ihrer Einweihung ist die Reitanlage mehrmals erweitert worden, so dass sowohl professionellen Pferdesportlern als auch Freizeitreitern zum diesjährigen 55. Jubiläum eine moderne und weitläufige Anlage zur Verfügung steht. Der Verein bietet Reitstunden für Kinder und Erwachsene, Anfänger und Fortgeschrittene. Es können Trainingsstunden genommen werden und auch diverse Lehrgänge und Leistungsprüfungen gemacht werden.

Mädchentraum Reiten
Bei meinem Besuch lerne ich die drei Schulpferde Pilotta, Contessa und Orichid’s Seretta kennen. „Eines ist ein Endmaßpony, die beiden anderen sind Großpferde. Wir haben uns für drei Pferde entschieden, die sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen geritten werden können, um den Bedarf bestmöglich abdecken zu können. Was wir nicht haben sind kleine Ponys“, erklärt mir Anne Schmidt. Reiten lernen können im Verein Kinder ab einem Alter von neun oder zehn Jahren. Reiten und Pferde gelten ja als Mädchentraum schlechthin. Ich frage nach, ob es denn wirklich so ist. „Ja, das sehen wir auch bei uns, es kommen überwiegend Mädchen zum Reiten, einige davon bleiben dann auch bis ins Erwachsenenalter dabei. Jungs kommen nur sehr selten. Später allerdings, bei Turnieren der höheren Klassen oder zum Beispiel beim Scharlachrennen in Nördlingen nehmen dann viele Männer teil. Man fragt sich, wo die plötzlich herkommen und wo sie vorher waren“, lacht Anne Schmidt. Im Gegensatz zur früher, als Reitunterricht noch relativ teuer war, ist der Reitsport heute erschwinglicher geworden. „Reiten lernen können Kinder bei uns im Verein zu durchaus günstigen Preisen und wir versuchen es der breiten Masse an Kindern zu ermöglichen. Teurer ist es natürlich, ein eigenes Pferd zu halten, da kommen die Kosten für die Anschaffung und vor allem für den laufenden Unterhalt dazu. Daher haben wir die Schulpferde, so muss sich nicht jeder gleich ein eigenes Pferd kaufen, viele wollen dies auch gar nicht“, erklärt Schmidt. Sie selbst reitet natürlich auch und sagt: „Ich reite meist zweimal die Woche aus und genieße es, direkt im Wald oder am See zu sein und beim Ritt durch die Natur zu entspannen.“ Neben den drei Schulpferden beheimatet der Reitverein zahlreiche Einstellerpferde, für die geräumige Boxen und Paddockboxen zur Verfügung stehen. Mit zum Team des Vereins gehören auch zwei Gänse, die einmal beim Scharlachrennen gewonnen wurden, sowie zwei Katzen, die sich als fleißige Mäusejäger auszeichnen. „Gerade Sonntags kommen auch viele Familien aus Wemding zu uns raus, einfach nur um auf unserem kleinen Kinderspielplatz zu spielen und dabei einmal die Pferde anzuschauen“, sagt Anne Schmidt abschließend.

Über Verena Gerber-Hügele

Chefredakteurin. Hat die Oberaufsicht übers blättle. Macht am liebsten Reportagen, Reiseberichte und Interviews. Auch verantwortlich für Art Direction und Freihandzeichnungen im blättle. Naturverbunden, hält sich zu Hause einen halben Bauernhof.
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