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(Bild: 2nd Home Hotel GmbH)

Gästen ein zweites Zuhause geben

In Nördlingen soll noch dieses Jahr ein neues Hotel fertig gestellt werden. Besonders die Bauweise des Hotels überrascht. Die Betreiber haben sich in der Gastronomieszene in Nördlingen einen Namen gemacht. 

Nördlingen  – Der Tourismus in Nördlingen boomt. Im ersten Halbjahr 2017  sind die Übernachtungszahlen um 21,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf ein neues Allzeithoch von 51.707 gestiegen. Besonders in den Sommermonaten sind internationale Gäste aus Spanien, Italien, Frankreich und den asiatischen Ländern durch die romantische Altstadt flanieren. Trotzdem liegt der Anteil der deutschen Urlauber und Übernachtungsgäste der bei über 80 Prozent.

Ein touristisches Gutachten von 2009 habe bestätigt, dass es eine „erhöhten Bedarf an hochwertigen Übernachtungsmöglichkeiten“ in der Stadt gibt, so Oberbürgermeister Herrmann Faul. Für Geschäftsreisende und viele Touristen gibt es zu wenige Kapazitäten. „Das ist ein Standortmakel, den wir beseitigen wollen“, so Faul. Die letzte Neuentstehung im Hotelbereich läge bereits 10 Jahre zurück, als das Jugend- und Familienhotel Nördlingen eröffnet hat, so David Wittner, Leiter der Tourist Information Nördlingen. Weil Nördlingen die touristische Attraktivität der Stadt unbedingt erhalten will, werden im städtebaulichen Wettbewerb zwei Hotels realisiert – auf dem BayWa-Gelände und auf dem Döderlein-Gelände. Ein drittes Hotelprojekt wollen jetzt private Unternehmer realisieren.

Doris Hihn und Florian König, bekannt durch das Restaurant „Riesling“ und als momentane Betreiber des „Fürstlichen Kellers“ in Wallerstein, wollen im Frühjahr mit dem Bau eines neuen Hotels beginnen. „2nd Home Hotel“ – ausgesprochen Second Home Hotel – soll die Vier-Sterne-Unterkunft heißen, denn Hihn und König wollen ihren Gästen mit dem Hotel „ein zweites Zuhause“ geben.

Hotelzimmer vom Fließband

Das Hotel mit 82 Betten entsteht auf dem circa 5,500 Quadratmeter großen Grundstück am Luntenbuck zwischen Kino und Baumarkt, unweit des Nördlinger Altstadtringes. Alle Zimmer sind mit französische Balkone, Echtholz-Pakettfußboden, gratis Internetzugang ausgestattet und sind barrierefrei. Geplant sind neben Konferenzräumen auch ein Restaurantbetrieb mit Frühstück, Mittagessen und Abendessen mit Platz für 70 Gästen. König und Hihn dorthin nicht nur Touristen, sondern auch Gäste aus Nördlingen ein.

Innovativ ist die Bauart des Gebäudekomplexes: Während das Erdgeschoss in Betonbauweise erstellt wird, bestehen die drei Obergeschosse aus Raummodulen. Jedes Hotelzimmer wird im Österreichischen Werk von Architekt Johannes Kaufmann in Holzbauweise vorgefertigt. Nach Fertigstellung des Rohbauhauses werden die „Boxen“ mit einem Schwertransporter nach Nördlingen gebracht und dort fix montiert.

König ist von der Modellbauweise begeistert, will aber beim Bau trotzdem Gewerke wie Haustechnik, Rohbau, Sanitärinstallation und Außenanlagen an Handwerksbetriebe in der Region vergeben.

Durch die völlig neue Bauweise will die der Architekt die Bauzeit von normalerweise 12 bis 14 Monate um gut die Hälfte reduzieren. Als Baubeginn streben Hihn und König das kommende Frühjahr an, die ersten Gäste wollen die beiden schon im Herbst 2018 im „zweiten Zuhause“ willkommen heißen.

 

 

Über Mara Kutzner

Redakteurin für online und blättle. Regionalpolitischen Kontroversen und sozialkritischen Themen geht sie mit Nachdruck auf den Grund. Stellt gerne kritische Fragen. Geht im Landkreis fürs blättle auf die Suche nach tollen Lifestyle Produkten. Ist auch privat sozial engagiert.