11. März 2022, 10:41
Caritas

Gefährdung durch Online-Glücksspiel

Symbolbild Bild: pixabay
Der Caritas Suchtfachambulanz in Donauwörth bietet Hilfe bei verschiedenen Suchten, unter anderem Glücksspiel, an. Ansprechpartner speziell bei Glücksspiel sind Frau Susanne Schmidt und Dilara Duman.

Rund 75 Prozent  der in Deutschland lebenden 16-70-jährigen Menschen geben an bereits in ihrem Leben an einem Glücksspiel teilgenommen zu haben. Laut Studien des BZgA´s sind hierzulande 229.000 Personen regelmäßige Spieler und Spielerinnen und zeigen ein Verhalten, das als problematisch bezeichnet wird. Als pathologische GlücksspielerInnen gelten wiederrum rund 200.000 Personen.

Wir, die Mitarbeiter*Innen der Caritas Suchtfachambulanz in Donauwörth, unterstützen schon seit vielen Jahren Menschen, die ein problematisches Konsumverhalten oder eine Abhängigkeit haben, und diesbezüglich Hilfe in Anspruch nehmen möchten.

Seit 2010 bieten wir in diesem Zusammenhang das spezialisierte Angebot der Glücksspielberatung in unserer Einrichtung an, um spezielle Angebote für Spieler zur Verfügung stellen zu können, und diese bestmöglich zu beraten und zu begleiten.

Dabei kann man zwischen verschiedenen Formen von Glücksspiel unterscheiden, die jedoch alle ein gemeinsames Merkmal haben: Der Spielausgang ist vom Zufall abhängig und kann nicht beeinflusst oder vorhergesagt werden.

Betroffene die in unserer Einrichtung eine Beratung möchten, nehmen an Glücksspielen verschiedenster Art teil, beispielsweise Spielen am Automaten oder im Casino, Glücksspielen in Lotterien und Roulette, Kartenspielen und Poker, sowie Sportwetten.

Der Beginn des Spielverhaltens, bis hin zur Sucht, verläuft oft sehr schleichend und über einen längeren Zeitraum hinweg. Die Betroffenen und/oder deren Angehörige realisieren es oft sehr spät, dass das Spielverhalten ein unkontrolliertes Ausmaß angenommen hat.

Die Personen, die sich an uns wenden, sehen durchaus bereits die ersten Probleme und Konsequenzen aus ihrem problematischen Spielverhalten. Ihnen ist meist bewusst, dass sie langfristig nicht gegen die Anbieter von Glücksspielen gewinnen können. Aber – bezeichnend für Suchtverhalten – es wird weiter gespielt in der Hoffnung, das nächste Mal den großen Gewinn zu machen, dann sofort zu stoppen und alle negativen Folgen – wie z. B. Schulden -  zu bereinigen. Ein fataler Irrtum und die Entwicklung setzt sich fort.

Die Folgen einer solchen Entwicklung sind weitere finanziellen Problemen und Schulden, aber auch Schwierigkeiten innerhalb der Familien, und dem weiteren sozialen Umfeld der Spieler*Innen. Betroffene versuchen dann erneut, das verlorene Geld wieder hereinzuholen und spielen, um diesen negativen Auswirkungen wieder zu entkommen.

Meist fehlen ihnen in diesem Moment die nötigen Handlungsalternativen und Anlaufstellen um Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn der Leidensdruck zu groß wird.

Aufgrund der Pandemie und der Tatsache, dass Spielhallen etc. zeitweise geschlossen waren, hat sich bei den Glücksspielern eine Verschiebung hin zum Online-Glücksspiel ergeben, und vermutlich auch eine Zunahme im Online-Glücksspiel bei „Neuspielern“, was natürlich mit Blick auf das Suchtpotential genauso gefährlich ist. Die Verfügbarkeit, die im Internet (natürlich) ständig gegeben ist trägt dazu bei, dass die  Klient*Innen schnell in eine Regelmäßigkeit verfallen und das Aufhören umso schwerer fällt. Egal ob vor oder nach der Arbeit (oder auch während der Arbeitszeit) können die Betroffenen an verschiedensten Glücksspielen teilnehmen. Auch die Tatsache, dass die Spieler nicht in Spielehallen, Casinos oder Wettbüros gehen müssen, um ihr Glück zu versuchen stellt eine Gefahr dar, eine Abhängigkeit zu entwickeln. Sie können unbemerkt und ohne gesehen zu werden an den Angeboten teilnehmen. (Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Verlagerung des Glücksspiels in den Online-Bereich.)

Die Corona-Situation ist nach wie vor eine Herausforderung, sowohl für uns Mitarbeiter*Innen als auch für die Betroffenen, da oft Unsicherheiten bestehen, ob bisher angebotene Hilfen durch Beratungsstellen (aufgrund der Corona-Beschränkungen) in Anspruch genommen werden können. Dadurch fühlen sich viele unserer Spieler*innen, aber auch ihre Angehörigen, hilflos und alleine gelassen, was die Problematik meist noch verschlechtert.

Wir als Caritas Suchtfachambulanz bieten (in diesem Zusammenhang) auch während der Pandemie Beratungstermine für Angehörige und Betroffene an, um das Glücksspielproblem zu bearbeiten und effektiv zu bewältigen. Es werden auch andere unterstützende Einrichtungen in die Behandlung mit einbezogen, wie beispielsweise die Schuldnerberatung, Familienberatung, um eine umfassende Hilfestellung zu gewährleisten.                                       

Unter Berücksichtigung der 3G-Regelung können alle Beteiligten die Angebote unserer Beratungsstelle in Anspruch nehmen und neben Beratungen zu Glücksspiel auch Gespräche zu stoffgebundenen Süchten, wie beispielsweise Alkohol oder illegalen Drogen erhalten, die oft mit einer Spielproblematik einhergehen. Bei Problemen im Zusammenhang mit Glücksspiel bieten wir auch die Möglichkeit, sich „online“ über die Internetplattform „Playchange“ Hilfe zu suchen. Hier erfolgt die Kontaktaufnahme anonym und unter Einhaltung der Datenschutzvorgaben. Außerdem ist eine Informationsreihe für Angehörige geplant, um ein Verständnis über Sucht und dessen Umgang zu erlangen.

Die Ansprechpartnerinnen, die speziell bei einer Glücksspielproblematik, in der Caritas Suchtfachambulanz in Donauwörth (für die Landkreise Donau-Ries und Dillingen) zuständig sind, sind Frau Susanne Schmidt und Dilara Duman.         

Telefonisch können Termine zur Glücksspielberatung dienstags, mittwochs und freitags unter der Nummer 0906/70011315 ausgemacht werden. Zudem sind die MitarbeiterInnen der Caritas Suchtfachambulanz unter der Nummer 0906/70595670 über die Zentrale für Gesprächstermine erreichbar. (pm)