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Schülerinnen und Schüler der Liselotte-Nold-Schule in Nördlingen (Bild: Liselotte-Nold-Schule, Nördlingen)

Gesundheitsregion Donau-Ries Teil 6: Wie attraktiv ist der Berufszweig Gesundheit und Pflege?

Das Titelthema unseres aktuellen blättle (Mai/Juni 2017) ist der Gesundheitsstandort Donau-Ries. Die Gesundheit – gerade auch im Alter – wird den Menschen zukünftig immer wichtiger. Ein guter Grund einmal zu schauen, wie es um den Pflegenachwuchs im Landkreis steht, welche Ausbildungsmöglichkeiten es gibt und welche Berufsaussichten. Wir haben mit Bruno Schneider, dem Schulleiter der Liselotte-Nold-Schule in Nördlingen gesprochen.

Zukünftig werden gerade im Berufszweig Gesundheit und Pflege wesentlich mehr Kräfte gebraucht, sodass die Chancen auf eine Arbeitsstelle bei hundert Prozent liegen. Eine Ausbildung im Pflegebereich bietet also gute Aussichten. Die Liselotte-Nold-Schule in Nördlichen bietet in diesem Bereich folgende Ausbildungen: Berufsfachschule für Altenpflege, Berufsfachschule für Altenpflegehilfe, Ausbildung zur Betreuungskraft im Pflegeheim und seit 2011 die Berufsfachschule für Ergotherapie.

„In der Altenpflege bieten wir ein duales Ausbildungssystem an. Unsere Schülerinnen und Schüler verfügen über einen Ausbildungsplatz in einer Einrichtung der stationären oder ambulanten Altenhilfe, z. B. bei den Donau-Ries Seniorenheimen des gKU oder der Diakonie Donau-Ries, bei uns im Haus leisten sie ihren Berufsschulunterricht. Hierbei wechseln sich mehrwöchige Unterrichtsblöcke mit Einsätzen in den Ausbildungseinrichtungen ab. Mit diesem Angebot sind wir die einzige Schule im Landkreis Donau-Ries. Jährlich schließen 25 bis 30 Menschen ihre Ausbildung bei uns erfolgreich ab. Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre“, erklärt der Schulleiter. Seiner Erfahrung nach bleiben die meisten Absolventen nach der Ausbildung in der Region. Nach der Ausbildung eröffnen sich im Berufsfeld Altenpflege vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten.

Doch wie kommen gerade junge Menschen mit den Anforderungen eines Pflegeberufes, gerade wenn es um Altenpflege geht, zurecht? Nach Bruno Schneiders Meinung relativ gut, denn die Meisten entscheiden sich bewusst für diesen Beruf. „Natürlich geht der eine oder andere mit Idealvorstellungen an die Berufsausbildung heran, die nicht immer den Realitäten des Berufsalltags entsprechen, und erleiden dann einen gewissen Theorie-Praxis-Schock, aber sicherlich nicht schlimmer als in anderen Berufen auch.“ Nach wie vor ist das Berufsbild in der Pflege weiblich, das heißt mehr als 80 Prozent aller Arbeitskräfte sind Frauen. „Der Trend, dass auch Männer einen pflegenden Beruf ergreifen, ist seit den 1990er Jahren leicht steigend. Im aktuellen Schuljahr sind von den 85 Auszubildenden 12 männlich. Auch das Alterspektrum in den Klassen ist groß. Da wir nicht nr klassische Berufsschule, sondern auch in der Erwachsenenbildung tätig sind, reicht das Alter unserer Auszubildenden von 17 bis Mitte 50“, so der Schulleiter.

Im Gegensatz zu früher ist die Betreuung in der Altenpflege sehr viel spezialisierter geworden. Daher bietet die Schule allein in diesem Bereich drei Berufsmodelle an: Die Fachkraft für Altenpflege, die Pflegefachhelferin Altenpflege und die Betreuungskraft im Pflegeheim. „In den Einrichtungen der Altenhilfe arbeiten heute Menschen mit verschiedenen Ausbildungsgraden. Für manche stellt eine niederschwellige, kürzere Ausbildungsform einen idealen ersten Einstieg in dieses Berufsfeld dar und bietet die Möglichkeit, erst einmal zu schauen, ob einem diese anspruchsvolle Tätigkeit überhaupt liegt. Andere sagen von vornherein, ich möchte gar nicht so stark im medizinisch-pflegerischen Bereich arbeiten, sondern mehr in der Betreuung oder Begleitung im Alltag“, erklärt Bruno Schneider.

Den jüngsten Ausbildungszweig im Berufsfeld Gesundheit an der Liselotte-Nold-Schule bietet die Ergotherapie. „Diese Ausbildung ist sehr gefragt, denn das Einsatzgebiet der späteren Fachkräfte breitet sich mehr und mehr auf alle Altersgruppen aus. Im Gegensatz zu früher, als Ergotherapeuten lediglich nach einem schweren Unfall oder einem Schlaganfall zum Einsatz kamen, sind sie heute in vielen Bereichen wie z. B. Kindertagesstätten oder großen Unternehmen tätig. Gerade auch in Verbindung mit dem Trend zur Prävention. Hier nehmen die Jobangebote ebenfalls deutlich zu“, so der Leiter der Schule.

Im nächsten Teil dieser Serie werfen wir einen Blick auf die Krankenversicherung. Wir haben mit dem Leiter der AOK Donauwörth, Johannes Hiller, unter anderem über die zukünfitigen Herausforderungen der AOK gesprochen.

Über Verena Gerber-Hügele

Chefredakteurin. Hat die Oberaufsicht übers blättle. Macht am liebsten Reportagen, Reiseberichte und Interviews. Auch verantwortlich für Art Direction und Freihandzeichnungen im blättle. Naturverbunden, hält sich zu Hause einen halben Bauernhof.
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