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Stefan Urban und Volker Geßner, Ehrenamtliche aus dem Bereich Bevölkerungsschutz Donauwörth, kurz vor der Abfahrt nach Liverpool (Bild: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V./Ulrich Kraus).

Johanniter aktiv im europäischen Katastrophenschutz

Markus Kristen nimmt an EU-Übung in Liverpool teil. Volker Geßner und Stefan Urban liefern das Übungsmaterial an.

Donauwörth – Markus Kristen, ehrenamtlicher Helfer der Johanniter aus Donauwörth und Mitglied der Soforthelferschaft der Johanniter-Auslandshilfe, nimmt vom 11. bis 15. Oktober an einer Katastrophenschutzübung der europäischen Union (EU-ModEX) in Liverpool teil. Für die Johanniter-Soforthelferschaft ist dies der erste Einsatz nach ihrer Klassifizierung als Emergency Medical Team durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Juni 2017. Bei dieser Übung wird ein Team von 25 Soforthelfern der Johanniter-Auslandshilfe gemeinsam mit weiteren Teams aus Frankreich, Island und Italien einen Hilfseinsatz nach einem Erdbeben simulieren. Das Emergency Medical Team (EMT) der Johanniter-Auslandshilfe ist dabei für die medizinische Versorgung der betroffenen Bevölkerung zuständig. Die Ärzte, Rettungsassistenten, Hebammen und weitere Spezialisten des Johanniter-EMT sind in der Lage, mindestens 50 Patienten pro Tag ambulant und mobil zu versorgen.

Markus Kristen, Soforthelfer der Johanniter aus dem Regionalverband Schwaben, nimmt dabei die Position des Teamleiters im Bereich Logistik ein. Er ist seit 2004 ehrenamtlich in der Soforthelferschaft der Johanniter aktiv und war 2015 nach den Erdbeben in Nepal im Einsatz. Volker Geßner und Stefan Urban, beide im Ehrenamt Bevölkerungsschutz der Johanniter in Schwaben tätig, sind vorab mit dem Johanniter-Sattelschlepper mit medizinischem Gerät und Einsatzmaterial von Donauwörth nach England aufgebrochen. Dort wird es vom Einsatzteam empfangen und nach den Vorgaben der WHO eingesetzt. „Über ein Jahr haben wir darauf hingearbeitet, die Klassifizierung durch die WHO zu erhalten. Diese Übung in Liverpool ist die Gelegenheit, die Resultate unserer Arbeit im Einsatz zu erproben“, sagt Oliver Rodewald, Leiter der Soforthilfe der Johanniter-Auslandshilfe.

Europaweite Katastrophenschutzübungen sind Teil des Europäischen Zivilschutz-Mechanismus. Die EU-ModEx ist die erste von fünf europaweiten Übungen bis September 2018. Die Johanniter nehmen nicht nur mit einem Einsatzteam daran teil, sondern leiten diesen Übungszyklus federführend. Das Emergency Medical Team der Johanniter-Auslandshilfe Die Johanniter-Auslandshilfe ist im Juni 2017 von der WHO als erstes Team weltweit in der Kategorie Emergency Medical Team mobile 1 (EMT1-Mobil) klassifiziert worden. Die Klassifizierung reguliert künftig den Zugang zu Katastrophengebieten, um bei Naturkatastrophen oder Epidemien schnell und vor allem gut koordiniert Menschenleben retten zu können. Die EMT-Klassifizierung wurde als grundlegende Neuerung in Reaktion auf die Koordinationsprobleme nach dem Erdbeben 2010 in Haiti und zur Sicherung der Qualität in der medizinischen Versorgung der Betroffenen eingeführt. Der Einsatz von nicht klassifizierten medizinischen Teams in der internationalen Katastrophenhilfe wird damit zukünftig deutlich unwahrscheinlicher werden.

Die Auslandshilfe der Johanniter-Unfall-Hilfe leistet in über 20 Katastrophen-, Krisen- und Konfliktregionen Hilfe für besonders betroffenen Menschen. Oberste Ziele der Arbeit der Auslandshilfe sind das Überleben der Menschen nach Katastrophen und während anhaltender Krisen sowie die langfristige Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Menschen in gefährdeten Ländern. Mehr Informationen gibt es unter www.johanniter-auslandshilfe.de. (pm)

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