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So wurde im Landkreis gewählt. (Bild: Landratsamt)

Kommentar: Geht es den Menschen im Landkreis so schlecht?

Warum bekam die AfD im Landkreis so viele Stimmen, obwohl es den Menschen in der Region gut geht und sind die Leistungen unserer Kommunalpolitiker nichts mehr wert, fragt sich Matthias Stark im Kommentar. 

Früher wurden Politiker daran gemessen, was sie für die Region getan haben. Das war auch bei Georg Schmid so. Er hat sich für seinen Landkreis eingesetzt und wurde mit fantastischen Ergebnissen gewählt. Hat sich das geändert? Ist die Arbeit der Politiker nichts mehr wert? Man kann der CSU als Partei sicher viel vorwerfen, aber Ulrich Lange hat in der Region viel vorangebracht. Die Umfahrungen von Wallerstein, Fremdingen und Dillingen hat er als Verkehrspolitischer Sprecher mit unterstützt. Er bemüht sich um Straßenbaumaßnahmen im gesamten Wahlkreis entlang der Bundesstraßen und hat seinen Job gut gemacht. An solchen Leistungen sollte man Politiker messen. Auch Christoph Schmid hat sich als Kreisrat und Bürgermeister um den Landkreis verdient gemacht, und bringt sich für seine Heimat ein.

Der Kandidat der AfD – Rafael Hauptmann – ist ein politischer Neuling, der bisher nichts für den Landkreis und die Bürger getan hat. Warum schafft er es, die jahrelange harte Arbeit mit Stammtischparolen zu übertrumpfen. Glauben die Menschen lieber den einfachen Aussagen der AfD, als der harten Arbeit unserer regionalen Politiker?

In Fünfstetten wählten 20 % die AfD. Warum? Ist Fünfstetten ein sozialer Brennpunkt? In der Gemeinde gingen 855 Menschen zur Wahlurne. Davon haben 170 ihr Kreuz bei der AfD gemacht. In der Gemeinde wurde 2015 eine Gemeinschaftsunterkunft für 40 Flüchtlinge eingerichtet, die Turnhalle musste dafür herhalten. Die Begeisterung hielt sich natürlich in Grenzen. Doch als diese geschlossen wurde, feierte man eine gemeinsame Abschiedsfeier. Die Hilfesuchenden waren gut integriert und betreut worden. Fünfstetten ist meilenweit von einem sozialen Brennpunkt entfernt. Welche Sorgen und Problem müssen diese Wähler haben, wenn sie die Arbeit eines Ulrich Lange oder eines Christoph Schmid nicht sehen und ihr Vertrauen einer rechtspopulistischen Alternative schenken?

Die gleiche Frage stellt man sich, wenn man auf das Wahlergebnis der AfD in der Donauwörther Parkstadt blickt. Mit rund 30% der Erststimmen liegt die Partei hier in manchen Wahlbezirken auf Platz eins. Die Parkstadt ist ein Ort der Gegensätze. In einigen Ecken leben die gut verdienenden Bürger der Stadt, auf der anderen Seite gibt es hier soziale Brennpunkte und die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Doch Bund, Land und Stadt haben viel Geld investiert, um die Probleme in der Parkstadt anzugehen. Namentlich darf man hier den Donauwörther Bürgermeister Jörg Fischer nennen. Die Parkstadt ist zu einem Ort der Integration geworden. Vor allem viele Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion haben hier eine neue Heimat gefunden. Und diese haben nun – möglicherweise unter dem Eindruck russischer Propaganda – für eine ausländerfeindliche Partei gestimmt.

Im Endeffekt geht es den Menschen in unserem Landkreis so gut. Der Landkreis weist eine Arbeitslosenquote von unter 2% auf. Es gibt viele Arbeitsplätze, Freizeitmöglichkeiten und eine exzellente Infrastruktur. Natürlich hat auch die Region durch das Flüchtlingsthema Belastungen erfahren. Doch bis auf einige Probleme die es in Donauwörth noch gibt, sind viele Probleme verschwunden. Zurück bleibt etwas, dass die Menschen vergessen lässt wohin Hass gegen andere führt. Ich bin mir sicher, dass viele Menschen, die vor Jahrzehnten eine rechtsradikale Partei wählten, nicht ahnen wohin der Weg führt. Das darf aber keine Entschuldigung sein. Extremismus – egal ob links oder rechts – ist keine Option.

Für jeden überzeugten Demokraten ist es erschreckend zu sehen, dass im neuen Bundestag nun rund 90 Menschen sitzen werden, die sich klar gegen in der Verfassung verankerte Rechte stellen. Extremisten mit einem Gedankengut, dass vor achtzig Jahren bereits ganze Generationen in den Tod schickte. Es wird nun Zeit, dass die bürgerliche Mitte sich klar gegen die Extremisten stellt und deutlich macht: Wir wollen ein Deutschland, in dem rechtes Gedankengut keinen Platz hat.

Gleichzeitig liegt es nun auch an den demokratischen Parteien, sich den Menschen anzunehmen, die nun die AfD gewählt haben. Die etablierten Parteien müssen zuhören und den Menschen die Sorgen und Probleme ernst nehmen, damit die diese nicht wieder auf plumpe Parolen herein fallen.

AfD ist zweitstärkste Kraft im Wahlkreis

Über Matthias Stark

Geschäftsführer und Gründer. Immer direkt vor Ort wenn etwas passiert, auch in der Nacht. Verantwortlich für den Anzeigenvertrieb. Bespricht dienstliches gerne bei einem Arbeitsessen. Katzenliebhaber. Hat ein Faible für antike Holzmöbel. Bringt seine Tochter auch mal ins Büro mit.
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