18. Dezember 2018, 14:38

Narretanien ist überall

Die Fürstin (Kerstin Egerer) ist beeindruckt von der Brezel, die ihr Hieronymus (Sepp Egerer) mitgebracht hat. Die Sonne kann wirklich durch drei Löcher der Brezel hindurch scheinen. Bild: Eva Münsinger
Ein zauberhaftes Theater in Blossenau zeigt, wie wunderbar die Dinge des Alltags sind.

Narretanien ist der Ort im Märchen von Sepp Egerer, an dem es die verrücktesten Sachen auf der ganzen Welt gibt.

Die Herzogin (Kerstin Egerer) langweilt sich so sehr, dass sie ihren Hofnarren Hieronymus (Sepp Egerer) losschickt. Er soll etwas ganz Unglaubliches suchen. Die Kinder begleiten den lustigen Hieronymus auf seinem Weg. Sie folgen ihm durch den Saal und singen mit ihm das Narretanien-Lied. Glücklicherweise trifft er interessante Menschen, alle mit Hingabe dargestellt von Kerstin Egerer, die ganz unglaubliche Dinge machen. Da ist der Bäcker, durch dessen Brezel das Licht der Sonne dreimal durchscheint, oder die Kuh Resi, die grünes Gras frisst und weiße Milch „pieselt“, aus der man sogar Käse machen kann. Narretanien kennen sie alle nicht, aber sie weisen dem netten Hofnarren den Weg: „Immer geradeaus und dann links“, sagen sie einfach  mal so. Und Narretanien, so stellt sich heraus,  ist ja eigentlich überall da, wo wir das Staunenswerte in den scheinbar selbstverständlichen Dingen des Alltags erkennen.

Die vom Neuburger Schauspieler Sepp Egerer erfundene und mit seiner Partnerin Kerstin herrlich inszenierte Geschichte, zieht Kinder und Erwachsene knapp eine Stunde lang in ihren Bann. Wunderbar, wie die beiden Schauspieler gekonnt mit Mimik und Habitus liebevoll die verschiedenen Charaktere auf die Bühne zaubern. Ein besonderer Hingucker sind die von der Neuburger Künstlerin Ute Patel-Missfeldt gestalteten Bühnenbilder und die fantasievollen Kostüme.

Ein außergewöhnliches Theatererlebnis mit dem Wunsch auf Fortsetzung! Und die folgt im neuen Jahr, am Sonntag, 2. Februar um 15 Uhr im B+ Zentrum Blossenau. Dann präsentieren die beiden Schauspieler „Piccolinos Reise um die Welt“. (pm)