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Landtagswahl: Zur Sache ... Johannes Thum
Landtagskandidat der ÖDP, Johannes Thum (Bild: ÖDP Schwaben).

Landtagswahl: Zur Sache … Johannes Thum

Am 14. Oktober 2018 finden in Bayern wieder die Landtagswahlen statt. Auch Johannes Thum, Direktkandidat der ÖDP Schwaben, kandidiert für den Landtag und hat sich unseren Fragen gestellt. 

Guten Tag Herr Thum, auf der Homepage der ÖDP Bayern finden sich „die 13 wichtigsten Gründe“, warum man die ÖDP wählen sollte. Was ist der 14. Grund? 

Ein weiterer Grund: Abgeordnete dürfen keine Geldspenden annehmen – das sollte doch eigentlich selbstverständlich sein! In den „Verhaltensregeln für die Mitglieder des Bayerischen Landtags“ findet sich unter II.2 eine Regelung, die empören muss: Bayerische Landtagsabgeordnete dürfen Geldgeschenke in beliebiger Höhe, von wem auch immer, annehmen. Die ÖDP tritt deshalb grundsätzlich für folgendes Ziel ein: die geltenden Anti-Korruptionsregeln für Amtsträger (Beamte, Richter, andere Angehörige des öffentlichen Dienstes) müssen auf die Mandatsträger und die Parteien ausgeweitet werden! Was für Exekutive und Judikative gilt, muss erst recht auch für die Legislative gelten!

Auch heißt es auf der Homepage der ÖDP-Bayern: „Wie in vielen Ländern und in Reformschulen schon lange üblich, sollen auch in bayerischen Grundschulen zwei Erwachsene (Lehrkraft + Assistent) eine Schulklasse betreuen“. Wie könnte so ein Schulsystem aussehen?

Jedes Kind muss ein Anrecht auf bestmögliche Förderung bekommen. In den Ländern mit guten Schulerfolgen stehen den Lehrern und Schülern mehrere zusätzliche Helfer (Studierende, Förderlehrer, nebenamtliche Helfer,
freiwillige Aktivsenioren, etc.) an der Seite, um leistungsfähigen Schülern zusätzliche Anregungen zu vermitteln oder hilfsbedürftigen Schülern den Stoff nahezubringen. Deshalb treten wir für eine zweite pädagogische Kraft in jeder Grundschulklasse ein, als Einstieg in eine verbesserte individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler.

Eine Überraschung war, dass Ministerpräsident Markus Söder die Idee von einem „Nationalpark Donau-Auen“ verworfen hat. Können Sie diese Entscheidung nachvollziehen? 

Das Ergebnis einer repräsentativen Emnid-Umfrage zeigt: Die Mehrheit der Bevölkerung und auch der CSU-Wähler in Bayern möchte den Schutz von Wildnis und Natur und spricht sich für einen dritten Nationalpark in Bayern aus. Leider hat das bayerische Kabinett erst kürzlich beschlossen, einen dritten Nationalpark auf Eis zu legen. Für mich ist diese Entscheidung absolut nicht nachvollziehbar.

Was ist Ihr Wahlversprechen für den Landkreis?

Versprechen kann man nur das, was man auch tatsächlich halten kann! Notwendige und nicht unbedingte populäre Vorschläge (wie Volksbegehren z. B. für die Abschaffung des Bayerischen Senates) kommen oft von kleinen Parteien. Ich würde mich für ein demokratischeres Landtagswahlsystem in Bayern einsetzen: das vorbildhafte bayerische Wahlsystem bei Kommunalwahlen sollte auch für die Landtagswahlen eingeführt werden, damit jede Stimme gleich wirksam ist. Wir treten dafür ein, die 5 % Hürde abzuschaffen. Solange es eine Prozenthürde gibt, ist das Wahlrecht so zu ändern, dass über eine Ersatzstimme (Präferenzstimme) das Votum eines Wählers nicht
verlorengeht, wenn die von ihm zunächst gewählte Partei nicht ins Parlament einzieht.

Johannes Thum

Johannes Thum

60 Jahre alt

Nicht verheiratet, drei erwachsene Kinder

Diplom-Ingenieur

Wohnhaft in Donauwörth

Über Jenny Wagner

Volontärin. Recherchiert und schreibt für online und im blättle. Immer unterwegs, ob bei einer politischen Diskussion, einem Unfall oder im Eins-zu-eins Gespräch mit ihren Interviewpartnern. Zimmerpflanzenbeauftragte im Redaktionsbüro. Steht in ihrer Freizeit auf dem Tennisplatz.