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Kalenderproduktion bei Staudigl-Druck (Bild: DRA)

Matthias macht mit: Wie entsteht ein Kalender? Ein Besuch bei Staudigl-Druck in Donauwörth

Zum Jahreswechsel und zum Beginn des neuen Jahres habe ich mich einmal intensiv mit dem Thema Kalender auseinandergesetzt. Die meisten von uns haben den Kalender heutzutage im Handy, aber es gibt auch noch Menschen – so wie mich – die den Taschenkalender unbedingt brauchen, weil sie wichtige Termine lieber notieren. Auch Wandkalender mit tollen Motiven sind mehr als nur Terminverwalter, sie können richtige Hingucker an der Wand sein. Aber wie entsteht eigentlich ein Kalender? Dieser Frage bin ich für euch nachgegangen … bei der Firma Staudigl Druck in Donauwörth. 

Donauwörth – Wer im Landkreis könnte darüber besser Bescheid wissen als Staudigl-Druck in Donauwörth, denn die Firma ist in Deutschland Marktführer, wenn es um Kalender geht und gehört sogar weltweit zu den führenden Herstellern von Kalendern. Ich durfte Produktionsleiter Volker Kotter auf einem Rundgang durch das Werk begleiten.

„Die Produktion eines Kalenders beginnt zunächst beim Kunden, denn dieser entscheidet, wie der Kalender aussehen soll, welche Bilder gegebenenfalls verarbeitet werden, welches Format er haben soll, und so weiter. Die vom Kunden gelieferten Daten gehen bei uns zunächst in die Druckvorstufe. Dort werden die Daten aufgearbeitet und dann an die Druckmaschine weitergegeben. Unser Werk ist daher in zwei Produktionsbereiche gegliedert: In Werk I wird gedruckt und geschnitten, in Werk II erfolgt die Weiterverarbeitung. Das Papierlager schließt sich direkt an unser Druckwerk an, von dort werden die Papierbögen für den Druck angeliefert. Auf dem Vormarsch sind Kalender mit Spiralbindung, sogenannter WIRE-O-Bindung. Die Zeit der Abreißkalender ist nahezu vorbei“, so erklärt es mir der Produktionsleiter. Bei der Spiralbindung bleiben die Kalenderblätter erhalten und unbeschädigt, dies macht es am Ende des Jahres leichter, Daten in einen neuen Kalender zu übertragen oder den Kalender zu archivieren.

„Der Kalender wird nach Kundenwunsch zusammengestellt. Größtenteils sind die Kalender mit einem Deckblatt und einer Rückwandpappe gebunden. Bei der Spiralbindung kommt meist noch ein Folienblatt zum Schutz vor das Titelblatt“, erklärt mir Volker Kotter. Bei meinem Besuch wird gerade der Hauskalender der Druckerei Staudigl hergestellt. Die Kalenderblätter sind bereits gedruckt. Jetzt werden auf der Maschine die einzelnen Seiten in der richtigen Reihenfolge gesammelt, dann werden sie gestanzt und anschließend wird die Bindung eingebracht. Nach einer Endkontrolle ist der Kalender fertig. Auf diesem Weg entstehen jährlich in Donauwörth über 15 Millionen Kalender. „Die neuen Kalender werden bereits ab Januar produziert. Wer einen Kalender möchte, kann diese aber auch Ende November noch bestellen. In der Regel sind aber drei Monate Vorlaufzeit zu empfehlen,“ so Produktionsleiter Volker Kotter, und er führt weiter aus: „Die kleinsten Auflagen umfassen etwa rund 100 Exemplare, theoretisch könnten wir mit unserer Maschine auch einen einzigen Kalender fertigen. Aufgrund der hohen Rüstkosten der Maschine ist dies nur relativ unwirtschaftlich. Seit Kurzem verfügen wir allerdings über eine der modernsten Maschinen, die es aktuell für die Kalenderweiterverarbeitung gibt. Diese ist in rund 15 Minuten umgebaut, während wir für die älteren Maschinen rund eine Stunde Rüstzeit rechnen müssen. Die Maschine wurde vom Hersteller in enger Zusammenarbeit mit uns entwickelt und sie eignet sich nicht nur für Kalender, sondern auch für die Weiterverarbeitung anderer Druckprodukte wie zum Beispiel Notizbücher“, so Volker Kotter. Beliefert werden neben allen großen deutschen Verlagshäusern auch zahlreiche Internetdruckereien, die ihre Bestellungen bei Staudigl abwickeln lassen. Der Hauskalender der Druckerei Staudigl mit seinen tollen Natur- und Tiermotiven gefällt mir so gut, dass ich gleich ein Exemplar für unsere Redaktion mitnehme.

Schon gewusst?

Schon gewusst?

Das Wort Kalender entstammt dem lateinischen Substantiv „calendarium“, was so viel wie Schuldbuch heißt. In der Antike benutzten Kaufleute sie, um fällige Zinsforderungen zu notieren. Die Regeln zur Aufstellung von Kalendern ergeben sich aus astronomischen Gegebenheiten wie den Mondphasen, dem Sonnenjahr und den entsprechenden Berechnungen. Die vorwissenschaftliche Kunst, Kalender zu erstellen, wird Hemerologie genannt.

 

Über Matthias Stark

Geschäftsführer und Gründer. Immer direkt vor Ort wenn etwas passiert, auch in der Nacht. Verantwortlich für den Anzeigenvertrieb. Bespricht dienstliches gerne bei einem Arbeitsessen. Katzenliebhaber. Hat ein Faible für antike Holzmöbel. Bringt seine Tochter auch mal ins Büro mit.