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Home / Region Donauwörth / Möbel aus dem Sozialkaufhaus – Die Möbelfundgrube der Caritas
Das Team der Möbelfundgrube sorgt dafür, dass alles reibungslos funktioniert. (Bild: Diana Hahn)
Das Team der Möbelfundgrube sorgt dafür, dass alles reibungslos funktioniert. (Bild: Diana Hahn)

Möbel aus dem Sozialkaufhaus – Die Möbelfundgrube der Caritas

Wer glaubt, dass es in der Möbelfundgrube der Caritas in Donauwörth Möbel zu kaufen gibt, die reif für den Sperrmüll sind, der irrt sich gewaltig: Nur wirklich gut erhaltene Möbel findet man dort. Dass der Zustand den Ansprüchen der Möbelfundgrube genügt, davon überzeugt sich im Vorfeld das Team von Branko Schäpers.

Donauwörth – In ihrer jetzigen Form existiert die Möbelfundgrube seit 2008. „Angefangen haben wir in einem anderen deutlich rustikaleren Gebäude im Stadtgebiet“, erzählt Branko Schäpers, der seit vier Jahren die Möbelfundgrube koordiniert und seit einem Jahr als Geschäftsführer der Caritas tätig ist.

Mittlerweile befindet sich die Möbelfundgrube in einer alten Fabrikhalle in der Kreuthstraße. Vorher wurden dort Pinsel hergestellt. „Grundsätzlich sind wir ein Sozialkaufhaus. Alles was bei uns verkauft wird, sind unentgeltliche Sachspenden aus der Bevölkerung“, so Schäpers. Die Möbelfundgrube bedient sämtliche Schichten der Bevölkerung und dient der Armutsprävention in der Stadt Donauwörth und im Landkreis Donau-Ries. „In der Möbelfundgrube beschäftigen wir geförderte Mitarbeiter, Zuverdienster, SGB-II-Mitarbeiter und auch Ehrenamtliche. Insgesamt besteht das Team der Möbelfundgrube aus 12 Mitarbeitern. Vier hauptamtliche und acht ehrenamtliche Mitarbeiter werden aber immer benötigt und sind deshalb gerne gesehen“, sagt Schäpers.

Auch ein Zuverdienstprojekt bietet die Möbelfundgrube: Menschen mit psychischen Erkrankungen bekommen hier die Möglichkeit, stundenweise zu arbeiten. „Anfang des vergangenen Jahres hatten wir eine Teilnehmerin, die durch die Arbeit bei uns wieder an ihren ursprünglichen Arbeitsplatz zurückkonnte. Das ist natürlich ein schöner Erfolg“, freut sich Branko Schäpers.

Auch das ein oder andere Schätzchen, findet man immer mal wieder in der Möbelfundgrube. (Bild: Diana Hahn)
Auch das ein oder andere Schätzchen, findet man immer mal wieder in der Möbelfundgrube. 

Für Nachschub ist gesorgt

Neben Möbeln und Elektrogeräten, gibt es in den Räumlichkeiten auch Lampen, Spielsachen, Bücher, Schallplatten und Geschirr zu erwerben. Alles zu Preisen, die es sämtlichen Schichten der Bevölkerung erlaubt, dort einzukaufen. Außerdem dient der Laden der Armutsprävention in der Stadt Donauwörth und ist zudem auch für Flüchtlinge zu einer Anlaufstelle geworden. „Auch wenn die Möbelfundgrube eigentlich ein Sozialkaufhaus ist, kaufen auch viele bei uns ein, die es sich eigentlich erlauben könnten, neue Sachen zu kaufen. Aber wir fragen keinen, wie viel er verdient. Zu uns darf jeder kommen“, erzählt Schäpers. Woran das liegt, weiß er auch: „Wir haben manchmal schon besondere Dinge in unserem Sortiment. Viele unserer Stammkunden schauen dann auch einfach immer wieder vorbei, bis etwas für sie dabei ist und manche verbringen einfach den Nachmittag bei uns.“ Wer Glück hat, findet unter den Einrichtungsgegenständen der Möbelfundgrube dann auch schon mal ein neues Büro oder einen neuwertigen Backofen. Das ist allerdings eher die Ausnahme als die Regel. Aber dennoch findet sich oft das ein oder andere Schätzchen unter den Möbeln, bei dem sich auch die Mitarbeiter oft fragen, warum der Vorbesitzer das weggibt. Für Nachschub ist in der Möbelfundgrube gesorgt. „Im Moment kommen wir kaum hinterher. Die Wartezeit bis man einen Termin zur Abholung von abzugebenden Möbeln bei uns bekommt, beträgt derzeit bis zu 3 Wochen“, so Schäpers. Das habe allerdings auch mit der Jahreszeit zu tun. „Im Frühjahr sieht das dann wieder anders aus“, fügt Branko Schäpers hinzu.

Hausräumungen und Wohnungsauflösungen

Wer etwas besitzt, das er gerne der Möbelfundgrube spenden möchte, kann sich einfach bei den Mitarbeitern der Caritas melden. Diese vereinbaren dann einen Termin, schauen sich vor Ort die Spenden an und entscheiden dann, was genommen werden kann. „Wir nehmen lediglich Dinge, die in einwandfreiem Zustand sind und direkt in den Verkauf gehen, oder mittels kleinem Aufwand wieder hergerichtet werden können“, erklärt Branko Schäpers das Vorgehen. „Wenn wir alles nehmen würden, müssten wir uns am Ende um die Entsorgung kümmern und das ist dann natürlich mit Kosten für uns verbunden“, fügt Schäpers hinzu. Für die Spender ist das Ganze natürlich kostenlos. Auch Hausräumungen oder Wohnungsauflösungen werden auf Wunsch vom Team der Möbelfundgrube übernommen. „Wenn jemand verstorben ist und Angehörigen nicht selbst ausräumen möchten, können sie uns beauftragen. Das ist allerdings mit Kosten für den Auftraggeber verbunden, da wir die Sachen ja auch entsorgen müssen“, sagt Schäpers und fügt hinzu: „Was das kostet, ist von Fall zu Fall verschieden. Deshalb kommen wir vorbei, schauen uns die Räumlichkeiten an und machen einen unverbindlichen Kostenvoranschlag. Erst dann entscheidet sich der Kunde, ob er uns den Auftrag erteilt.“ Geht es um die Entsorgung, arbeitet die Caritas mit bewährten Partnern zusammen: „Weil wir sehr großen Wert darauflegen, dass die Sachen auf seriösem Weg entsorgt werden, übernimmt die Entsorgung für uns der Abfallwirtschaftsverband und die Loacker Recycling GmbH.“

Nicht nur Möbel, sondern auch Spielzeug findet man in der Möbelfundgrube.

Wer sich das Angebot in der Möbelfundgrube anschauen möchte, hat jeden Donnerstag von 14 bis 18 Uhr die Möglichkeit dazu. Und das wollen viele. „Im Laufe des Nachmittags kommen ungefähr 50-80 Personen vorbei und schauen sich das Sortiment an“, berichtet Schäpers. Die Preise für die Einrichtungsgegenstände legen Branko Schäpers und sein Team fest: „Wenn wir den Preis bestimmen, kommt es auf den Zustand, die Größe und die Qualität des Möbelstücks an. Außerdem sind das mittlerweile schon Erfahrungswerte“, erklärt Branko Schäpers das Vorgehen.

Der Erlös aus dem Verkauf dient in erster Linie dazu, dass sich das Projekt selbst trägt. Einen Löwenanteil verschlingen dabei die Personalkosten für die hauptamtlichen Mitarbeiter und natürlich die Miete. Wenn es einen Überschuss gibt, dann fließt dieser der Caritas zu und ist dann ein Mittel um die Sozialarbeit mitzufinanzieren.

Weiter Informationen zur Möbelfundgrube sowie Termine erhaltet ihr per Mail: moebelfundgrube@caritas-donau-ries.de oder unter der Telefonnummer 0906/70920718

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