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Der Musikverein 1871 Fremdingen e.V. hat derzeit 359 Mitglieder. (Bild: Musikverein 1871 Fremdingen e.V.)

Musikverein 1871 Fremdingen e.V.: Mehr als ein Verein

Am kommenden Wochenende ist es soweit, dann findet in Fremdingen das BLASIUS-Festival statt. Veranstaltet wird das Festival vom Musikverein 1871 Fremdingen e.V.. Wenn die Fremdinger Musikanten nicht gerade all ihre Zeit und Energie in die Organisation einen solch tollen Events stecken, kümmern sie sich um ihren Musikverein.

Fremdingen – 359 Mitglieder, davon 197 Aktive. 146 Jahre Vereinsgeschichte, drei verschiedene Kapellen, eine Musikschule – das ist der Musikverein 1871 Fremdingen e.V. in blanken Zahlen. Was den Verein aber eigentlich ausmacht, ist die Arbeit und das Herzblut, das die Verantwortlichen jeden tag aufs Neue in den Verein stecken.

(Bild: Musikverein 1871 Fremdingen e. V.)

Die Grundlage für ihren lebendigen und erfolgreichen Musikverein sehen der 1. Vorsitzende Jürgen Kreutner, Joachim Braun, der Dirigent der Stammkapelle, und Jugendleiter Benjamin Seefried darin, dass sich der Verein die aktive Jugendarbeit ganz oben auf seine Agenda gesetzt hat. Deshalb bildet der Verein seinen Nachwuchs in einer eigenen Musikschule aus. Als Lehrer fungieren dort die erwachsenen Musikanten aus dem Verein. Beeindruckend ist vor allem die Zahl der Kinder, die derzeit in der Musikschule unterrichtet werden: „Genau 100 Kinder nehmen zur Zeit am Musikunterricht in unserer Musikschule teil. Die Musikschüler werden so an das Musizieren in der Gruppe herangeführt“, erzählt Dirigent Joachim Braun. Bisher habe man durchweg positive Erfahrungen damit gesammelt, dass der Nachwuchs durch Musikanten aus den eigenen Reihen ausgebildet werde, so der 1. Vorsitzende Jürgen Kreutner. Als Einzugsgebiet stehen dem Verein nicht nur der Kernort zur Verfügung, sondern auch die angrenzenden Ortsteile. „Gerade dadurch sind auch viele ortsübergreifende Freundschaften entstanden, die es ohne den Musikverein sonst bestimmt nie gegeben hätte“, ist sich Joachim Braun sicher

Kooperation für das Vorstufenorchester

Nach zwei bis drei Jahren des Einzelunterrichts wechseln die jungen Musikanten dann in das Vorstufenorchester. Allerdings geht es auch dem Fremdinger Musikverein nicht anders als allen anderen Vereinen, auch sie konkurrieren mit dem demografischen Wandel der Gesellschaft zu kämpfen. Um dennoch ein einwandfrei funktionierendes Vorstufenorchester stellen zu können, hat man ich im Januar 2015 dafür entschieden, eine Kooperation mit dem Musikverein Maihingen einzugehen. Zwei Dirigenten unterrichten die Schüler im monatlichen Wechsel in Fremdingen und Maihingen. „Im Landkreis sind wir bisher eine der wenigen Kapelle, die das so machen. Es ist also eigentlich ein Pilotprojekt, wenn man so will“, sagt Jugendleiter Benjamin Seefried. Nach dem Vorstufenorchester geht es für die jungen Musikanten in der Jugendkapelle weiter. Dieser Übergang findet mit ungefähr 13 Jahren statt. Die Jugendkapelle gibt es beim Musikverein in Fremdingen bereits seit 1981. „Seitdem wächst und gedeiht die Jugendkapelle.“ sagt Jürgen Kreutner. Insgesamt 48 Jugendmusikanten zählt die Jugendkapelle. Auch einen eigenen Jugendvorstand hat die Jugendkapelle, die ihre Belange größtenteils selbst koordiniert. „Es ist einfach toll, wenn man junge Leute in den eigenen Reihen hat, die man begeistern kann und die bereit sind Verantwortung zu übernehmen“, fügt Benjamin Seefried hinzu.

Neben dem gemeinsamen Musizieren unternehmen die Mitglieder der Jugendkapelle auch abseits der Musikproben viel miteinander. Highlights im Jahresverlauf sind sowohl beim Vororchester als auch bei der Jugendkapelle das in regelmäßigen Abständen stattfindende Probenwochenende bzw. die Probewoche.

(Bild: Musikverein 1871 Fremdingen e. V.)

Das pulsierende Herz des Vereins

Die Stammkapelle des Musikverein Fremdingen ist schließlich das Ziel aller Musikanten, die im Verein ausgebildet werden. Derzeit zählt sie 70 Musikantinnen und Musikanten und bildet das pulsierende Her des Musikvereins.

Dirigent Joachim Braun präsentiert sich mit seinen Musikanten als modernes Blasorchester. Das Repertoire reicht dabei von traditioneller Blasmusik bis hin zu klassischen und zeitgenössischen Konzertwerken.

„Gerade in der Stammkapelle haben viele Altersgruppen und dementsprechend auch die verschiedensten Geschmäcker und Strömungen. Mit unserer Bandbreite versuchen wir sowohl für Zuhörer als auch für die Musikanten Abwechslung zu bieten“, erklärt Braun. Zudem habe man sich zur Aufgabe gemacht, das etwas angestaubte Image der Blasmusik loszuwerden und zu zeigen, wie vielseitig Blasmusik sein kann, so Joachim Braun weiter. „Mit unserer Musik wirken wir in die Gemeinde hinein. So veranstalten wir zum Beispiel seit 2014 den Musikpavillon im Pfarrgarten oder beteiligen uns am Ferienprogramm der Gemeinde. Wir haben also eigentlich einen Kulturauftrag“, ist sich der Dirigent sicher. „Die Gemeinde weiß auch, dass wir einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben leisten, deshalb fördern sie uns und dafür sind wir dankbar“, so Jürgen Kreutner.

Den starken Zusammenhalt innerhalb des Vereins verdanke man nicht zuletzt vielen gemeinsamen und besonderen Erlebnissen: „Wir machen nicht nur miteinander Musik, sondern es gibt auch viele coole Erlebnisse, die uns noch stärker zusammenschweißen“, sagt Benjamin Seefried. So waren die Musikanten schon miteinander auf der Grünen Woche in Berlin  unterwegs und hatten sogar schon die Möglichkeit, Papst Franziskus und emeritierten Papst Benedikt in Rom zu treffen. „Durch das Motto ,Frechheit siegt‘ sind wir an die Audienz gekommen. Wir dachten uns dann, da das so gut geklappt hat, könnten wir auch gleich noch versuchen, dem Bundespräsidenten ein Ständchen zu spielen“, erzählt Joachim Braun schmunzelnd. „Leider hatte dieser bereits wichtigere Termine, aber wir haben gesehen, dass die bürokratischen Hürden in Deutschland und Italien sehr ähnlich sind“ fügt Joachim Braun hinzu.

(Bild: Musikverein 1871 Fremdingen e.V.)

Das nächste besondere Erlebnis soll nun das BLASIUS-Festival werden, das der Musikverein Fremdingen ins Leben gerufen hat und in diesem Jahr zum ersten Mal organisiert. „Wir wollen für die Gemeinde etwas Besonderes auf die Beine stellen. Wir sind stolz darauf, dass wir dass zusammen stemmen können. Das schafft nicht jeder“, sind sich Dirigent, Jugendleiter und 1. Vorsitzender einig. Genau diese besonderen Momente sind es, die die Musikanten noch enger zusammenschweißen und das Wir-Gefühl stärken. Das nächste Wunschreiseziel hat Joachim Braun auch schon auf den Zettel: „Jerusalem wäre toll!“

Weitere Informationen gibt es unter www.musikverein-fremdingen.de

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