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Home / Politik / Aus dem Kreistag / Rößle: „Wenn wir so weiter machen, schaffen wir die Energiewende nicht“
Symbolbild (Bild: Pixabay)

Rößle: „Wenn wir so weiter machen, schaffen wir die Energiewende nicht“

Der Landkreis steht gut da, wenn es um die Stromgewinnung aus erneuerbaren Energiequellen geht. Die vier Windräder, die sich im Kreis drehen, sind dem Landrat aber deutlich zu wenig. Aufgrund der aktuellen Gesetzeslage gibt es aber nur zwei Gebiete im Landkreis, wo weitere Windkraftanlagen möglich sind. 

Donau-Ries – Es ist ein hohes Ziel, was im Kreistag vor einigen Jahren gesteckt wurde: Bis 2030 soll der Anteil an erneuerbaren Energie, bezogen auf Strom und Wärme, im Landkreis 60 Prozent betragen. Auf dem Weg zum Leitziel werden nun jährlich die Stromdaten im Landkreis erhoben, die Wärmedaten im fünfjährigem Turnus.

Auf den ersten Blick, geben die Ergebnisse von 2016 Grund zur Freude: Schon heute werden 86 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Im bayern- und deutschlandweiten Vergleich liegt der Landkreis deutlich vorne. Wurden vor 10 Jahren noch 459 GWh  aus Erneuerbarer Energie erzeugt, sind es heute 841 GWh. Der Großteil davon wird aus Biomasse (362 GWh) gewonnen, Wasserkraft (237 GWh) und Solarkraft (234 GWh) folgen. 2016 wurden erstmals 8 GWh aus Windenergie erzeugt. Zu verdanken ist dies den drei neuen Windrädern in Riedheim bei Holzheim, freut sich Nico Reinhold, von der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft, welche mit der Stomdatenerhebung beauftragt ist.

„Es freuen sich aber nicht alle“, warf Landrat Stefan Rößle ein, als im Umweltausschuss des Kreistags die neuen Zahlen vorgestellt wurden. Noch vor ihrem Bau hatten es die drei Windräder im Holzheimer Ortsteil schwer. Erst war es der Rotmilan, dann die 10-H-Regelung und schließlich eine Klage der Gemeinde Holzheim, die die Windkraftanlage verhindern wollten. Schon kurz nach Inbetriebnahme gingen bei der Gemeinde und im Landratsamt erste Beschwerden über Lärm ein. Das war vor über einem Jahr – die Wogen sind noch nicht geglättet.

200 Windräder könnten den Strombedarf decken

„Wir wollen die Wende, aber keine Veränderung bei uns vor Ort“, beschreibt Rößle, die Stimmung vor Ort. „Wenn wir so weiter machen, schaffen wir die Energiewende aber nicht“, befürchtet der Kreischef. Das Leitziel wäre noch zu schaffen, aber man müsse mutiger werden und auch „gewisse Eingriffe hinnehmen“.

„Mit 200 Windrädern könnte man den Strombedarf im Landkreis decken“, rechnet Rößle beispielhaft vor. Die Zahl ist natürlich utopisch, momentan sind nur vier Windräder im Kreis in Betrieb. 20 Windräder, hätte man sich aber schon vorstellen können, so der Landrat.

Im Bereich ist Windkraft ist jetzt allerdings so gut wie Schluss.  Die Abstandsregelung „10-H“ und Richtlinien des Artenschutzes, machen kaum weitere Windräder in der Region möglich. Höchstens in Bergstetten oder in Monheim gibt es noch Platz für ein oder zwei Windräder.

Ausschuss beschließt Maßnahmen und Mittel

Weil es vor allem noch Potential bei der Energieeinsparung gibt, hat der Ausschuss für Umwelt und Energiefragen jetzt erneut Maßnahmen befürwortet, mit denen im Landkreis noch mehr Energie eingespart werden soll. Erfolgreiche Projekte wie die Energie-Allianz, das Energie-Forum und die Energie-Beratung sollen weitergeführt werden. Auch sollen „Best-practice“ Beispiele aus Kommunen im Landkreis vorgestellt werden, um zu zeigen was in Sachen Energieeffizienz und -einsparung „möglich ist“. Mittel in Höhe von 36.500 Euro sollen für diese und andere Maßnahme nun im Haushalt 2018 bereitgestellt werden.

 

Über Mara Kutzner

Redakteurin für online und blättle. Regionalpolitischen Kontroversen und sozialkritischen Themen geht sie mit Nachdruck auf den Grund. Stellt gerne kritische Fragen. Geht im Landkreis fürs blättle auf die Suche nach tollen Lifestyle Produkten. Ist auch privat sozial engagiert.