29. November 2018, 09:47

Mittwochsausflug ins Saarland für die Katz

Symbolbild Bild: Pixabay
Die zwangsweise Verlegung des Spiels vom dritten Spieltag der XCYDE Angels gegen die Saarlouis Royals von einem regulären Samstag-Termin auf einen Mittwoch Abend verhieß schon nichts Gutes. Leider bewahrheitete sich diese Vorahnung auf das Schlimmste, denn die Rieserinnen hatten der Energie und Aggressivität der Royals nichts entgegen zu setzen und verloren deshalb mit 74:54 auch in dieser Höhe zurecht.

Saarlouis/Nördlingen - Nach nervtötender, staureicher Anfahrt wurden die Angels gleich zu Beginn der Partie quasi überrumpelt und lagen nach wenigen Minuten mit 1:12 hinten. Es kostete die Gäste auch einige Zeit sich auf die Linie der Schiedsrichter einzustellen. Gegen Braunschweig hatte es vor drei Tagen in einem gar nicht einmal hart geführten Spiel 50 Foulpfiffe gegeben. In Saarlouis wurde nur das Allernötigste gepfiffen, was die Royals einfach viel besser ausnutzten als die verblüfften Gäste. Ruckzuck waren kaum unterbrochene zehn Minuten vorbei und man sah sich mit 24:13 im Hintertreffen.

Obwohl sich Timbilla und Co im zweiten Durchgang stabilisierten, zog Saarlouis ein tolles Tempospiel auf, forcierte jeden Ball mit Energie nach vorne und traf auch noch exzellent von außen. Während sich die Nördlinger Defense stark auf Royals-Topscorer Hearns konzentrierte nutzten Rodriguez, Pohlmann und Kolleginnen ihre freien Würfe zu einer hochprozentigen Trefferquote. 6 von 11 Dreier versenkten die Gelben im Nördlinger Korb schon in der ersten Halbzeit. Dem stand ein einziger Angels-Dreier bei ebenfalls 11 Versuchen einsam gegenüber. Ganz bitter für die Gäste, dass die vor Wochen abgestellte Freiwurfschwäche wieder Einzug hielt und sich wie ein ansteckendes Virus verbreitete. Mit dem 42:28-Halbzeitstand war die Bär-Truppe angesichts der hektischen ersten Hälfte sogar noch gut bedient und nicht völlig hoffnungslos.

Im dritten Abschnitt verflachte das Match aber zusehends ohne dass sich an der Saarlouiser Führung Wesentliches änderte. Beide Teams überboten sich jetzt im Auslassen guter Möglichkeiten. Zum Leidwesen der Gäste gelang es nicht, daraus Kapital zu schlagen und den Rückstand zu verkürzen.

Die letzten zehn Minuten waren davon geprägt, dass der spätere Sieger der Partie mehr oder weniger feststand. Immerhin gaben sich die Mädels um die beiden Geiselöder-Schwestern nicht auf, mussten aber die Überlegenheit der Royals an diesem Abend anerkennen.

Kein Spiel wie jedes andere war das Match in Saarlouis für Magaly Meynadier. Nach zwei Jahren im Trikot der Royals läuft die Luxemburgerin diese Saison für die Angels auf, gleichsam von der Königlichen zum Engel und die sympathische Linkshänderin hat noch jede Menge Fans im Saarland, die gewissermaßen ein wenig hin und her gerissen waren. Zu allem Übel verletzte sich Meynadier im vierten Viertel und konnte nicht mehr eingesetzt werden.

Bis zum nächsten Spiel, am kommenden Samstag in Bad Aibling, bleibt nicht lang Zeit, die man so gut es geht nutzen muss, um Blessuren zu heilen und sich mental wieder aufzurechten. Dennoch wird Coach Bär alles daran setzen, seine Mädels bestmöglich darauf vorzubereiten in einer Mischung aus Rehabilitation und Psychologie.

Luisa Geiselsöder (10), Aleksandra Racic (4),  Laura Geiselsöder (4), Rashida Timbilla (12, 12 Rebounds), Anni Mäkitalo (2) , Sami Hill (13), Heta Äijänen (6) und Magaly Meynadier (3). (pm)