3. Mai 2018, 11:31

Schritt für Schritt zur Umsetzung: Schneidt’scher Garten – Ordnung schaffen

Im Zuge der Neugestaltung wurde vom Verschönerungsverein Nördlingen e.V. in Abstimmung mit Herrn Paul Buß und Oberbürgermeister Hermann Faul beantragt, dass eine Eiche im Garten als Naturdenkmal ausgewiesen wird . Bild: Heidi Källner
Der Schneidt‘sche Garten ist 2.500 qm groß und liegt zwischen dem Deininger Tor und dem Reimlinger Tor innerhalb der Stadtmauer. Der ehemalige Privatgarten von Karl Schneidt, mit seinem alten Baumbestand wird nicht sofort als öffentlicher Garten wahrgenommen. Damit dieses Fleckchen erhalten bleibt, bedarf es von Zeit zu Zeit Instandhaltungsmaßnahmen und Veränderungen. Durch ein Förderprojekt der Stadt Nördlingen bietet sich jetzt die Gelegenheit für Veränderungen. In Zusammenarbeit mit dem Verschönerungsverein Nördlingen e.V. soll das Projekt „Schneidt’scher Garten – Ordnung schaffen“ dieses Jahr in Angriff genommen werden.
Nördlingen - Das Vorhaben wurde mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt, ebenso liegt eine Stellungnahme hinsichtlich der denkmalpflegerischen Belange vor und die Umsetzung wird von Paul Buß begleitet. „Mit ihm haben wir einen Fachmann vom Landratsamt in Sachen Gartenkultur- und Landespflege an der Seite. Mit Tipps, Informationen und seiner planerischen Tätigkeit ist er eine enorme Hilfe“ so Susanne Vierkorn, 1. Vorsitzende des Verschönerungsvereins. Dass die Arbeiten nach seinen Plänen ausgeführt werden, dafür hatte sich der Stadtrat bereits einstimmig im Oktober 2017 im Bau- und Verwaltungsausschuss ausgesprochen.  „Alle Maßnahmen und die Neuanpflanzung werden in enger Abstimmung mit Herrn Buß erfolgen. Alle Anforderungen zum Erhalt des Baumbestandes wie z.B. den Schutz der Wurzeln bei den Arbeiten im Garten, werden eingehalten und sind Teil des Förderantrages und der Ausschreibung“ so Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel.
Vorrangig betrifft es die Wege, die teilweise durch Baumwurzeln in Mitleidenschaft gezogen wurden und den Zaun. Aber auch bei den Bäumen und Pflanzen sind aus Sicht von Herrn Buß Maßnahmen notwendig. So musste u.a. die Douglasie weichen, ein Baum, der für das Ökosystem verhältnismäßig wenig bringt, da es sich um kein heimisches Gehölz handelt. „Natürlich werden die Bäume wieder ersetzt und zwar mit Faktor 10, d.h. die Habenseite wird durch die Neuanpflanzung um ein Vielfaches aufgewertet“ so Paul Buß.  Es erfolgt eine Neuanpflanzung mit ca. 70 Gehölzen und mehreren pflegeleichten Staudenbeeten. Neben Waldhasel, Hain- und Rotbuchen, Kornelkirsche und der heimischen Eibe findet man u.a. auch Staudenmischungen wie „Schattenjuwelen“ und „Silbersommer“ auf der umfangreichen Pflanzliste.
Die Neugestaltung der Wege und des Zauns erfolgt über die Stadt Nördlingen und wurde vom Bauamt bereits öffentlich ausgeschrieben. Für die Wege und dem zusätzlichen Sitzplatz mit drei Bänken wurde „STABILIZER“ als Belag angegeben. Das natürliche, pflanzliche Bindemittel STABILIZER wird seit etwa 1990 im Wegebau eingesetzt. Mit Stabilizer werden hochwertige und hochfunktionale Beläge in der wassergebundenen Bauweise hergestellt, die bei hoher Festigkeit und Haltbarkeit gleichzeitig eine gute Wasserdurchlässigkeit und Staubbindung aufweisen. Somit können Stabilizerflächen tatsächlich als entsiegelte Oberflächen verwendet werden. Die Maßnahmen sollen spätestens im Oktober 2018 fertiggestellt sein. So könnte im Oktober/November gepflanzt werden.
Der Verschönerungsverein Nördlingen ist für die Pflanzen, die Bänke und die Pergola zuständig. Eine Pergola aus Stahl und Holz aus der Werkstatt von Heiner Weigl, Metall-Design Weigl aus Reimlingen gehört als Hingucker ebenso zur Neugestaltung wie eine Vogeltränke für unsere gefiederten Freunde. Gemeinsam mit Sponsoren und Paten soll dies finanziell gestemmt werden.
Dank einem tollen und interessanten Projektes, mit dem Ziel die Grünfläche als öffentlichen Garten für alle Bürger und Besucher zu erhalten, haben wir bereits starke Sponsoren an der Seite.
Sponsoren und Partner:  
Die Stiftung der Sparkasse Nördlingen, die Bürgerstiftung Lebendiges Bayerisches Ries und der Stadtmarketingverein „Nördlingen ist’s wert“ standen von Anfang an hinter dem Projekt. Mit Bernhard Friedrich, WISA GmbH und Familie Schenavsky (EGM CENTER Nördlingen) konnten zwei weitere Sponsoren gewonnen werden. Erster „Bankpate“ war mit einer spontanen Zusage bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Stadtmarketingvereins Michael Erhard, Firmengruppe Erhard und für die Vogeltränke wurde eine private Spende von Birka und Klaus Roder überwiesen. Zusätzlich wird der Rotary Club Nördlingen im Präsidentenjahr von Joachim Sigg (2018/2019) das Projekt unterstützen.
Als Partner für den grünen Teil der Arbeiten haben wir mit 1-A Garten Ensslin und Garten- und Hausmeisterservice Steffen Schmalzried zwei Nördlinger Betriebe als Partner. Die Pflanzen werden vom Fachhändler geliefert und mit ehrenamtlicher Arbeitskraft und Energie gemeinsam im Herbst gepflanzt.
Die Aufenthaltsqualität einer Stadt ist ein wichtiger Punkt für einen Handelsstandort. Wohlfühlen, leben und einkaufen kann in einem Atemzug genannt werden. Deshalb engagiert sich auch der Stadtmarketingverein „Nördlingen ist’s wert“ für Projekte wie zum Beispiel die Spielgeräte in der Altstadt, einem Stadtmodell oder jetzt dem Schneidt’schen Garten.
Das Motto des Projektes lautet „Schneidt’scher Garten – Eine Oase der Ruhe – Ordnung schaffen“. Es soll weder am Charakter, noch am Gesicht des Gartens etwas geändert werden. Dieser öffentliche Garten trägt zur Aufenthaltsqualität in der Altstadt bei, ein ruhiges, barrierefreies Plätzchen für Bürger, Touristen und Besucher. Kinderlachen darf dabei die Ruhe ruhig unterbrechen. Ein WIR für ein ICH!  Es wäre wünschenswert, dass wir uns am Ende des Jahres gemeinsam über unseren Schneidt’schen Garten freuen können. (pm)