1. Juli 2017, 14:10

Eine "Heldin" geht in den Ruhestand

Unser Bild zeigt (von links nach rechts): Bürgermeister Jörg Fischer, Franz Pabst (Landesvorsitzender Weißer Ring Bayern-Süd), Landrat Stefan Rößle, Ingrid Riedelsheimer, Anja Pförtsch, Marie Klebau (Leitende Regierungsdirektorin im Zentrum Bayern Familie und Soziales der Region Schwaben) und Polizeihauptkommissar Thomas Scheuerer. Bild: Diana Hahn
Der Weiße Ring tritt immer dann au den Plan, wenn Menschen Opfer von Kriminalität und Gewalt geworden sind. Nicht nur die Opfer selbst, sondern auch deren Familien werden vom Weißen Ring betreut. Seit über 30 Jahren engagiert sich Ingrid Riedelsheimer ehrenamtlich bei dem gemeinnützigen Verein. 2001 übernahm sie die Leitung der Außenstelle in Donauwörth. Nun wurde sie mit einem Festakt im Donauwörther Landratsamt in den Ruhestand verabschiedet. Zu ihrer Verabschiedung erschienen zahlreiche Gäste, darunter auch Landrat Stefan Rößle, der Bürgermeister der Stadt Donauwörth Jörg Fischer, Altoberbürgermeister Dr. Alfred Böswald und auch Thomas Scheuerer, erster Polizeihauptkomissar bei der Polizeiinspektion in Donauwörth. 
Donauwörth - Als"Akt der Nächstenliebe" bezeichnete Landrat Stefan Rößle in seinem Grußwort die Arbeit, die Ingrid Riedelsheimer in den letzten 30 Jahren geleitet hat und fügte hinzu: "Die Arbeit die sie für den Weißen Ring geleistet haben, war sehr anspruchsvoll und erforderte sehr viel Zeit, Kraft und mentale Stärke." Bürgermeister Jörg Fischer attestierte Riedelsheimer "viel Wärme und ein großes empatisches Empfinden". Erster Polizeihauptkommissar Thomas Scheuerer lobte „gute Zusammenarbeit“ und betonte  "wie wichtig die tatkräftige Arbeit von Ingrid Riedelsheimer für viele Menschen war".  Die leitende Regierungsdirektorin im Zentrum Bayern Familie und Soziales der Region Schwaben, Marie Klebau,  sagte über Ingrid Riedelsheimer: „Helden sind heute Menschen, die gewaltfrei und selbstlos für andere eintreten.Solche Frauen wie sie braucht das Land."
Erste Berührungspunkte mit dem Weißen Ring hat Riedelsheimer 1986, als sie gemeinsam mit ihrem Mann ein Standkonzert in Rain organisiert und den Erlös zu Gunsten des Weißen Ring spendet. Bereits zu diesem Zeitpunkt wollte  Franz Pabst, der heute Landesvorsitzender des Weißen Ringes für Bayern-Süd ist, Riedelsheimer als Mitarbeiterin gewinnen. Doch zu diesem Zeitpunkt wollte sie das nicht.
Der Auslöser für ihr ehrenamtliches Engagement ist ein Schicksalsschlag nur zwei Wochen später: Als Ingrid Rieselsheimers Mann überraschend stirbt, und ihr durch den Verlust eine große Leere droht,  bekräftigt sie ihr Sohn sich aktiv beim Weißen Ring zu engagieren. "Meine Arbeit als Lehrerin an der Rainer Realschule und als Dozentin an der VHS, die Auftritte mit der Stadtkapelle und meine Familie reichten mir einfach nicht", sagt Riedelsheimer schmunzelnd. Aus einer Notsituation sei sie so dazu gekommen anderen Menschen in Not zu helfen. Und auch die Stadt habe einen Anteil an ihrem sozialen Engagement, ist sich Riedelsheimer sicher: "1998 habe ich den Sozialpreis der Stadt Donauwörth bekommen. Auch deshalb habe ich es als meine Verpflichtung angesehen, weiter zu machen.
Anja Pförtsch übernimmt nun die Leitung der Außenstelle Donauwörth und freut sich schon auf ihre neue Aufgabe, obwohl sie weiß, welch große Fußstapfen es auszufüllen gilt.