7. Oktober 2020, 12:32

So funktioniert das Testzentrum in Möttingen

Landrat Stefan Rößle (links) und Jan Quak von der Bäuerle Ambulanz OHG an der Zufahrt zum Testzentrum in Möttingen. Bild: Matthias Stark
Seit 1. Oktober läuft das Testzentrum in Möttingen. Dort können sich alle Landkreisbürger auf den Corona-Virus testen lassen. Wie das abläuft erläuterten Landrat Stefan Rößle und Jan Quak von der Bäuerle Ambulanz, dem Betreiber des Testzentrums, bei einem Vor-Ort-Termin.

Eine langgezogene Halle mit zahlreichen Toren im Gewerbegebiet am Enkinger Weg in Möttingen. Hier liegt das Corona-Testzentrum für den Landkreis Donau-Ries. In den Hallen stehen normalerweise Wohnwagen, jetzt sind dort Mitarbeiter der Firma Bäuerle in weißen Schutzanzügen zu sehen, die von Personen in vorbei fahrenden Fahrzeugen Abstriche nehmen. "Nachdem wir das provisorische Testzentrum in Monheim wieder reaktivieren mussten, haben wir uns schnell auf die Suche nach einem besseren Standort gemacht und diesen hier gefunden", erklärt Landrat Stefan Rößle bei einem Ortstermin. Im Auftrag des Freistaats Bayern hat der Landkreis hier das Testzentrum eingerichtet und den Betrieb an die Bäuerle Ambulanz OHG aus Haunstetten bei Augsburg vergeben, die sich gegen vier andere Anbieter durchsetzen konnte. "Mit der Einrichtung kommen wir der Forderung aus München nach, dass es in jedem Landkreis ein Testzentrum geben soll", erklärt Rößle weiter.

So läuft der Test ab

Die Bäuerle Ambulanz übernimmt die gesamte Abwicklung der Testung. "Das beginnt mit der Terminvereinbarung, und geht über die Testung, die Information und anschließend die Abrechnung", erklärt Jan Quak, Geschäftsführer des Dienstleisters beim Ortstermin. "Die Patienten melden sich via Internet oder ausnahmsweise telefonisch bei uns an. Dann fahren Sie mit dem Auto vor und werden im ersten Schritt registriert und erhalten ihr Stäbchen mit einem Barcode, der alle wichtigen persönlichen Daten enthält. Dieser Code wird dann an das Labor übermittelt und sichert eine schnelle Abwicklung und Übermittlung der Daten. An der zweiten Station wird dann der Abstrich im Rachen durchgeführt", so Quak. Für diese Tätigkeiten setzt das Unternehmen auf ausgebildete Fachkräfte. Am Standort in Möttingen arbeiten beispielweise Rettungssanitäter oder Rettungsassistenten, die zusätzlich für diese Aufgabe geschult wurden. "Anschließend geht die Probe um 13:00 Uhr mit einem Kurier nach Sachsen ins Labor. Hier haben wir uns entsprechende Kapazitäten gesichert, da die Labore in Bayern alle vollständig belegt waren. Das Ergebnis liegt dann meist nach 36 Stunden vor und wird vom Labor übermittelt," erklärt Quak weiter. Liegt ein positiver Test vor, wird automatisch das Gesundheitsamt informiert.

Mitarbeiter in Schutzkleidung nehmen einen Rachenabstrich. Bild: Matthias Stark

Kapazitäten reichen für 400 Tests

Momentan werden täglich zwischen 80 und 120 Personen getestet. "Damit sind wir bei einer Auslastung  von 25 Prozent. Wir sind generell auf 400 tägliche Tests ausgelegt. Das wären rund 100 Stück in der Stunde", so Jan Quak weiter. "Diese Kapazitäten haben wir uns auch im Labor gesichert, sodass die Ergebnisse auch zeitnah vorliegen."

Das Testzentrum am Standort Möttingen ist täglich von 08:00 bis 12:00 Uhr geöffnet. Dabei wurden auch schon Infektionen festgestellt, wie Dr. Rafaella Hesse, Amtsärztin am Landratsamt Donau-Ries beim Ortstermin bestätigte und den erfolgreichen Start der Einrichtung lobte. 

Die Kosten für das Testzentrum trägt der Freistaat Bayern. Diese Kosten werden vom Landkreis Donau-Ries nur vorgestreckt. Zu den Gesamtosten wollte keiner der Verantwortlichen genaue Zahlen nennen. Lediglich die Kosten für einen Test im Labor - 50,50 Euro plus Mehrwertsteuer - wurden konkret genannt.