22. März 2020, 06:16

Zeigen die Beschränkungen Wirkung?

Die Stadt Donauwörth macht in der Promenade auf Hygienemaßnahmen aufmerksam. Bild: Mara Kutzner
Wie dringend notwendig weitere Beschränkungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus waren, zeigen die neuen Auswertungen von Handydaten. Diese zeigen, wie sich die Menschen in Deutschland - und in der Region - bewegen.

Im Kampf gegen die Ausbreitung von COVID-19 setzt das Robert-Koch-Institut unter anderem auf die Auswertung von Bewegungsdaten. Diese werden hierfür von der Telekom angeblich anonymisiert zur Verfügung gestellt. Die Daten zeigen, wie oft sich Mobiltelefone von einem Funkmasten zum anderen bewegen und werden aufbereitet, um die Reduzierung der Aktivitäten zu bewerten. Umso weniger Menschen unterwegs sind, umso weniger soziale Kontakte gibt es und folglich sinkt die Geschwindigkeit, mit der sich das Virus verbreitet. Im Internet wurde von der Schweizer Firma Teralytics nun eine Karte veröffentlicht, welche die Entwicklung zeigt. 

In einem aktuellen Beitrag unter dem Titel "Die Welt reist weniger, aber ist das genug" stellt das Unternehmen die aktuellen Daten vor. So zeigen die Zahlen, dass die Menschen in Italien in dieser Woche ( vom 09. März bis zum 16. März) im Durchschnitt rund 50 Prozent weniger unterwegs waren, als in der letzten Woche. Die Reisen zwischen Mailand und Rom sind sogar um 96 Prozent zurück gegangen. Zahlen, die zeigen, wie ernst die Lage in Italien ist. In Deutschland ist die Anzahl der Bewegungen um rund 13 Prozent zurück gegangen.

Erstmals wurden diese Daten für Deutschland für den 9. März ausgewertet. Damals war laut verschiedenen Medien noch keine Veränderung im Verhalten bemerkbar. Eine Ausnahme war der Kreis Heinsberg, wo bereits seit Anfang März das öffentliche Leben still stand. Die neuen Daten vom 16. März zeigen allerdings nun, dass sich nun erste positive Tendenzen abzeichnen. Leider nimmt der Landkreis und der gesamte Raum Bayerisch-Schwaben keine Spitzenstellung ein. Die Menschen im Landkreis Donau-Ries sind nur etwa 6 Prozent weniger unterwegs. Ähnlich verhält es sich mit den Menschen aus Aichach-Friedberg. In Dillingen und im Unterallgäu sind die Menschen schon 7 Prozent weniger unterwegs, im Landkreis Augsburg 8 Prozent und in Günzburg sowie Landsberg am Lech immerhin 10 Prozent weniger. Spitzenreiter in unserer Region ist Augsburg. Dort sind die Bewegungen um 13 Prozent zurückgegangen.

Diese Daten werden ein entscheidender Indikator sein, ob sich die Bevölkerung wirklich daran hält, in den Wochen deutlich weniger direkte soziale Kontakte zu haben. Ist dies nicht der Fall, so könnte es durchaus noch stärkere Einschränkungen und Vorschriften geben.

Was heißt unterwegs?

Unterwegs bedeutet in diesem Fall, dass ein Handy von einem Mobilfunkmasten ab- und in einem anderen angemeldet wurde. Das geschieht ganz automatisch und ohne Einfluss der Nutzer. Die Entfernung zwischen Mobilfunkmasten kann in Großstädten wenige Meter betragen, in ländlichen Gebieten auch einige Kilometer.