1. Dezember 2016, 11:53

Auf den Spuren der Reformation

Fotos vom Hexengericht und dem Avocatos Diaboli Robin von Gumppenberg mit zwei
Schergen und der Hexe Franziska Schwarze Bild: Annika Röttinger
Eingeladen vom Stadtmarketing und der evangelischen Kirchengemeinde in Minden hatten die TSV Fechter und die Darsteller der Kurfürstlich Bayerischen Landsknechte am vergangenen Wochenende einen fulminanten Auftritt.
Eingeladen vom Stadtmarketing und der evangelischen Kirchengemeinde in Minden hatten die TSV Fechter und die Darsteller der Kurfürstlich Bayerischen Landsknechte am vergangenen Wochenende einen fulminanten Auftritt.
Nördlingen -  An zwei Tagen zeigten die Fechter laut dem Mindener Tagblatt Extraklasse: „Diese Fechtshow ist verblüffend realistisch dargestellt.“ Und auch das Zitat einer Marketenderin: „Uns geht es darum authentisch zu sein“, sagt beispielsweise Franziska Schwarzer, die mit den kurfürstlich bayrischen Landsknechten das Leben im 30-jährigen Krieg nachstellt. Nichts werde geschönt und mit den Fechtshows der historischen Fechter des TSV Nördlingen beispielsweise gezeigt, welche Wertvorstellungen die Menschen seinerzeit hatten. Die zahlreichen Veranstaltungen des Wochenendes vermittelten die Blicke auf die Reformation aus mehreren Richtungen. Ein weiteres Highlight der Nördlinger Gruppe war ein völlig neu inszeniertes Stück zur Hexenverfolgung. Dies rief derart emotionale Momente der Zuschauer hervor, so dass die Hauptdarsteller Robin von Gumppenberg als Avocatos Diaboli, „Hexe“ Franziska Schwarzer und Foltermeister Nikolaj Klinger selbst erstaunt über ihre Authentizität waren. „Jedenfalls war es eine hervorragende Werbung für Nördlingen“, so Michael von Gumppenberg, der als TSV Abteilungsleiter und Vorstand der Landsknechte für beide Gruppen verantwortlich zeichnet. „Unsere Fechter, aber auch unsere Schauspieler zeigten sich derart motiviert und professionell, dass wir auf beiden Seiten über eine Erweiterung und Vervollkommnung denken.“
Anfang November 2016 kam der Stationenweg von Genf, Lausanne, Graz, Wien und Prag vom 26. bis 27. November 2016 über Osnabrück nach Minden. Es stehen noch einige deutsche Städte auf dem Programm und beispielsweise Augsburg wird darunter sein. Aber auch Städte wie London, Rom und Dublin sind Stationen der Reformationsfeiern im Reformationsjahr 2017. Der Stationenweg wird dann im Mai 2017 in Lutherstadt-Wittenberg seinen Höhepunkt finden.
Miteinander feiern und diskutieren, Trennendes bedenken und bekennen, jubeln, beten, singen, tanzen, ins Gespräch kommen, nachdenklich schweigen, Gottesdienste feiern das sind Themen des Stationenwegs. Im Reformationssommer 2017 sind alle aufgerufen, ihren Blick darauf zu richten, was die Ereignisse vor 500 Jahren heute bedeuten und eingeladen zu vielen Veranstaltungen in Kirchengemeinden und verschiedenen Bundesländern. Wenige historische Ereignisse haben europaweit so viel verändert wie die Reformation. Das gesellschaftliche Erdbeben, das vor 500 Jahren von Wittenberg, Zürich, Genf und vielen anderen Orten ausging, hat das Miteinander Europas verändert. Von Europa aus strahlte diese Bewegung auf andere Kontinente, prägte Kulturen und Regionen.
Und so haben im November 2016 die Fechter des TSV Nördlingen und die Kurfürstlich Bayerischen Landsknechte dazu beigetragen dieses europäische Fest des Jahres 2017 einzuläuten. (pm)