26. Februar 2017, 10:20

Claudia Roth wird stolze Patin eines Käthe Kruse Schielböckchens

Museumsleiter Thomas Heitele vergibt eine Puppenpatenschaft an Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Bild: DRA
Am gestrigen Samstag, 25.02.3017, war Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, zu Besuch im Käthe-Kruse-Puppen-Museum in Donauwörth, um dort die Patenschaft für eine Käthe Kruse Puppe zu übernehmen.
Donauwörth - "Ich bin stolz wie Bolle, die Patenschaft für das Schielböckchen übernehmen zu dürfen. Als Kind habe ich mit meinen Schwestern mit Puppen gespielt. Am Schielböckchen finde ich toll, dass es nicht geradeaus, sondern auch mal in eine andere Richtung blickt. Außerdem mag ich die blonden Locken, die habe ich mir als Kind immer gewünscht und nie gehabt", sagt Claudia Roth, als sie stolz ihr Patenpüppchen in den Armen hält.
Museumsleiter Thomas Heitele erklärte dann auch die Geschichte des etwas kuriosen Puppennamens "Schielböckchen". Die berühmte Puppenmacherin Käthe Kruse war eine sehr genaue und detailversessene Frau, die jeden Abend die Puppenproduktion des Tages begutachtete. Schaute ein Püppchen aus den handgemalten Augen nicht exakt geradeaus, so heftete sie stets einen Zettel an die Puppe mit dem Hinweis "Schielböckchen". So wusste der Maler am nächsten Tag sofort, dass die Puppe noch einmal überarbeitet werden musste. Irgendwann machte Käthe Kruse aus der Not eine Tugend, und ließ mit Absicht eine zur Seite blickende Puppe fertigen, das dann den offiziellen Namen "Schielböckchen" bekam. "Auch vom Puppenkörper her ist das Schielböckchen eine besondere Käthe Kruse Puppe, denn sie vereint den Körper der Puppe VIII mit dem Kopf der Puppe I", ergänzt der Museumsleiter.
Museumsleiter Thomas Heitele mit der stolzen Puppenpatin Claudia Roth und ihrer Patenpuppe "Schielböckchen" Bild: DRA
Auf die Idee, eine Puppenpatenschaft zu übernehmen, kam Claudia Roth bei ihrem letzten Besuch in Donauwörht, als sie von dem Projekt des Käthe-Kruse-Puppen-Museums erfuhr. Hintergrund der Patenschaften ist der Ankauf des Museums, der Stadt Donauwörth und der Käthe Kruse GmbH der großen Puppensammlung von Tiny Riemersma. "Es handelt sich um eine außergewöhnlich große und besonders gut bestückte Sammlung, die wir unbedingt als Ganzes erhalten und nach Donauwörth holen wollten", erklärt Thomas Heitele. Entsprechend teuer war der Ankauf und so kam das Museum auf die Idee, einen Teil der Kosten durch die Vergabe von Puppenpatenschaften zu decken. "Seit dem Projektstart haben wir aktuell knapp 50 Puppenpatenschaften vergeben und damit rund 50.000 Euro an Spendengeldern sammeln können. Das übertrifft meine Erwartungen. Umso mehr freut es mich, heute eine Patenschaftsurkunde an so eine berühmte Persönlichkeit zu überreichen", freut sich der Museumsleiter. Einhergehend mit der Puppenpatenschaft spricht er an Claudia Roth auch die Einladung zum jährlichen Patentreffen aus, bei dem alle Puppenpatinnen und -paten zusammen kommen und auf besondere Weise feiern.
"Diese Patenschaft zu übernehmen ist für mich zugleich eine Freude und Ehre und auch eine Verantwortung. Als Patin übernimmt man ja auch Verantwortung für sein Patenkind. Donauwörth kann stolz sein auf dieses Museum. Ich bin begeistert von Käthe Kruses Puppen, die weltweit sicherlich Millionen von Kindern Freude gebracht haben und noch bringen. Besonders gefällt mir, dass Käthe Kruse sich mit der Reformpädagogik befasste und die Puppe nicht als Vorbild für das Kind, sondern als Ebenbild des Kindes gestaltet hat", so Claudia Roth.
Beim anschließenden Imbiss nahm die Politikerin sehr gerne die Gelegenheit wahr, sich weitere Puppen im Museum anzuschauen und sich aus der bewegten Lebensgeschichte der Puppenmacherin und Künstlerin Käthe Kruse, ihres Ehemannes Max Kruse und ihrer Kinder zu erfahren. Besonders interessant fand sie, dass Käthe Krues Karriere als Puppenmacherin in Berlin begonnen hatte, mit einer Ausstellung im ehemaligen Warenhaus Tietz am Leipziger Platz. Dort steht heute die Mall of Berlin. Claudia Roth stellte die Überlegung in den Raum, sich in Berlin für die Anbringung eines Hinweises auf Käthe Kruse und ihre Puppen in der einen oder anderen Form dort einzusetzen.
Mit der Patenurkunde im Gepäck und einer Eintragung ins Gästebuch des Museums verabschiedete sich Claudia Roth von Museumsleiter Thomas Heitele und seinem Team, von Donauwörths Bürgermeister Jörg Fischer, Stadträtin und Kulturreferentin Barbara Kandler, Stadtrat und Umweltreferen Albert Riedelsheimer, Kreisrätin Ursula Kneißl-Eder, Käthe Kruse GmbH Sprecherin Katalin von Hagen und allen anderen Gästen.