11. Juni 2018, 10:47

Lebendiges Lesen von A wie App bis Z wie Zauberwelt

Zur Referentin: Christine Kranz ist Referentin für Leseförderung und seit fast 30 Jahren für die Stiftung Lesen sowie als freie Fortbildnerin und Autorin tätig. Ihre Schwerpunkte sind die aktuelle Kinder- und Jugendliteratur sowie Seminare, Workshops und Vorträge rund um die Leseförderung ganz unterschiedlicher Zielgruppen. Bild: Alexander Stertzik
Am 29.06.2018 findet in der Stadtbibliothek Nördlingen der Workshop „Spannend und lebendig lesen – auch in Zeiten von Smartphone und Apps!“ statt. Anmeldungen sind noch bis zum 21. Juni möglich
Nördlingen - Seit inzwischen neun Jahren gehen engagierte Vorleser/innen in Tagesbetreuungseinrichtungen und Schulen, um den Kindern vor Ort die wunderbare Welt der Bücher näher zu bringen. Der Landkreis unterstützt mit dem Leseland Donau-Ries das Engagement der Lesepaten durch regelmäßige Fortbildungen und vermittelt Ehrenamtliche in Kitas und Schulen. Für angehende Lesepaten findet am Freitag, 29. Juni ein Workshop „Spannend und lebendig lesen – auch in Zeiten von Smartphone und Apps!“ in der Stadtbibliothek in Nördlingen statt. Die Veranstaltung dauert von 14.30 bis 18.30 Uhr.
Studien belegen, Vorlesen ist wichtig. Besonders aktive Kinder kommen bei einer Lesepause zur Ruhe und finden ihren Ausgleich. Dabei fördert Lesen die Konzentration. Beim gemeinsamen Anschauen eines Buches lernen Kinder, genau zuzuhören und auf Details zu achten. So fällt ihnen das Lernen später leichter. Und Vorlesen macht Kinder schlau. Bereits Kleinkinder profitieren laut einer Studie der Universität Chicago vom Vorlesen. So haben 20 Monate alte Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, einen um durchschnittlich 131 Wörter größeren Wortschatz! Mit zwei Jahren beherrschen sie sogar 291 Wörter mehr als Kinder, denen nie vorgelesen wird. Das betrifft nicht nur das Verständnis. Auch selbst lernen diese Kinder schneller, ihre Gefühle, Wünsche und Absichten in Worte zu fassen und beginnen schon frühzeitig zu sprechen.
Vorlesen in den frühen Kinderjahren regt natürlich auch die Vorstellungskraft an. Das Abtauchen in neue Welten fördert die Fantasie und ist der Schlüssel für Bildung, Wissen und Kommunikation. Auch weil in den Geschichten oft Alltagssituationen der Kinder nachempfunden und sie dazu bewogen werden, sich in andere Personen hineinzuversetzen, können Kinder Konflikte besser bewältigen und entwickeln sich zu einem sozialen und empathischen Erwachsenen.
Aber können das nicht auch Smartphones, eReader und Bilderbuch-Apps leisten? Wer braucht denn heutzutage noch Bücher? Sind die nicht eher etwas für’s Museum? Und warum selbst vorlesen, wenn das doch auch die App an meinem Handy kann. Ist das nicht genauso gut? Und viel bequemer!
„Nein!“ meint Sina Scheiblhofer, Familienbeauftragte des Landkreises. „Beim Vorlesen entsteht eine Beziehung zwischen dem Kind und dem Leser, Raum für Fantasie und eine gemeinsame Erlebniswelt.“ Christine Kranz von der Stiftung Lesen bringt es auf den Punkt: „Erwachsene, die ihre eigene Freude an Büchern und Geschichten zum Beispiel auch im Rahmen von Vorleseaktionen teilen, ebnen Kindern den Weg zu lebenslanger Freude am Lesen - und Lernen!“
Allerdings können Apps und andere Medien willkommene Hilfsmittel sein. Man muss nur wissen, welche Programme hilfreich sind und wie die unterschiedlichen Medien sinnvoll eingesetzt werden können.
Diese und viele weitere Fragen zum Thema Vorlesen behandelt der Workshop „Spannend und lebendig lesen – auch in Zeiten von Smartphone und Apps!“ Auch welche unaufwändigen und fantasievollen Aktionen das Vorlesen und Erzählen begleiten können, welche Buchtitel für welche Zielgruppe die richtigen sind und wie das Lesen spannend und lebendig gestaltet werden kann, erfahren die Workshop-Teilnehmer.
Anmeldung für den Workshop
Interessierte, die regelmäßig Zeit und Freude am (Vor-)Lesen haben, Lesepate werden möchten sowie Interesse an dem Workshop „Spannend und lebendig lesen – auch in Zeiten von Smartphone und Apps!“ haben werden um Anmeldung bis 21. Juni gebeten: Sina Scheiblhofer, Familienbeauftragte, familienbeauftragte@lra-donau-ries.de,
Tel. 0906 – 74 198. (pm)