17. April 2018, 15:29

"VATER" - Tragikomödie von Florian Zeller

Ernst Wilhelm Lenik und Maja Mueller Bild: Sabine Haymann
Zum Abschluss der diesjährigen Theatersaison gastiert das preisgekrönte Stück „VATER“ von Florian Zeller im Stadtsaal „Klösterle“ in Nördlingen.
Nördlingen - Da an diesem Abend Stadtheimatpfleger Dr. Wilfried Sponsel im Saal der „Alten Schranne“ zu einem Vortrag „Hausgeschichten“ – Von Nördlinger Häusern und ihrer Geschichten, einlädt, hatten verschiedene Theaterbesucherinnen und -besucher den Wunsch geäußert, gerne diesen Vortrag zu hören und anschließend auch ihr Abonnement nutzen zu wollen. Insofern wird ausnahmsweise das Theaterstück „VATER“ am Donnerstag, 26. April 2018 erst um 20:15 Uhr beginnen.
Das Stück, ausgezeichnet mit dem Prix Molière 2014 als BESTES STÜCK ist „herausragend“ besetzt. Mit Ernst Wil-helm Lenik steht der Schauspieler des Jahres 2017 an den Schauspielbühnen in Stuttgart als Hauptdarsteller im Mittel-punkt der Tragikomödie. Der 80-jährige André merkt, dass sich etwas verändert. Noch lebt er allein in seiner Wohnung und versucht, vor Anne, sei-ner älteren Tochter, den Eindruck aufrecht zu erhalten, alles sei in Ordnung. Wobei ganz offensichtlich ist, dass er allein nicht mehr zurechtkommen kann. Also organisiert sie für ihn Pflegehilfen, mit denen er sich aber ständig streitet. Ein alter Mann, für den sich der Alltag mehr und mehr in ein verwirrendes Labyrinth verwandelt, auf der Spurensuche nach sich selbst. Weil seine Wahrnehmung sich immer mehr verschiebt, gerät er in eine Welt, in der seine Biografie nicht mehr gilt, weil die Welt, in der sie entstanden ist, am Verlöschen ist.
Das Besondere an „Vater“ ist die ungewöhnliche Erzählstruktur. Erlebt wird die Handlung nämlich nicht chronologisch, sondern aus der Erlebniswelt des 80-jährigen. Durch diesen hinterhältigen Trick des französichen Erfolgsautors wird der Zuschauer emotional an die Hauptperson gebunden, erlebt mit ihr dieselben Momente des Glücks, teilt mit ihr die Momente des Ausgeliefertseins, erfährt mit ihr die unbegreifliche Veränderung von Personen und Dingen und kann wie sie immer weniger unterscheiden. Was ist Realität, was Wahn oder Wunschvorstellung. Das klingt nach einem traurigen Theaterabend? Das Gegenteil ist der Fall. Zellers Text provoziert das Lachen. Die komödiantische Dynamik ergibt sich aus den abrupten Stimmungsschwankungen der Hauptperson. Und die ist mit Ernst Wilhelm Lenik hervorragend besetzt. Die Presse jubelt über die gelungene Inszenierung und das großartige Schauspiel-Ensemble der Tourneetheater Landgraf Neustadt-Titisee.
Ein „unglaublich intensives, heiteres, teils rührendes, teils bewegendes Stück steht also am Donnerstag, 26. April 2018 um 20:15 Uhr im Stadtsaal Klösterle auf dem Programm. Ein besonders Theatererlebnis erwartet die Besucher zum Abschluss der diesjährigen Theater- und Kleinkunstsaison im Stadtsaal.
Karten sind noch bei der Tourist-Information der Stadt Nördlingen, im Internet unter www.ticket.noerdlingen.de und dann an der Abendkasse ab 19:15 Uhr im Stadtsaal „Klösterle“ erhältlich. (pm)