Anlässlich der aktuellen Berichterstattung meldete sich Xaver Schmidbaur aus Tapfheim beim Museumsteam und brachte sein altes Berichtsheft für die Berufsausbildung von 1956 vorbei. Er hatte in den Jahren 1955 bis 1958 eine Lehre zum Bauschlosser bei der W.M.D. (Waggon- und Maschinenfabrik Donauwörth, heute Airbus Helicopters) absolviert. Als 14-Jähriger war er auch für einen Monat in der Venus-Roller Produktion eingesetzt, was im Berichtsheft genau dokumentiert ist.
Kurze Laufzeit des Venus-Rollers
Die Studioausstellung zeigt einen originalen Venus-Roller aus Donauwörth und erzählt die kurze, aber spannende Firmengeschichte. Mitte der 1950er brachte Curt Würstl italienisches Lebensgefühl nach Donauwörth. 1953 begann er in der Dillingerstraße 483 1/5 (heute Fahrrad Uhl) schicke Motorroller mit dem klangvollen Namen Venus zu produzieren. Bereits 1955 geriet das Unternehmen in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten und musste den Betrieb einstellen. Die W.M.D. übernahm noch für einige Jahre die Produktion, konnte die Venus GmbH aber nicht retten und Ende der 1950er Jahre war endgültig Schluss.
Das Berichtsheft ist nun in der Ausstellung über einen digitalen Bilderrahmen vollständig einsehbar. Es dokumentiert nicht nur die Ausbildungsinhalte, sondern auch die Arbeitsbedingungen der Zeit: Als Lehrling arbeitete Xaver Schmidbauer täglich neuneinhalb Stunden. Seine Aufzeichnungen ergänzte er sorgfältig mit technischen Zeichnungen und handschriftlichen Erläuterungen.
Nach seiner Ausbildung blieb Schmidbauer der W.M.D. beziehungsweise deren Nachfolgeunternehmen bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2002 treu. Er war während seines gesamten Berufslebens in der Abteilung „Femi“ (Fertigungsmittel-, Werkzeug- und Vorrichtungsbau) tätig. (dra)
Die Studioausstellung „Abgestaubt! Alte Objekte – neue Ideen für das Museum von morgen“ ist noch bis zum 13. September zu sehen.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.