Außergewöhnlicher Fund

Mammut-Zahn aus der Donau: Ab 7. November zu sehen im Donauwörther Heimatmuseum

Auf dem Gruppenfoto neben der Vitrine mit dem Mammutzahn von links nach rechts: Jürgen Sorré, Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Donauwörth, Gudrun Reißer, Stadtheimatpflegerin und Restauratorin, und Anja Hollands, Leiterin der Donauwörther Museen. Bild: Stadt Donauwörth / Mirko Zeitler
Es war ein beachtlicher Fund, den die Donau bei Donauwörth im Hochsommer preisgegeben hat: Der Backenzahn eines Wollhaarmammuts.

Jakob Schneider aus Donauwörth entdeckte den Mammut-Zahn, der zunächst eher wie ein unscheinbarer, algenüberzogener Stein aussah: rund 20 Zentimeter lang und über drei Kilogramm schwer, von Rillen durchzogen. Stadtheimatpflegerin und Restauratorin Gudrun Reißer erkannte sofort die besondere Bedeutung, die dieser Fund auch für die Donauwörther Geschichte hat, und nahm das prähistorische Objekt in ihre Obhut. Vorsichtig entfernte sie Algen und andere Schmutzablagerungen, anschließend legte sie den Zahn in eine speziell angemischte Konservierungslösung ein. Jetzt ist er so präpariert, dass er der Leiterin der Donauwörther Museen, Anja Hollands, für die städtischen Sammlungen übergeben werden konnte.

Das Wollhaarmammut, dem der Backenzahn einmal gehörte, lebte vor mindestens 12.000 Jahren in der Gegend um Donauwörth. Möglicherweise jedoch auch deutlich früher. Damals erstreckten sich Gletscher bis zum Gebiet des heutigen Ammersees, die Donau-Ebene war jedoch eisfrei. Hier wuchs eine steppenartige Vegetation, die vor allem aus Gräsern und Kräutern bestand. Diese bildeten die Nahrung für die großgewachsenen Pflanzenfresser. Ein Mammut konnte bis zu 65 Jahre alt werden, sein Gebiss bestand aus zwei Stoßzähnen und vier Backenzähnen.

Das Donauwörther Mammut dürfte jedoch erheblich jünger gewesen sein. Die Lamellen auf dem gefundenen Zahn deuten darauf hin, dass es zwischen vier und zwölf Jahre alt wurde. Woran das Tier starb, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Wer einen Blick in die ferne Vergangenheit werfen möchte, kann den Mammut-Zahn ab dem kommenden Samstag, 7. November, im Donauwörther Heimatmuseum besuchen. Dort wird er zu den üblichen Öffnungszeiten im Bereich der Fischerei zu sehen sein. (dra)