24. April 2016, 13:06

Lieblinge der Redaktion: Die Insel der Verlorenen von Laura Restrepo

Laura Restrepo - Die Insel der Verlorenen. Cover: Luchterhand/Random House Bild: DRA


Das Lieblingsbuch von blättle-Grafikerin Sandra Wanner:

"Mein Buchvorschlag ist ein Roman, der mich unglaublich gefesselt hat: "Die Insel der Verlorenen" von Laura Restrepo, (Übersetzung aus dem
Das Lieblingsbuch von blättle-Grafikerin Sandra Wanner:
"Mein Buchvorschlag ist ein Roman, der mich unglaublich gefesselt hat: "Die Insel der Verlorenen" von Laura Restrepo, (Übersetzung aus dem Spanischen von Elisabeth Müller). Dieses Buch ist ein abenteuerlicher Roman vom Überleben – und eine wahre Geschichte."

Im Jahr 1908 setzen der mexikanische Hauptmann Ramón Arnaud, seine junge Braut Alicia und elf weitere Soldaten mit ihren Familien die Segel, um zur Clipperton-Insel, einem winzigen pazifischen Atoll, aufzubrechen. Sie haben den Auftrag, die abgeschiedene – aber strategisch wichtige – Insel vor einer eher unwahrscheinlichen Invasion seitens der Franzosen zu schützen.
Mit ihrem reichen Korallenriff rund um das Atoll und der stehenden Lagune ist die Clipperton-Insel kein einladender Ort für ihre neuen Bewohner. Aber diese machen das Beste daraus: Die starre militärische Ordnung weicht bald einem eher informellen Inselleben. Die Gruppe errichtet ein Lebensmittelgeschäft, eine Apotheke, einen Leuchtturm, sie feiern Dinnerpartys. Doch dann werden die Bewohner auf Clipperton wegen der politischen Wirren in der Heimat und dem Nahen des Ersten Weltkriegs einfach vergessen – die Versorgungsschiffe bleiben aus ...
Sich selbst und der unwirtlichen Natur ausgeliefert, ist die Gruppe zahlreichen Gefahren ausgeliefert: Skorbut, Hunger, Unwetter, psychische Belastung und Gewalt. Was sich nun innerhalb dieser Zwangsgemeinschaft abspielt, ist die Hölle auf Erden.

Die kolumbianische Schriftstellerin und Journalistin Laura Restrepo lebt in Mexico und hat diese wahre Begebenheit in einem packenden Roman beschrieben. Dabei wechselt ihr Schreibstil immer wieder von romanhafter Erzählung hin zur gut recherchierten Reportage.
Bis zum Schluss ist dieses Buch extrem spannend. Die letzten Kapitel las ich nägelkauend. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der Mensch Unglaubliches aushalten kann.