24. Mai 2018, 10:30

Das süße Wunder von der Landstraße

Die Rehkitze Daisy (rotes Halsband) und Peter (oranges Halsband) fühlen sich bereits pudelwohl in ihrem Zuhause (Alle Bilder: Jenny Wagner). Bild: DRA
Mittlerweile hopsen Daisy und Peter fröhlich durch ihr kleines Gehege im Garten von Werner Frank in Monheim. Dass die beiden Kitze den Unfall überlebt haben, ist ein Wunder. Ihre Mutter, mit den beiden Jungen noch trächtig, wurde bei einem Unfall getötet. Die beiden haben jedoch überlebt und sich durch die ersten harten Tage gekämpft.
Monheim - Morgens um 04:00 Uhr geht der Anruf bei Florian Stark aus Haunsfeld (Landkreis Eichstätt) ein. Er ist Jagdpächter und wird zu einem Wildunfall alarmiert. Während es normalerweise nur um die Beseitigung des Kadavers geht, sind hier zwei Kitze mit im Spiel. Zur selben Zeit klingelt bei Werner Frank das Telefon, er ist jedoch zu langsam und erfährt erst um 08:00 Uhr von dem Vorfall auf der Staatsstraße bei Tagmersheim.
Nachdem die ersten Tage sehr kritisch waren, vor allem um Daisy stand es schlecht, wurde die Geschichte öffentlich gemacht, als sich ein Happy End abzeichnete. "Wir freuen uns über eine solche große Resonanz," erzählt uns Werner Frank, in dessen Garten die Tiere mittlerweile leben. "Ich habe bereits einmal ein Kitz aufgezogen und hatte erwähnt, dass ich mal wieder Lust darauf hätte. Dass es nun so schnell geht, hätte ich nicht gedacht," fügt er lachend hinzu. Nachdem er die beiden Kitze anfangs alle zwei Stunden mit der Pipette gefüttert hat, werden sie nun alle vier bis fünf Stunden mit Ziegenmilch gefüttert. Außerdem nagen sie bereits an Blättern und Kräutern im Garten von Familie Frank. Hier, in einer Ecke des Gartens, leben die beiden Kitze in einer umgebauten Vogelvoliere und zeigen bereits das typische Verhalten von Rehen in freier Wildbahn.
In den nächsten Wochen und Monaten werden die beiden Kitze nun im Garten leben, ehe sie mit einem Jahr ausgewachsen sind. Wie es dann weiter geht ist fraglich. "Ich denke nicht, dass man sie auswildern kann. Sie sind dann mehr oder weniger Haustiere. Möglicherweise kommt ein Wildgehege in Frage." So lange will sich Frank aber liebevoll um die beiden Ziehkinder kümmern, die einen so schweren Start ins Leben hatten.