Geburtstag

Jugendfreund Gerd Müllers und Nördlinger „Urgestein“! Helmut Wurm wird 80

Helmut Wurm (1. v.r.) und sein Freund Gerd Müller (3. v.r.) bei einem Freundschaftsspiel des TSV Nördlingen in Oberstdorf an Pfingsten 1964 Bild: TSV Nördlingen
In der Jugendzeit war er einer der besten Freunde von Gerd Müller. Später engagierte sich Helmut Wurm sowohl ehrenamtlich als auch beruflich für seine Heimat. Heute feierte das Nördlinger Urgestein seinen 80. Geburtstag.

Heute vor 80 Jahren, am 27. Juli 1946, erblickte Helmut Wurm in Nördlingen das Licht der Welt. Trotz vieler Entbehrungen erlebte er eine glückliche Kindheit, die eingebettet war in die Nachkriegszeit, in der die Eltern oftmals andere Sorgen hatten, als akribisch auf die Erziehung ihrer Kinder zu achten. So wurden die Gassen und Plätze der Nördlinger Altstadt zum „Kinderzimmer“, wo sich die Buben und Mädchen nach Herzenslust austoben konnten.

Mitten drin: die beiden Lausbuben und guten Freunde Helmut „Wurrer“ Wurm und Gerhard „Hadde“ Müller. Da Letzterer später als „Bomber der Nation“ zur legendären Berühmtheit avancierte, wurde Helmut Wurm ein gefragter Gesprächspartner für Historiker und Journalisten. Noch heute berichtet er lebhaft und anschaulich über die gemeinsame Zeit, als die beiden Freunde die „Evangelische Knabenvolksschule“ besuchten, in der Backstube des „Luckenbecks“ in der Luckengasse kickten und bis in die Morgenstunden Tischtennis in der „Alten Schranne“ spielten.

Helmut Wurm war mit dabei, als an einem Tag im Sommer 1964 gleichzeitig Vertreter der beiden Münchener Vereine FC Bayern und 1860 nach Nördlingen kamen und in der Wohnung der Familie Müller in der Bergerstraße um die Dienste des verheißungsvollen Nachwuchstalents buhlten. Auch nach dem Wechsel zum FCB hielten die beiden Nördlinger Kontakt. Und so kam es, dass Wurm bei Spielen der Bayern sogar neben Coach „Tschick“ Cajkovski auf der Trainerbank Platz nehmen durfte.

Engagement im Sport und Berufsleben

Der Sport und das Ehrenamt waren wichtige Bestandteile im Leben Helmut Wurms. Im Fußball wirkte er nicht nur als Spieler für den TSV Nördlingen und die Spvgg Ederheim, sondern darüber hinaus auch als Trainer von Jugendmannschaften. Bis vor wenigen Jahren war er noch für die TSV-Tischtennisabteilung aktiv. Regelmäßig ist der Jubilar im Gerd-Müller-Stadion anzutreffen, wo er die Spiele der TSV-Fußballer verfolgt.

Helmut Wurm (2. v.r.) 2025 als Zeitzeuge bei einer Veranstaltung des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Nördlingen. Bild: THG

In der Bundesliga drückt er – wenig überraschend – seit seiner Jugend dem FC Bayern München die Daumen. Ähnlich beständig war Helmut Wurm auch im Berufsleben. Als 14-Jähriger begann er eine Lehre als Buchdrucker bei der „Beck´schen“, für die er, unter anderem als Ausbilder, bis zum Renteneintritt arbeitete. Als Gewerkschafter und Betriebsrat vertrat er meinungsstark die Interessen der Arbeitnehmer. Ein Herzensanliegen war ihm auch die gemeinnützige Baugenossenschaft Nördlingen, für die er sich jahrzehntelang als Mitglied des Aufsichtsrats engagierte.

Sein privates Glück fand der Jubilar bereits in jungen Jahren an der Seite seiner Ehefrau Anneliese. Wenn er heute mit ihr, den beiden Töchtern Michaela und Andrea sowie vier Enkelkindern seinen Geburtstag feiert, kann er auf ein reiches und erfülltes Leben zurückblicken. Es ist ihm zu wünschen, dass noch viele weitere Jahre bei guter Gesundheit folgen. Menschen wie Helmut Wurm sind selten geworden - bescheiden, verlässlich, stets am Gemeinwohl orientiert und darüber hinaus mit einem feinen Humor ausgestattet. Im Grunde ist er stets der liebenswürdige Lausbub geblieben, der einst als Kind mit seinen Freunden die Nördlinger Altstadt unsicher machte.

Gastbeitrag Michael Bast