Personenkontrolle

Jugendlicher mit getuntem E-Scooter liefert sich Verfolgungsjagd mit Polizei

Symbolbild Bild: pixabay
Ein 15-Jähriger flüchtete am Donnerstag in Donauwörth mit einem manipulierten E-Scooter vor der Polizei und gefährdete dabei mehrere Fußgänger. Unterhalb des Färbertörls kam es zum Zusammenstoß mit einem Polizisten.

Am 01.10.2026, um 14:28 Uhr, fiel einer uniformierten Fahrradstreife der PI Donauwörth im Bereich des Spielplatzes am Neurieder Weg ein E-Scooter-Fahrer auf, dessen Kennzeichen zur Unkenntlichmachung komplett überklebt war. Als die Fahrradstreife den Jugendlichen kontrollieren wollte, entzog sich dieser der angekündigten Kontrolle und flüchtete mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Innenstadt. Die Beamten konnten folgen, da die dienstlichen Speed-Pedelecs eine deutlich höhere Motorunterstützung ausweisen, als normale Elektrofahrräder. Auf seiner Flucht erreichte der Jugendliche Geschwindigkeiten, die doppelt so schnell waren, wie ein Elektrokleinstfahrzeug erlaubterweise fahren darf. 

Der Jugendliche befuhr den belebten Wörnitzsteg über das Gelände der Berufsschule Kolping, verfehlte Fußgänger nur knapp und setzte seine Flucht über Gehwege, einen Parkplatz sowie die Heilig-Kreuz-Wiese und den geschotterten Uferbereich der Wörnitz fort. Sämtliche Anhaltesignale missachtete er. Unterhalb des Färbertörls schnitt der Flüchtende einem aufschließenden Beamten augenscheinlich vorsätzlich den Weg ab, wodurch es zum Zusammenstoß kam. Beide Polizeibeamten sowie der Jugendliche stürzten zu Boden, der E-Scooter prallte gegen einen Baum. Die Beamten sowie der Jugendliche wurden leicht verletzt. Der E-Scooter wurde amtlich sichergestellt. Der Jugendliche räumte im Nachgang ein, das Kennzeichen abgeklebt zu haben, um eine Identifizierung zu umgehen und bestätigte die technische Aufhebung der Drosselung des E-Scooters. Er hatte zudem keinerlei Fahrerlaubnis für das Gefährt, dessen Fahrzeugart sich durch die Manipulation änderte. 

Da des Weiteren der Verdacht einer Beeinflussung durch Medikamente bei dem 15-Jährigen bestand, wurde auf der Dienststelle der PI Donauwörth eine ärztliche Blutentnahme veranlasst. Die Beamten leiteten ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen, Gefährdung des Straßenverkehrs, Kennzeichenmissbrauch, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung, das Straßenverkehrsgesetz und die Elektrokleinstfahrzeugeverordnung ein. Der entstandene Sachschaden beläuft sich einen geschätzt dreistelligen Betrag. Nach Abschluss der Erstmaßnahmen wurde der 15-Jährige einer Erziehungsberechtigten übergeben. Sowohl der Beschuldigte als auch die beiden Polizeibeamten hatten die deutsche Staatsangehörigkeit. Weitere konkret gefährdete Personen sowie eine Zeugin, welche sich kurzzeitig unmittelbar neben dem Färbertörl auf einer Bank aufhielt, werden gebeten sich unter der Telefonnummer 0906/706670 an die Polizeiinspektion Donauwörth zu wenden. (dra)