Spielbericht

Früher Nackenschlag, später Schockmoment: Rain erneut ohne Sieg

Spielszene mit Dennis Lechner Bild: Gerd Jung
Im Heimspiel gegen den SC Olching zeigte der TSV Rain einen engagierten Auftritt und erspielte sich zahlreiche Chancen. Vor großem Publikum fehlte am Ende jedoch das nötige Glück.

Trotz Überlegenheit und einer Vielzahl hochkarätiger Tormöglichkeiten mussten sich die Blumenstädter vor 120 Zuschauern und Zuschauerinnen im Georg-Weber-Stadion am Ende mit einem 1:1-Unentschieden zufriedengeben.

Rains Cheftrainer Dominik Bobinger veränderte seine Startformation im Vergleich zur Vorwoche lediglich auf einer Position: Für den gelbgesperrten Lukas Müller rückte Fabian Ott in die Anfangself. Die Gäste aus Oberbayern erwischten jedoch den besseren Start und nutzten gleich ihre erste Unachtsamkeit in der Rainer Hintermannschaft: Ferenc Ambrus wurde in der 6. Minute schön freigespielt und schob das Leder überlegt ins lange Eck zur frühen Führung für den SCO ein.

Die Freude nach dem 1:1 des TSV Rain Bild: Gerd Jung

Viele Chancen, keine Tore

Nach rund zehn Minuten gestaltete der TSV die Partie ausgeglichen mit leichten Vorteilen, ehe ab der 20. Spielminute eine massive Druckphase der Hausherren folgte. Rain erarbeitete sich Chancen beinahe im Minutentakt:

Erst setzte Dennis Lechner einen Kopfball aus spitzem Winkel an die Querlatte (22.), ehe im Gegenzug Elias Schaffer mit einem Distanzschuss das Rainer Gehäuse nur knapp verfehlte. Kurz darauf brannte es erneut im Olchinger Strafraum: Lechners nächsten Kopfballversuch aus sieben Metern kratzte ein Gäste-Verteidiger für seinen bereits geschlagenen Keeper von der Linie. Auch Etienne Perfetto per Drehschuss sowie wiederum Lechner, dessen Heber über den Schlussmann erneut auf der Torlinie geklärt werden konnte, ließen beste Möglichkeiten ungenutzt.

Die hochverdiente Belohnung folgte erst eine Minute vor dem Pausenpfiff: Jost Rittner zog von der rechten Seite aus spitzem Winkel ab, und vom Bein des Olchingers Florian Hofmann sprang die Kugel unglücklich zum 1:1-Pausenstand ins eigene Netz (44.).

Schockmoment für Rain kurz vor Abpfiff

Dennis Lechner scheitert am Olchinger Torwart Bild: Gerd Jung

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Blumenstädter das aktivere Team. In der 51. Minute kam Rittner nach einem Steilpass einen Schritt zu spät gegen SCO-Schlussmann Maximilian Hoffmann. Nur wenig später scheiterten sowohl Lechner als auch Fatlum Talla am stark reagierenden Olchinger Keeper.

Nach etwa einer Stunde fanden die Gäste wieder etwas besser in die Begegnung, blieben im Spielaufbau jedoch weitgehend harmlos. In der Schlussphase spitzte sich die Partie noch einmal zu: Der eingewechselte Eric Adam lief in der 78. Minute alleine auf Hoffmann zu, zog im Eins-gegen-Eins jedoch den Kürzeren. Beinahe hätte sich die mangelnde Chancenauswertung der Schwaben vier Minuten später gerächt: Der ebenfalls eingewechselte Mario Stanić (82.) tauchte plötzlich frei vor Rains Torhüter Niklas Gordy auf, doch Gordy verhinderte mit einer glänzenden Reflex-Parade den unverdienten Rückstand.

Es war die letzte nennenswerte Szene der Partie. Als Schiedsrichter Michael Emmert die Begegnung abpfiff, blieb beim TSV Rain die Erkenntnis, dass sich die Mannschaft für ihren engagierten Auftritt aufgrund der fehlenden Konsequenz im Abschluss lediglich mit einem Zähler belohnt hatte.

Rains Cheftrainer Dominik Bobinger zeigte sich nach dem Abpfiff grundsätzlich zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, merkte die Enttäuschung über den Spielverlauf jedoch deutlich an:

„Wir sind wieder einmal unglücklich in Rückstand geraten. Das häuft sich aktuell und das müssen wir unbedingt abstellen, denn es kostet unheimlich viel Kraft, ständig einem Rückstand hinterherzulaufen.” (dra)

Überlegen, aber vor dem Tor nicht konsequent genug

Seinem Team bescheinigte Bobinger vor allem in Durchgang zwei eine starke Vorstellung: „Die zweite Halbzeit war wirklich richtig stark und intensiv von uns, wir waren drückend überlegen – im Grunde war es ein Spiel auf ein Tor. Doch im Fußball geht es eben um Effizienz. Wir waren heute vorm Tor zu unsauber und haben beste Chancen liegen gelassen. Wenn du die Tore vorne nicht machst, kannst du ein solches Spiel nicht gewinnen. Die fehlende Kaltschnäuzigkeit hat uns heute ein stückweit das Genick gebrochen.“