15. Mai 2017, 18:11

AfD plant Großveranstaltung in Nördlingen

Die Veranstaltung findet im Schrannensaal in der Alten Schranne in Nördlingen statt. Bild: Stadt Nördlingen
Am 01. Juli kommt die Europa-Abgeordnete Beatrix von Storch zu einer Veranstaltung nach Nördlingen. Dafür wurde von Seiten der AfD der Schrannensaal der Stadt Nördlingen angemietet.
Nördlingen - Nachdem es bereits einige kleinere Veranstaltungen der AfD in Nordschwaben gab, kommt nun eine politisches Schwergewicht nach Nördlingen. Die Europa-Abgeordnete ist ebenfalls Mitglied des Bundesvorstands und wird im Herzen des Rieses Wahlkampf machen. Organisator der Veranstaltung ist der AfD-Kreisverband Nordschwaben um seinen Vorsitzenden Ekkehard Lehmann.
Der Nördlinger Oberbürgermeister Herrmann Faul erklärt im Interview mit unserer Redaktion, dass er das Recht auf eine Freie Meinungsäußerung respektiere. Außerdem bestätige er, dass der Schrannensaal an diesem Abend an die AfD vermietet wurde, nachdem zuvor eine Turnhalle und der Stadtsaal im Klösterle angefragt wurden. "Solange die AfD nicht als verfassungsfeindliche Partei verboten ist, werden wir die Partei nach den demokratischen Grundsätzen behandeln, auch wenn sie sich nicht immer demokratisch gibt," erklärt das Stadtoberhaupt. Die Veranstaltung abzusagen sei für den Oberbürgermeister keine Option, da er bei einem möglichen Rechtsstreit keine Erfolgsaussichten sieht.
In der Zwischenzeit formiert sich bereits Widerstand gegen die Veranstaltung der AfD. Bernhard Kusche, Sprecher des Kreisverbands der Deutschen-Friedens-Gesellschaft, will ein breites Bündnis aus Politik und Gesellschaft schmieden, um gegen die Veranstaltung der AfD zu protestieren. " Wir halten die Partei AfD für schädlich für die BRD und schlimm für den europäischen Gedanken. Diese Menschen haben erkannt, dass mit der Hau-drauf-Rhetorik der früheren rechten Parteien kein Ziel erreicht werden kann. Sie kommen mit wesentlich subtileren und auch gefälligeren Argumentationsketten daher," so Kusche. Er hofft, dass sich auch die Stadt Nördlingen dem Protest gegen die Veranstaltung anschließt.
Auch die Polizeiinspektion Nördlingen hat sich bereits mit dem Thema befasst, wie der Leiter Walter Beck erklärt. "Wir haben eine Voranzeige für eine Veranstaltung bekommen," so der Inspektionsleiter. "In den nächsten Wochen bis zu der Veranstaltung werden wir uns die Entwicklung auf beiden Seiten - Veranstalter sowie Gegenveranstaltung - genau ansehen und dann über den personellen Einsatz entscheiden. Reichen unsere eigenen Kräfte nicht aus, stehen Verstärkungseinheiten aus Augsburg zur Verfügung. "