30. Oktober 2017, 11:36

CSU Harburg - Themenabend Natur und Landwirtschaft

. Bild: W. Stolz/CSU Harburg
Nitrat, Glyphosat, Düngeverordnung, Insektensterben, Klimawandel – eine ganze Palette von Problemen hatte der CSU-Ortsverband Harburg für seinen Themenabend zu Landwirtschaft, Natur und Umwelt ausgewählt. Über die Herausforderungen für die Landwirtschaft referierte die Vorsitzende des Landwirtschaftausschusses im Landtag, die Abgeordnete Angelika Schorer aus dem Allgäu.
Harburg - In den Mittelpunkt stellte Angelika Schorer vor allem die Werbung für das Kulturlandschaftsprogramm, das erfolgreich zur Wirkung komme und betonte, dass die Landwirtschaft nicht Hauptanwender des Glyphosats sei und auch der Nitrateintrag nicht nur auf sie zurückgehe. Trotzdem sei hier ein Wandel geboten. Für die Zukunft warb sie darum, die besonders gute Qualität der landwirtschaftlichen Produkte (Premium-Produkte) als Merkmal bayerischer Landwirtschaft zu fördern und herauszustellen. Insbesondere den Möglichkeiten der Milchwirtschaft müsse weiter große Aufmerksamkeit gelten. Wichtiges Anliegen war ihr, die Landwirte und ihre Repräsentanten zu einem intensiven Dialog mit den Verbrauchern aufzufordern. Die geringe Kenntnis der Elemente und Bedingungen bäuerlicher Produktion führe zu vielen Fehldeutungen und unerfüllbaren Forderungen.
Für die Koalitionsverhandlungen in Berlin meldete Schorer die Sicherung des Stellenwertes und den Respekt für das Eigentum, auch für das bäuerliche an. Man wolle ein eigenständiges Landwirtschaftsministerium behalten und auch die Digitalisierungsoffensive für die Landwirtschaft nutzen. Zur viel kritisierten Düngeverordnung meinte sie, man habe leider nicht alle Wünsche und Erwartungen durchsetzen können, aber andererseits seien in diesem Bereich auch einige Stellschrauben notwendig gewesen. Hier sei Verständnis für die Ziele ganz anders strukturierter Bundesländer notwendig gewesen. Sie sprach sich hier für Verbesserungen bei der Umsetzung auf bayerischer Ebene aus.
Für die äußerst lebhafte Diskussion hatte der Kreisobmann des Bauernverbandes, Karlheinz Götz in seinem Grußwort schon die Schwerpunkte gesetzt. Er befürwortete eine Ausdehnung der Digitalisierung und mahnte das flächendeckende schnelle Internet auch für die letzten ländlichen Räume an. An dem „Monster“ der Düngeverordnung übte er lebhafte Kritik, vor allem, weil er durch Vorgaben und Regelungsdichte ein Verlust guter fachlicher Praxis in der Agrarwirtschaft zu befürchten sei.
Die beiden Themen, die Götz besonders aufgriff, den diskutierten Nationalpark Donau-Auen und die Ausbreitung des Bibers mit zunehmend sehr schädlichen Auswirkungen, rutschten in den Wortmeldungen erwartbar in den Vordergrund. Die Gegner des Nationalparks übten an dem Vorhaben intensive Kritik, insbesondere auch an den Nutzungseinschränkungen und Beeinträchtigungen, die für die Landwirtschaft, aber auch die bisherige schutzorientierte Pflege der Waldbestände erhebliche Auswirkungen haben könnten.
Angelika Schorer ließ ihre eigene Zurückhaltung durchblicken, versprach vor allem, sich für den Grundsatz einzusetzen, dass alles mit den Bürgern, nichts gegen die Bürger geschehen solle. Sie bemerkte, dass der Widerspruch vor Ort in München wohl bemerkt werde und in die weiteren Schritte einbezogen werde. Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler ließ seine eigene Skepsis zu diesem Projekt erkennen, forderte aber mehr Stellungnahmen von betroffenen und beteiligten Gemeinden ein. Nur zwei Gemeinden hätten ihren Widerspruch zum Nationalpark bisher klar öffentlich zum Ausdruck gebracht.
Angelika Schorer hatte schon in ihrer Rede das Thema Biber aufgegriffen und an die noch anstehenden Probleme mit dem Fischotter und dem Wolf erinnert. Sie sprach sich für eine Überarbeitung der Artenschutzliste aus und verlangte die Möglichkeit zu größerer Flexibilität im Vorgehen vor Ort. Landrat Rößle berichtete, dass von seiner Behörde jetzt in Tapfheim die generelle Genehmigung zum Abfangen erteilt worden sei und dies auch anderswo nach Überprüfung geschehen könne. Aus seiner Sicht sei der Schutzstatus des Bibers zu hoch angesetzt. (pm)