2. März 2020, 08:13

Podiumsdiskussion in Harburg

Die Kandidaten Christoph Schmidt (Unabhängige), Axel Wiedenmann (FW/PWG), die Moderatoren Mirko Zeitler und Annette Kopton, mit Bernd Spielberger (CSU) und Claudia Müller (SPD). Bild: Matthias Stark
Wer wird Harburgs neuer Bürgermeister? Vier Kandidaten stellen sich zur Wahl. Die Bürger konnten sich bei einer Podiumsdiskussion, organisiert vom Gewerbeverband, informieren.

Organisiert vom Gewerbeverband Harburg kamen rund 600 interessierte Bürgerinnen und Bürger in die Wörnitzhalle und lauschten den Ausführungen der vier Kandidaten Claudia Müller (SPD), Bernd Spielberger (CSU), Axel Wiedenmann (FW) und Christoph Schmidt (Unabhängige). Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Annette Kopton und Mirko Zeitler. 

Die vier Kandidaten diskutierten unter anderem über die Entwicklung der Innenstadt von Harburg, sowie über den aktuellen Mangel an Gewerbegebieten in der Stadt. Während Bernd Spielberger sich für einen Drogeriemarkt und einen Wochenmarkt stark machte, sprach Axel Wiedenmann von einer Wiederbelebung des Holzwurms und brachte die Idee des Ladensharings ins Gespräch. Alle waren sich einig, dass man ein Gewerbegebiet in Harburg brauche. Christoph Schmidt lenkte das Gespräch vor allem auf die ärztliche Versorgung und sprach eine mögliche Kinderarztpraxis in Harburg an. Claudia Müller erinnerte an die früheren Läden, die es nicht mehr gibt, weil es nicht mehr wirtschaftlich war. Deshalb müsse man die bestehenden Läden fördern und in diesen einkaufen. Einig waren sich alle, dass Enteignungen nicht in Frage kommen. Bernd Spielberger brachte auch die Idee, dass sich Harburg für die Landesgartenschau bewerben könnte ins Gespräch, die auf einer Wahlversammlung vorgeschlagen wurde. 

Natürlich mussten sich die Kandidaten auch zum Leben in und um Harburg äußern. Christoph Schmidt kritisierte, dass es keine freien Plätze in Kitas und Kindergärten gebe. „Das kann nicht sein“, so der unabhängige Kandidat. Axel Wiedenmann wiederum äußerte sich gegen einen Waldkindergarten und brachte den häufigeren Besuch im Wald ins Gespräch. Claudia Müller forderte, dass man das gesamte Gelände rund um die Schule neu bewerten und beplanen solle. Bernd Spielberger erinnerte nochmals an die herausragende Situation des Landkreises und erinnerte an den neuen Bahnhaltepunkt in Harburg und die Investition in den Haltepunkt Hoppingen. 

Die letzte moderierte Frage drehte sich um den Tourismus. „Viele kommen auf den Bock, auf die Brücke, und auf die Burg. Und dann fahren sie weiter. Aber wie kann die Stadt von dem Tourismus profitieren?,“ fragte Mirko Zeitler. Für Christoph Schmidt ist es essenziell, Ladestationen für E-Bikes anzubieten. Claudia Müller stimmte ihm zu und will sich für Fahrradtouristen stark machen. Außerdem regte sie eine Sanierung des Hallenbads an. In die gleiche Kerbe schlug Spielberger. „Dieses Schmuckstück müssen wir erhalten“. Axel Wiedenmann brachte nochmal den Wörnitzwasserweg ins Gespräch, der im ganzen Stadtgebiet entlang der Wörnitz entstehen könnte. Außerdem lobte er den Heimatverein. „Für 5.000 Euro bekommen wir vom Heimatverein ein Stadtfest. Asbach-Bäumenheim bezahlt 60.000 Euro im Jahr.“

Zahlreiche Besucher kamen in die Wörnitzhalle. Bild: Matthias Stark

Fragen aus dem Publikum

Die erste Frage drehte sich um die Nachhaltigkeit: „Was sind die Klimaziele in den nächsten zehn Jahren?“ Hier verwiesen die Kandidaten auf den Fragenkatalog der Ortsgruppe des Bund Naturschutz, der online einsehbar ist. Das Harburger Juze stellte die Frage, ob die Stadt die Jugend bei der Sanierung des Daches unterstützen würde. „Natürlich werden wir das Dach des Gebäudes sanieren und deshalb werden wir hier natürlich unserer Pflicht als Eigentümer nachkommen“, so Claudia Müller. Dem stimmten auch alle weiteren Kandidaten zu.

Die nächste Frage drehte sich um die Integration von Flüchtlingen. Axel Wiedenmann sprach sich für die Aufnahme aus, aber nicht in Mauren, sondern in der Kernstadt mit Anbindung und Beschäftigungsmöglichkeiten. Spielberger erklärte, dass Integration möglich sei, wenn dies von den Migranten gewollt ist. Claudia Müller erinnerte an die Notaufnahme 2015 in der Turnhalle und das große ehrenamtliche Engagement. „Entscheidend ist hier die Bündelung der Kompetenzen in der Stadt.“ Schmidt erinnerte an das große Engagement von Manfred Schick und lobte dies nochmals. 

Auf die Frage der Neuverschuldung gab es unterschiedliche Antworten. Spielberger könnte sich diese vorstellen, Schmidt und Wiedenmann ebenfalls. Müller positionierte sich dagegen. 

Nach rund zwei Stunden Diskussion endete der offizielle Teil mit der Abschlussrunde und der Frage an die Kandidaten: Was wäre ihre erste Amtshandlung? Claudia Müller würde die Aufgaben in der Verwaltung verteilen, Christoph Schmidt will Einzelgespräche mit den Mitarbeitern führen. Ähnlich will auch Bernd Spielberger vorgehen. Axel Wiedenmann würde überprüfen, ob die Möbel von Wolfgang Killian noch zu gebrauchen wären. Es schlossen sich jedoch noch zahlreiche individuelle Gespräche an. Die Diskussion wurde auch online übertragen. Hier waren teilweise über 300 Zuschauer im Livestream. 

Am Ende bedankte sich Franz Miller als Vorstand des Gewerbeverbands bei den beiden Moderatoren für die professionelle Abwicklung und bei den Kandidaten für das faire Miteinander.