22. Oktober 2019, 14:32

5. Fachkonferenz "Kirche im Ländlichen Raum"

Teilnehmende der 5. Fachkonferenz „Kirche im Ländlichen Raum“ in der ELKB, 16. - 17.10.2019 am EBZ Hesselberg. Vorne rechts Konferenzleiter Pfr. Christoph Seyler Bild: C. Marx
Am 16. und 17. Oktober fand am Evangelischen Bildungszentrum Hesselberg eine zweitägige Fachkonferenz "Kirche im Ländlichen Raum" statt.

Wie man neue Spielräume für Kirche und Gemeinde entdecken kann, aber auch was das integrierte Klimaschutzkonzept für die Evangelische Kirche in Bayern bedeutet, waren Schwerpunkte einer zweitägigen Fachkonferenz am 16. und 17. Oktober im Evangelischen Bildungszentrum (= EBZ) Hesselberg.

In seinem Vortrag „Das Land ist hell und weit“ erläuterte dabei Pfarrer Dr. Ralf Kötter vom Fortbildungsinstitut der Evang. Kirche Westfalen, wo sich seines Erachtens im Ländlichen Raum neue Möglichkeiten für Kirche und Gemeinde ergeben. Er ist überzeugt: Kirche kann gerade auch als Volkskirche in der Gegenwart eine wesentliche Funktion übernehmen, wenn sie sich auf einen leidenschaftlichen Weg hinein in die Welt macht. Sie muss sich dazu aufmachen zu den Menschen und ihren Herausforderungen. Gefragt ist eine Kirche des Vertrauens, der Verantwortung, der Transparenz und der Demut. Gelingt dies, können Kirche und Kommune zum Wohl aller kooperieren – und die Dorfgemeinschaften profitieren.

Einem ganz anderen Projekt widmete sich Kirchenrat Dr. Wolfgang Schürger in seinem Referat. Der Klimabeauftragte der evangelischen Kirche in Bayern (= ELKB) stellte den Teilnehmern das weiterentwickelte Klimaschutzkonzept der ELKB vor. Dieses Konzept will eine neue Kreativität für Nachhaltigkeit freisetzen. In den genannten Maßnahmenvorschlägen aus fünf Themenfeldern kann jeder Kirchenvorstand etwas finden, das sich bei ihm vor Ort schnell realisieren lässt. Auch die Landessynode steht voll dahinter und hat dieses Konzept mit großer Mehrheit in ihrer Frühjahrstagung 2019 beschlossen.

Durch das Klimakonzept will die ELKB zeigen, dass sie die Verantwortung für die Schöpfung, aber auch für das Leben zukünftiger Generationen ernst nimmt. Man übernimmt eine aktive Rolle im Kampf gegen den globalen Klimawandel. Die Vorschläge wollen ermutigen, mit dem Klimaschutz dort zu beginnen, wo er in der eigenen Gemeinde oder Einrichtung gut und effizient umzusetzen ist. Das Spektrum der Vorschläge reicht von der energetischen Gebäudesanierung und der Optimierung von Beleuchtungen über Anreize für eine umweltfreundliche Mitarbeiter-Mobilität bis hin zum Einkauf nachhaltiger Lebensmittel oder der Nutzung von Recycling-Papier. Viele kleine Schritte können eine große Wirkung zeigen, sind die Entwickler überzeugt.

In der Fachkonferenz informierte darüber hinaus Prof. Dr. Thomas Zeilinger, Beauftragter der ELKB für Ethik im Dialog mit Technologie und Naturwissenschaft, über die gesellschaftlichen Herausforderungen der Digitalisierung für ländliche Räume. Pastorin Ricarda Rabe, Referentin für den Kirchlichen Dienst auf dem Lande in der Evang.-Luth. Landeskirche Hannover, stellte die Arbeit des Evangelischen Dienstes auf dem Lande (EDL) vor. Die EDL-Vorsitzende betonte, dass der EDL die landeskirchlichen Arbeitsstellen für die Arbeit in den ländlichen Räumen fördert und sie miteinander vernetzt. Er engagiert sich auch mit Infoständen bei der Grünen Woche in Berlin sowie an Kirchentagen. Am Beispiel der evangelischen Gemeinden in der Etrem-Diaspora des Bayerischen Waldes, vorgestellt von Pfarrerin Dr. Ulrike Kuschel aus Freyung, diskutierten die Teilnehmenden außerdem über die bereichernde Wirkung konfessioneller Minderheiten für den ländlichen Raum.

Die Fachkonferenz im EBZ Hesselberg diente der innerkirchlichen Vernetzung und Meinungsbildung. Sie fand auf Einladung der Evangelischen Fachstelle für Ländliche Räume statt, die auf dem mittelfränkischen Hesselberg angesiedelt ist. Die Fachstelle beschäftigt sich mit Fragen der ländlichen Räume und mit der Schnittstelle von Kirche und Gesellschaft. (pm)