Laufsport

Donauwörtherin Theresa Ritzka läuft über 100 Kilometer beim Munich Backyard

Ursprünglich wollte Theresa nur die Marathondistanz zurücklegen - am Ende wurden es über 100 Kilometer. Bild: privat
Eigentlich wollte Theresa Ritzka beim Munich Backyard nur sieben Runden laufen. Am Ende wurden es 100,5 Kilometer: Die Läuferin aus Riedlingen wuchs über sich hinaus und belegte den 16. Platz unter den Frauen.

Am vergangenen Wochenende trat Theresa Ritzka aus Riedlingen beim Munich Backyard in Oberschleißheim an. Der Backyard Ultra ist eine extreme Form des Langstreckenlaufs, bei der vor dem Start nicht feststeht, welche Distanz am Ende zurückgelegt werden muss. Der Wettkampf fordert den Teilnehmern deshalb eine besondere physische und psychische Leistungsfähigkeit ab.

Dabei gibt es keine klassische Zeitmessung: Zu jeder vollen Stunde starten die Läufer auf eine 6,7 Kilometer lange Strecke, die sie innerhalb von 60 Minuten zurücklegen müssen, um zur nächsten vollen Stunde wieder pünktlich am Start zu stehen. Die Runden werden so lange wiederholt, bis nur noch ein Teilnehmer übrig ist. Dieser muss mindestens einen Loop mehr als seine Konkurrenten absolvieren und gilt damit als Sieger. Alle anderen erhalten eine Medaille mit dem Aufdruck „DNF“. Die Abkürzung steht für „did not finish“, also „nicht beendet“.

Sieben Runden als Ziel

Theresa Ritzka trat mit dem ehrgeizigen Plan an, mindestens sieben Runden und damit die Marathondistanz zu laufen. Die besondere Herausforderung bestand für sie darin, bewusst langsam zu laufen. Ideal ist eine Rundenzeit von etwa 40 bis 45 Minuten, damit die Pausen bis zum nächsten Loop nicht zu lang ausfallen und der Laufrhythmus erhalten bleibt. Gleichzeitig sind die Unterbrechungen wichtig, um etwas zu essen und zu trinken oder eine kurze Massage zu bekommen.

Am Samstag um 09:00 Uhr starteten 600 Läufer, deren Zahl sich von Runde zu Runde allmählich reduzierte. Trotz Starkregens zum Start fand Theresa Ritzka schnell ihren Rhythmus und absolvierte die ersten sieben Loops ganz locker. Inzwischen hatte sich die Sonne durchgesetzt und die Läufer konnten ihre Runden um die idyllisch gelegene Regattastrecke bei perfekten Wetterbedingungen genießen.

Aus sieben werden 15 Runden

Die 28-Jährige, die mit den Jedermannsläufen im Landkreis groß geworden ist und sich momentan eigentlich im Rahmen ihrer Hyrox-Vorbereitung gezielt auf Krafttraining konzentriert, beschloss, noch nicht aufzuhören und bis zur zehnten Runde weiterzulaufen. Als sie die 67 Kilometer zurückgelegt hatte, war es bereits fast 19:00 Uhr und allmählich wurde es dunkel. Die Athletin, die bis dahin noch keinen einzigen Marathon absolviert hatte, setzte sich deshalb ein neues Ziel: die doppelte Marathondistanz beziehungsweise 13 Runden.

Auch dieses Ziel erreichte sie. Nun wurde ihr bewusst, wie nahe sie bereits an der 100-Kilometer-Marke war. Also lief sie zwei weitere Runden und beendete ihren Wettkampf nach Mitternacht mit 100,5 Kilometern und einer Nettozeit von 11:43:05 Stunden.

Stolz trotz „Did not finish“

Entsprechend stolz nahm sie auch die „Did not finish“-Medaille entgegen. Als der Sieger Nicolae Lucian Murarescu nach unglaublichen 43 Runden beziehungsweise 288,1 Kilometern am frühen Montagmorgen ins Ziel kam, war Theresa Ritzka bereits auf Zypern und hatte dort im Urlaub einen Strandtag zur Erholung hinter sich.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass sie 468 Läufer hinter sich gelassen und den Wettkampf als 16. Frau beendet hatte. (dra)