25. Juni 2018, 09:57

A³ Wirtschaftsdialog digital_real bei Grenzebach Maschinenbau GmbH

Bild: Matthias Stark
Digitalisierung ist in aller Munde und bietet scheinbar riesige Chancen in allen Disziplinen – doch was bedeutet das für Unternehmen? Welche Maßnahmen eignen sich für welche Firma und wo sollte man als erstes ansetzen? Welche technischen Möglichkeiten bietet die Digitalisierung, nicht nur im Bereich der Produktion, sondern auch in Bezug auf Homeoffice und Mitarbeiterführung?
Asbach-Bäumenheim - Zur Diskussion kamen auf Einladung der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH über 80 Teilnehmer zum A³ Wirtschaftsdialog digital_real am 20.06.2018. Gastgeber war die Grenzebach Maschinenbau GmbH mit Sitz in Asbach-Bäumenheim/Hamlar. Als Kooperationspartner war auch das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg mit dem Mittelstand 4.0-Mobil vor Ort.
Führungen durch die Produktionshallen bei Grenzebach und das neue Mittelstand 4.0-Mobil
Während des Wirtschaftsdialogs hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die Produktionshallen der Firma Grenzebach zu besichtigen. Zu den besonderen Highlights der Führung zählten die von Grenzebach entwickelten fahrerlosen Transportsysteme, die unterschiedliche Produktionsschritte autonom miteinander verbinden, sowie das Industrie 4.0 Lab der Firma. Ein weiteres Highlight war das neue Mittelstand 4.0-Mobil des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Augsburg. Es demonstriert, wie digitalisierte Montage, Instandhaltung und Fabrikplanung künftig aussehen könnten und bietet Möglichkeiten zum Ausprobieren von Mixed Reality. Mit einer Virtual Reality Brille konnten die Teilnehmer virtuell eine Produktionshalle besichtigen, Smart Watches bieten die Möglichkeit auch in großen Produktionshallen die Übersicht zu bewahren und die Smartwatch mit integrierten Display fügt direkt dem Sichtfeld des Benutzers Informationen hinzu.
Digitalisierung gemeinsam anpacken
Neben den praktischen Einblicken standen auch Austausch und Information im Mittelpunkt des Wirtschaftsdialogs. Christoph Berger, Geschäftsführer des Mittelstand 4.0- Kompetenzzentrums Augsburg, beschäftigt sich mit den Schwerpunkten Arbeit 4.0, Logistik 4.0, digitale Geschäftsmodelle und Produktionsautomatisierung. Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg unterstützt kleine und mittlere Unternehme mit praktischen
Informationen, Lernangeboten und Lösungsansätzen, um die Veränderungen von Industrie 4.0 als Chance nutzen zu können. In seinem Vortrag „Digitalisierung gemeinsam anpacken“ ging Christoph Berger näher auf die Leistungen des Mittelstand 4.0- Kompetenzzentrum Augsburg ein: „Digitalisierung ist wie ein Sport, da muss man was machen und einfach damit anfangen“, so Berger. Zu den Leistungen des Kompetenzzentrums zählen vor allem Veranstaltungen, Schulungen und Projekte. Außerdem wurde das Umsetzungsprojekt zum Thema Smartwatch vorgestellt, das auch im Mittelstand 4.0-Mobil demonstriert wird.
Die Firma Grenzebach auf dem Weg in die Digitalisierung
Unter diesem Titel stellte Christian Herfert, Senior Manager Technology & IP und verantwortlich für die Themen Industrie 4.0 und Digitalisierung bei der Grenzebach Maschinenbau GmbH, Erfahrungen aus erster Hand vor. Die Grenzebach Maschinenbau GmbH ist weltweit führender Spezialist für die Automation industrieller Prozesse. Das Unternehmen entwickelt für die globalen Märkte der Glas- und Baustoffindustrie sowie der Intralogistik maßgeschneiderte Automatisierungslösungen von der Planung bis zur Fertigung und Inbetriebnahme. Das Unternehmen steht für „High Tech mit innovativer Leidenschaft“, entwickelt und setzt neue und innovative Technologien im 2016 neu gebauten Innovation Center in Hamlar um. Mit einem Team aus 20 Entwicklern und Ingenieuren sowie einer Montagefläche von 1.450 Quadratmetern werden interdisziplinäre und agile Ansätze verwirklicht. Technologien aus dem privaten Leben werden von den Menschen auch im industriellen Umfeld erwartet, denn „die digitalisierte Arbeitswelt von morgen ist durch digitale Kommunikation miteinander ‚connected‘“, so Herfert.
3D-Druck sinnvoll in kleinen und mittleren Unternehmen einsetzen
Die CONSUNIQUE GmbH bietet unter anderem Bauteile aus der eigenen additiven Fertigung sowie Dreh-, Fräs- und Blechteile an. Der Name CONSUNIQUE setzt sich aus den Wörtern „Constellation“ und „Unique“ zusammen. Wie Digitalisierung und Additive Manufacuturing sinnvoll genutzt werden können, verriet Emanuel Hauner, Geschäftsführer der CONSUNIQUE GmbH: „Das eine geht nicht ohne das andere. Wer in Additive Manufacturing einsteigen möchte, der muss in Digitalisierung investieren. Internet of Things und die Vernetzung von Mensch und Maschinen bilden die Grundlage.“
Mitarbeiter fördern – Qualifizierung im Kontext Arbeit 4.0
„Erfolgreich ist nur, wer alle Mitarbeiter mit auf den Weg nimmt!“ lautet die Devise im Vortrag von Stefanie Pöschel von A³. Die Qualifizierung in Zeiten der Digitalisierung ist ein wichtiges Thema, das vor allem kleine und mittlere Unternehmen derzeit vor Herausforderungen stellt. Doch was bedeutet eigentlich Arbeit 4.0 für den einzelnen Arbeitsplatz, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und welche Qualifikationen sind notwendig? Diese Fragen werden im Rahmen von Weiterbildungen des geförderten Projektes TEAM 4.0 – Technologische Entwicklungen am Augsburger Arbeitsmarkt beantwortet.
Arbeit 4.0 in der Praxis – was bedeutet das für die Unternehmen?
Die Solvepack GmbH ist ein IT-Beratungshaus mit dem Schwerpunkt auf Microsoft Technologien. Die umfangreiche technische Lösungskompetenz in unterschiedlichen Branchen hilft Unternehmen, fachliche Problemstellungen zu lösen. Fritz Greitsch, geschäftsführender Gesellschafter und Informatiker seit über drei Jahrzehnten, erklärt:
„Wir digitalisieren mit neuesten Technologien und motivierten Mitarbeitern den Mittelstand.“ In seinem Vortrag beschrieb er die Entwicklungen zur Arbeit 4.0: Solvepack unterstützt bei seinen Kunden mit optimierten Vorgehensmodellen die ProjektDurchführung und hat selbst schon als Arbeitgeber bereits Erfahrungen im Bereich Arbeit 4.0 gesammelt.
Networking im Innenhof der Grenzebach Maschinenbau GmbH
„Meine Empfehlung an die Gäste ist, nun die Angebote aus der Region zum Thema Digitalisierung zu nutzen und auf die Anbieter zuzugehen“, so das Schlusswort zu einem informativen Nachmittag von Andreas Thiel, Geschäftsführer der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH. Beim anschließenden Get-together konnten sich die Teilnehmer des Wirtschaftsdialogs weiter austauschen und offen gebliebene Fragen an die Referenten stellen. Auch kulinarisch wurde mit dem Food-Truck von „Jim’s grosse Klappe“ einiges geboten. Mit nachhaltigem Streetfood aus der Region ging der A³ Wirtschaftsdialog entspannt zu Ende. (pm)