1. April 2020, 10:09

Geräte aus Nördlingen weisen Corona-Viren nach

Ein Blick in die Fertigung bei LRE. Hier werden die Testgeräte gebaut Bild: LRE Medical GmbH
Die Nördlinger Firma LRE Medical hat gemeinsam mit ihren Kunden Testgeräte entwickelt, die bereits innerhalb von kurzer Zeit ein Ergebnis auf eine Infektion mit Sars-CoV-2-Viren liefern.

An der Ecke Industriestraße/Hofer Straße in Nördlingen deutet nur ein kleines Schild auf die Firma LRE Medical GmbH hin. Zwischen den Hallen von Eisen-Fischer liegt die Fertigung und Verwaltung des Unternehmens, Vertrieb und Entwicklung sind am Gründungssitz in München. Insgesamt beschäftigt die Firma an den Standorten Nördlingen und München 230 Mitarbeiter, der Großteil arbeitet allerdings im Ries. 

Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus

Hier werden auch seit neuestem Diagnosegeräte hergestellt, die einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus leisten können. Kunden der LRE Medical sind globale medizinische Industriekonzerne. Bereits seit 2018 produziert LRE Medical in Nördlingen im Auftrag seiner Kunden Analysegeräte für die Molekulardiagnostik. „Die Kunden kommen mit ihren Ideen für einen Test zu uns. Im Kundenauftrag entwickeln, konstruieren und fertigen wir die Geräte dazu, sprich wir sind Dienstleister. Viren hinterlassen eine einzigartige Sequenz in der menschlichen DNA. In Verbindung mit einer Testkartusche, in welche das Probenmaterial z.B. ein Abstrich aus den Nasennebenhöhlen oder Blut eingebracht wird, kann analysiert werden, ob ein bestimmter Krankheitserreger in der Probe enthalten ist und wenn ja, welcher. Aktuell wurde von unseren Kunden speziell für den Sars-CoV-2-Virus eine neue Testkartusche entwickelt“, so Jürgen Neumann, Geschäftsführer der LRE Medical GmbH.

Seit knapp 60 Jahren am Markt

„Wir sind seit knapp 60 Jahren am Markt und haben uns zu einem führenden internationalen Dienstleister im Bereich medizinischer diagnostischer Geräte entwickelt“, so Neumann. Aus vertraglichen Gründen kann sich die Nördlinger Firma nicht dazu äußern, für welche Unternehmen die Geräte produziert werden. 

Kapazitäten müssen ausgebaut werden

„Als entwickelnder und produzierender Dienstleister freuen wir uns, dass mit diesen Produkten geholfen wird, die Ausbreitung des Sars-CoV-2 zu reduzieren“, erklärt der Geschäftsführer weiter. Zudem macht der Geschäftsführer aber deutlich, dass die Kapazitäten in Nördlingen massiv ausgebaut werden. „Wir stehen hier Seite an Seite in der Abwehr eines unsichtbaren Feindes. Deshalb ist es nun wichtig, dass die Medizintechnik-Industrie ihren Beitrag leistet. Wir verzeichnen eine sehr hohe Nachfrage und fahren deshalb unsere Produktion hoch, was einen Bedarf an Arbeitskräften mit sich bringt“, so Neumann abschließend.