5. Oktober 2017, 18:00

Kommentar: Braucht Donauwörth die Donaumeile?

Seit 5. Oktober kann in der Donaumeile geshoppt werden. Bild: Jennifer Wagner
Am heutigen Donnerstag, 5. Oktober 2017, war es soweit: Das Einkaufszentrum "Donaumeile," welches der Definition nach ein Nahversorgungszentrum ist, öffnete seine Pforten.  Im Vorfeld war viel darüber diskutiert worden, ob dieses Zentrum Donauwörth voran bringt, oder eben nicht. Die Stimmung war gerade bei unseren Lesern eher negativ.
Donauwörth - Erst einmal muss man festhalten, dass der Stadt Donauwörth mit Hilfe der Firma Pletschacher ein weiterer Coup gelungen ist. Erst die Ansiedelung des H&M, nun das Einkaufszentrum. Beides sind Projekte, um die viele andere Städte Donauwörth beneiden dürften. Die Donaumeile bietet auf über 9.000 Quadratmetern nun ein breites und umfangreiches Sortiment an. Das Gebäude ist optisch gelungen und wirkt großstädtisch. Mit Depot, MyShoes und Hervis sind neue Marken in Donauwörth angesiedelt worden, die bisher nicht zu finden waren und das bestehende Angebot ergänzen. Natürlich sind diese neuen Geschäfte auch eine gewisse Konkurrenz für die anderen Händler in der Stadt. Aber im Normalfall fördert Konkurrenz den Wettbewerb. Gerade im Bereich der Schuhe und der Sportgeschäfte hat es in Donauwörth in den letzten Jahren ein Sterben gegeben, der Bedarf sollte vorhanden sein.
Ob Donauwörth dieses Einkaufszentrum braucht, ist meiner Ansicht nach noch nicht absehbar. Natürlich verliert die Reichsstraße mit dem Müllermarkt einen Frequenzbringer. Aber gerade im Handel gibt es immer wieder einen Wandel und damit kann auch hier etwas neues entstehen. Der Eigentümer sucht ja bereits nach einem neuen Mieter. Aber die Händler haben sich dafür entschieden, vermutlich langfristige, Mietverträge bei der Firma Pletschacher zu unterschreiben und stehen zu dem Projekt. Ein Symbol dafür dürfte auch die Ansiedelung von Ihle-Baker´s sein. Bisher gibt es nur eine Filiale davon, diese befindet sich in Augsburg und bringt frischen Wind in die Gastronomieszene.
Keine Alternative für den Standort
Für den Standort in der Dillinger Straße gibt es im Stadtgebiet keine Alternative. Eine andere Ansiedlung wäre nur auf der Grünen Wiese möglich gewesen. Genau das wollte man aber in der Stadtverwaltung nicht. Das hätte die Stadt und die Reichsstraße noch mehr getroffen. Mit dem Einkaufszentrum wird das Angebot der Stadt nun ergänzt. Die Geschäfte im Nahversorgungszentrum sind keine Konkurrenz, zu den bestehenden Händlern. Alle waren bisher schon in der Stadt oder haben die Lücken von Fachgeschäften (Sport Frank, Schuh Vötter, Spielwaren Ludl) besetzt.
Bei meinem Besuch am gestrigen Abend war ich positiv überrascht. Das Ambiente ist freundlich und die Geschäfte sind großzügig. Dazu gibt es immer die Möglichkeit, schnell eine Kleinigkeit zu essen. In meinen Augen ist das Nahversorgungszentrum eine Bereicherung für die Stadt. Würden in der Donaumeile neue Bekleidungsketten wie NewYorker und C&A eröffnen, wäre das ein deutlich härterer Schlag, möglicherweise sogar der Todesstoß für die Innenstadt, gewesen. Hier liegt es nun an den Hauseigentümern in der Innenstadt, solchen Ketten Flächen anzubieten und die Innenstadt wieder zu beleben und den Konsumenten ein vielfältiges Angebot zu bieten. Derweil zeigt die Innenstadt bereits neues Leben. Die Boutique OhLaLa zieht von der Eichgasse in die Reichsstraße. Zudem ist das Projekt Tanzhaus noch in der Pipeline.
Die Donaumeile kann nun zur Chance werden, die gesamte Ecke Dillingerstraße / Bahnhofsstraße weiter zu entwickeln. Wichtig dabei ist, dass die Donaumeile in Zukunft in das Stadtmarketing und die CID integriert wird. Zudem muss auch das Verkehrsproblem gelöst werden. Auf der anderen Seite muss aber auch das Management der Donaumeile gewillt sein, ein attraktives Angebot zu bieten, das über das Einkaufen hinaus geht, und mit den anderen Händlern zusammenzuarbeiten, getreu dem Motto der CID "Gemeinsamkeit macht stark".