28. Juli 2017, 07:58

Neue Lokomotiven verstärken Fahrzeugflotte der BayernBahn

Auch die ehemalige Rheingold-Ellok 113 267 gehört nun zum Bestand der BayernBahn in Nördlingen. (BIld: Martin Morkowsky) Bild: DRA
Weitere Verstärkung erhielt der Bestand an Betriebslokomotiven der BayernBahn GmbH Nördlingen im ersten Halbjahr 2017.
Nördlingen - Mit 362 558 (Krupp Fabrik-Nr. 3981/Baujahr 1960) ist eine weitere funkferngesteuerte Lok der Baureihe V 60 nach Nördlingen übergesiedelt. Die für den Rangier- und Übergabedienst vorgesehene Maschine erhält derzeit im Heimat-Betriebswerk eine neue Untersuchung und unterstützt dann die bereits vorhandenen sieben Lokomotiven der Baureihe  V 60.
Nachdem sich die im vergangenen Jahr übernommene 295 093 sehr gut bewährt hatte, konnte nun mit 295 087 (MAK Kiel Fabrik-Nr 1000 760/Baujahr 1978) eine weitere funkferngesteuerte Lok aus der V 90-Familie erworben werden. Die Maschine erhält in den nächsten Wochen im Ausbesserungswerk (AW) Bremen der DB-Fahrzeuginstandhaltung eine umfassende Untersuchung.
Auch bei der Ellokflotte gab es Zuwachs. Um die schon vorhandene 140 856 mit einer 2. Traktionsmaschine fahren zu können, wurde mit 140 850 (Henschel FNr. 31696//AEG 8804/1972) eine weitere Lok der Baureihe E 40 von DB Cargo übernommen. Auch diese Lok wird derzeit einer Untersuchung im Werk Rostock unterzogen.
Nach mehrjährigen Verhandlungen konnte nun auch die ehemalige Rheingold-Ellok 113 267 (Krauss-Maffei FNr. 18926/Bj 1962 - Unser Titelbild) in den Nördlinger Bestand übernommen werden. Die Maschine stand jahrelang im Werk Dessau als Ersatzteilspender abgestellt. Nach Komplettierung aller Fehlteile wird sie wieder ihr beige-bordeauxrotes Farbkleid erhalten; auch der Nachbau der Pufferschürzen ist geplant. Nach Fertigstellung stellt die BayernBahn GmbH die Lokomotive dem Bayerischen Eisenbahnmuseum als Ausstellungsstück zur Verfügung, nachdem derzeit kein geeignetes Einsatzprofil für 160 km/h-Loks bei der BayernBahn besteht.
Die zum vergangenen Jahreswechsel durchgeführten Probefahrten mit den Siemens Vectron DE vor dem Henkel-Zug waren erfolgreich. Dabei konnten die eingesetzten Maschinen vor den rund 1200 t schweren Zügen sowohl hinsichtlich Zugkraft, als auch im Dieselverbrauch überzeugen. Bemerkenswert war hier insbesondere, dass die Kosten für den Betriebsstoff Diesel gleichauf mit den Stromkosten (einschließlich der Stromsteuer, KWK-Abgabe, EEG-Umlage, Verwaltungskosten für Ausnahmegenehmigungen, Stromsteuer-Transparenz-verordnung usw.) lag. Im Hinblick auf den einsparbaren Verwaltungsaufwand in den EVU könnte man den Eindruck gewinnen, daß die Politik statt umweltfreundlicher Traktion mit Strom eher den nicht CO 2-neutralen Dieselverbrauch samt seines Partikelausstoßes fördern möchte. Einzig die derzeit noch nicht lieferbare Version des Vectron DE mit Funkfernsteuerung dürfte einen größeren Markteintritt der Lok noch verzögern; damit ließen sich z.B. die im Henkelverkehr nötigen Rangieraufgaben in Wassertrüdingen mit dem Vectron abwickeln, was eine Lok einsparen würde.