23. Januar 2017, 10:46

Oettingen auf dem Weg zur Fairtrade-Town

Bald soll es noch mehr Fairtrade-Produkte in den Oettinger Geschäften geben. Bild: Miriam Ersch/Faritrade Deutschland
Oettingen will Fairtrade-Town werden. Bislang gibt es in den Oettinger Geschäften schon einige fair gehandelte Produkte zu kaufen. 
Oettingen - Fairtrade also fairer Handel ist heute so aktuell wie nie. Von dem was die Verbraucher für Schokolade, Kaffee, Tee, Kleidung etc. bezahlen, bekommen die Erzeuger nur einen verschwindend geringen Teil. Ganz anders sieht es beim fairen Handel aus. Mindestpreise, langfristige Handelsbeziehungen, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, soziales Engagement in diesen Regionen und Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit ermöglichen den Produzenten, sich selbst aus der Armut zu befreien und ein selbstbestimmtes Leben vor Ort zu führen.
Etwa 2.000 Fairtrade-Towns gibt es weltweit in über 28 Ländern, die Fairtrade-Towns Kampagne startete bereits im Jahr 2.000 in Großbritannien. Nun macht sich auch Oettingen auf den Weg zur Fairtrade-Town, möchte dieses Ziel bis zum Herbst 2017 erreichen und damit soziale Verantwortung übernehmen und Vorbild für die Bürgerinnen und Bürger und die Region sein.
Ein entsprechender Stadtratsbeschluss erfolgte im Dezember 2016. Damit verpflichtet sich die Stadt Oettingen bei städtischen Veranstaltungen wie z.B. Empfängen, Ehrungen, Besprechungen, in Präsentkörben etc. fair gehandelte Produkte zu verwenden.
Die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Town Oettingen. Bild: privat
Voraussetzung für die Bewerbung ist auch die Gründung einer Steuerungsgruppe, die am 16. Januar 2017 ins Leben gerufen wurde und momentan aus vier Mitgliedern besteht: Sabine Koloska („Soziale Stadt“), Birgitt Mayer (Stadtverwaltung), Anke Eisenbarth-Wessel (Werbegemeinschaft) und Heidemarie Holzmann (Eine-Weltladen Nördlingen).
Je nach Einwohnerzahl der Stadt gibt es weitere Anforderungen, die für eine Bewerbung erforderlich sind. So müssen in Oettingen drei Geschäfte mindestens zwei Fairtrade-Produkte anbieten, zwei Gastronomen mit mindestens zwei Angeboten dabei sein (wie Kaffee, Tee, Trinkschokolade, Zucker, Orangensaft...). Eine Schule, eine Kirche und ein Verein sollen jährlich mindestens eine Aktion zum Thema Fairtrade durchführen und bei Veranstaltungen oder Sitzungen Fairtrade-Produkte anbieten.
Bei den Geschäftsleuten in Oettingen ist die Resonanz sehr positiv, einige Läden bieten bereits Fairtrade-Produkte an. So gibt es bereits einige Geschäfte wie den Naturkostladen Dinkelmeyer, den Holunderhof Lohe, den Grünen LeichtSinn (mit fair gehandelten Rosen), Element Haar by Isabella (mit fair gehandeltem Schmuck) und EDEKA mit entsprechenden Produkten. Auch bei den ersten Gastronomen gab es ein gutes Feedback, in 2017 mindestens zwei Produkte in ihre Karte aufzunehmen.
Beide Kirchen, der TSV als größter Verein der Stadt, der Schützenverein, beide Schulen und die Offene Hilfen Oettingen haben grünes Licht gegeben: sie können bereits auf Aktionen verweisen bzw. werden 2017 starten. Der Eine-Weltladen Nördlingen hat seine Unterstützung signalisiert sowohl in beratender und praktischer Hinsicht als auch mit Vorträgen zu diesem Thema. Die Registrierung bei Fairtrade Deutschland erfolgte am 16.Januar 2017, Oettingen ist also bereits im Städteverzeichnis von Fairtrade Deutschland zu finden: www.fairtrade-towns.de/fairtrade-towns/staedteverzeichnis/ (pm)
Bild: DRA