24. März 2017, 10:06

Unternehmer aus Leidenschaft

Bild: privat
Am 26. März 2017 ist es soweit. An diesem Tag begeht Helmut Unger, Unternehmer aus Donauwörth, seinen 70. Geburtstag und nicht nur das, auch sein Unternehmen steht vor dem Jubiläum des 70 jährigen Bestehens.
Donauwörth - Fragt man Helmut Unger nach seinem Lebensmotto, dann zitiert er Rilke:  „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn, ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen aber versuchen will ich ihn.“ 1977 übernahm Unger das elterliche Handwerksunternehmen und baute es zu einer Unternehmensgruppe aus, zusammengesetzt aus einer Holding in Donauwörth, Unger Estriche GmbH in Donauwörth, Unger Bodenbeläge GmbH in Donauwörth, Unger Thermo-Boden GmbH in München. In dieser Konstellation erreichte er die Branchenführerschaft und gilt seither als Modell für Deutschland.
Zwischenzeitlich hat er sein Unternehmensmodell ausgebaut. Es besteht heute aus 9 Unternehmen an 7 Standorten in der Bundesrepublik Deutschland. Als jüngster vereidigter Sachverständiger hat er 38 Jahre lang als Gutachter gewirkt, hat nebenbei zahlreiche Erfindungen und Patente entwickelt. Den größten Schwerpunkt aber legt er auf seine Mitarbeiter. Mit „Integration ist mehr als Motivation“ führte er eine Unternehmensmannschaft, die maßgeblich den Erfolg der Firmengruppe ermöglicht hat. Mit Vision und Strategie hat er die Dinge gedacht, gesagt und getan. Durch die Veröffentlichung seines Buches mit dem Titel „Erfolgreich sein und trotzdem leben“ hat er sich auch als Buchautor einen Namen gemacht.
Aufbau Ost
Die Mutter von Helmut Unger stammt aus Chemnitz und so war es ihm ein Anliegen, dort seinen Beitrag zum Aufbau Ost zu leisten. Es begann in Chemnitz, wo er auf einem Grundstück von inzwischen 100 000 qm seinen Unger-Park erbaute und dort Unternehmen, die mit dem Bau zu tun haben, unter der Überschrift „Bauen und Leben“ ansiedelte. Nachdem eine Musterhausausstellung in Chemnitz innerhalb von einem Jahr zur erfolgreichsten Ausstellung in Deutschland avancierte, baute er einen neuen Hauptstandort in Leipzig und übernahm Musterhausausstellungen in Dresden und Erfurt. In Chemnitz entstand die Unger Bau-Systeme GmbH, die Firma Unger Park, die die Immobilien abwickelt und verwaltet und Inbasa ein Ingenieurbüro, dem von vornherein sein Sohn, Dr. Alexander Unger, vorstand. Zur Zeit entsteht nahe der deutschen Hauptstadt Berlin, genauer gesagt in Werder, auf einer Fläche von 30 000 qm ein weiterer Unger-Park, in welchem, dem Anspruch der Stadt gehorchend, Stadtvillen ausgestellt werden.
Der Mensch
Wenn jemand erfolgreich wird, dann hat er auch automatisch eine Verpflichtung, sich um diejenigen zu kümmern, denen es weniger gut geht. Als Unger sich in Chemnitz engagierte, traf er auf die Körperbehinderten Schule in Chemnitz, der es nach der Wende ausgesprochen schlecht ging. Unger, seine Tochter Iris und seine Mitarbeiter haben es sich zur Aufgabe gestellt, der Einrichtung und den Kindern dort zu helfen, indem sie nicht nur einen Spielplatz für die Kinder dort errichteten, sondern auch in einer beispielhaften Benefiz-Aktion einen Behindertenbus für die Schule organisierten und dann den körperbehinderten Kindern, die zum Teil eine überschaubare Lebenserwartung haben, jährlich einen Urlaub in schönen Gegenden ermöglichten.
Auch im fernen Brasilien engagierte sich Unger, in dem er seinem Bruder, der bis zu seinem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben deutscher Generalkonsul in Izmir (Türkei) war, in einem wichtigen Ansinnen zur Seite stand. Durch die Lebensmittelspekulationen ging es den Menschen in Brasilien ausgesprochen schlecht, sodass sie sich den Kindergarten und die Erzieherinnen dort mehr leisten konnten. Somit baute Unger nicht nur ein Kindergartengebäude, sondern sorgte auch für Kleidung, Ernährung und Gesundheit der Kinder. Zusätzlich beschäftigte er über Jahre eine Kindergärtnerin, die die Kinder betreute und unterrichtete. Da es aber auch in Deutschland an vielen Orten viel Bedürftigkeit gibt, hat Helmut Unger ein eigenes Spendenkonto eingerichtet, auf welches er jeden Monat aus seinem Privatvermögen einbezahlt und mit 60.000 Euro pro Jahr dort hilft, wo Not am Mann ist oder wo Jugendliche und Talentierte unterstützt und weiterentwickelt werden.
Gemeinsam sind wir stark. Mit diesem Anspruch widmet sich Unger engagiert seiner ganzen Branche. Nicht nur, dass er bundesweite Arbeitskreise erfolgreich leitete. Er galt in Schwaben, in Bayern und deutschlandweit bei den Verbänden als Visionär, der Entwicklungen lange Zeit bevor sie eintraten im Voraus sah. Im Arbeitskreis der Sachverständigen in Deutschland, war seine Expertenmeinung gefragt und da er immer mehr feststellte, dass es schwierig ist in Verbänden neue Entwicklungen zu kreieren, suchte er exzellente Unternehmen zusammen und gründete die Innovationsgruppe Quo Vadis. Quo Vadis entwickelte sich innerhalb von wenigen Jahren zum Fachgremium, hatte schließlich mehr Mitwirkende als mancher Verband und ist heute in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz erfolgreich.
Der Visionär
Helmut Unger verspürte, dass der Aufbau Ost nicht allein mit Investitionen und Wissenstransfer zu bewältigen ist, sondern dass es galt Marktwirtschaft und Erfolgstechniken dort zu vermitteln, wo große Lücken zu schließen waren. Mit dem Wunsch dort zu helfen, baute er mit eigenen Mitteln eine Akademie auf, an welcher er auch selbst Seminare abhält. Sein Hauptseminar „Vision & Strategie“ wurde inzwischen von ca. 2 000 Persönlichkeiten besucht (Unternehmer, Juristen, Freischaffende), Menschen also, die Erfolgstechniken lernen wollten. Die Seminare des Jahres 2017 sind bereits jetzt alle ausgebucht, sodass Helmut Unger sein umfangreiches Wissen über methodische Arbeit auch in Zukunft an Persönlichkeiten weitergeben wird, die bereit sind, später dieses Wissen weiter zu transportieren und sich auch sozial verpflichtet fühlen. Ursprünglich war es sein Ziel, den Menschen des Ostens den Weg in die erfolgreiche Zukunft zu ebnen, zwischenzeitlich sind die Seminare zur Hälfte von Ostdeutschen und zur anderen Hälfte von Westdeutschen gebucht. Das Besondere ist, dass Helmut Unger seit seinem 60. Lebensjahr die Seminare, die vorher 1.500,00 Euro kosteten, ohne Honorar durchführt. Nicht nur das, da ja auch eine Stiftung leben muss, zahlt er aus seinem Privatvermögen für jeden Seminarteilnehmer 500,00 Euro, um auch denjenigen methodisches Wissen zu vermitteln, die noch nicht wirtschaftlich dazu in der Lage wären, sich dieses zu leisten. Durch die Gemeinschaftsveranstaltungen in Ost- und Westdeutschland und durch seine anderen Aktivitäten im Osten Deutschlands sieht sich Helmut Unger als Brückenbauer. Er sagt: „Ich möchte mit an der Brücke bauen, auf der eines Tages die Wiedervereinigung der Herzen stattfindet.“ Wenn sein Terminkalender ihm das erlaubt, hält er Fachvorträge, Vorträge über Menschen- und Unternehmensführung, auch an Fachhochschulen und Universitäten.
Sein Lieblingsthema ist Unternehmenskultur. Unternehmenskultur ist für Helmut Unger das Thema der Zukunft. Dieser hat er sich seit Jahren verschrieben und zusammen mit Herrn Landrat Stefan Rößle im Kreis für Unternehmenskultur in einem illustren Kreis von Persönlichkeiten daran gearbeitet, das Thema Unternehmenskultur ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Höhepunkt war die Verleihung des Preises für Unternehmenskultur an die Firma Grenzebach und mit diesem Highlight gab Helmut Unger die Leitung des Kreises für Unternehmenskultur ab. In ganz Deutschland ist er aber genau zu diesem Thema als Vertragsredner gefragt und spricht vor den Wirtschaftsgrößen unseres Landes über sein Herzensanliegen.
Familie und Zukunft
Helmut Unger ist stolz darauf, sagen zu können, dass er ohne seine Frau Grit diese unternehmerische Lebensleistung nicht hätte vollbringen können. Die beiden ergänzen sich hervorragend, weil Philosophie und pragmatische Umsetzung aus einer Familie kommen. Außerdem leitet die für ihren exzellenten Geschmack bekannte Fachfrau die Unger Raumgestaltung. Dr. Alexander Unger (Architekt und vereidigter Sachverständiger) hat inzwischen die wesentlichen Unternehmensteile übernommen und führt diese erfolgreich in die Zukunft. Vater und Sohn sind davon überzeugt: „Ohne unsere hervorragenden Mitarbeiter hätten wir nicht schaffen können, was in den vergangenen Jahrzehnten gelungen ist.“ Dr. Alexander Unger ist der Unternehmensführer der Gegenwart und der Zukunft. Er gilt als exzellenter Fachmann, erfolgreicher Fachbuchautor (Sein Werk, der Fussboden Atlas®, wird an Hochschulen und Universitäten als Lehrwerk genutzt). Seine Frau Christine und die Enkelkinder Amelie und Dominik stehen für Familien- und Firmenzukunft. Die Tochter, Iris Cölle-Unger, mit ihrem Mann Dr. Michael Cölle, promovierter Physiker, und der Enkelin Aurelia komplettieren die Unternehmerfamilie. Die Diplom-Betriebswirtin Iris Cölle-Unger leitet seit Jahren mit großem Erfolg das Hotel Artes in Chemnitz, mit angeschlossenem Tagungszentrum, Palmengarten und Gastronomie. Sie leitet die Einrichtung, die ebenfalls zur Unger Firmengruppe gehört, mit solchem Erfolg, dass vor zwei Jahren das Hotel in seiner Größe verdoppelt wurde, um die Business-Kunden, die sie im Vordergrund begrüßt, optimal unterbringen zu können. Immer öfter sind es Besucher aus dem Raum Donauwörth, die bei dem Autobahnausfahrtschild Unger-Park einfach den Blinker setzen und nach wenigen Minuten bereits das Hotel „Unger“ in der Donauwörther Straße erreichen. Es gibt am 26. März also einen Geburtstag und mehr zu feiern im Parkhotel in Donauwörth. Wenn also viele Gratulanten Glück wünschen, dann ergänzt er gerne mit den Worten Senecas „Glück ist, wenn Chance auf Vorbereitung trifft.“
Es stehen weitere große Aufgaben an, so wird noch heuer ein weiteres Unternehmen in Chemnitz angesiedelt, der Unger Park Berlin Werder wird ausgebaut, in München wird das neu gegründete Bodenbelagsunternehmen in neue Räume gebracht. (pm)