11. Januar 2018, 11:52

Versicherungsschutz: Als Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen

Auf dem Bürgermeisterforum der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth eG von links:
Michael Kruck (Vorstandssprecher), Robert Ruttmann (Vorsitzender des
Kreisverbandes Donau-Ries im Bayerischen Gemeindetag), Kurt Engel (Referent
Bausparkasse Schwäbisch Hall), Bernd Ulrich (Referent Versicherungskammer Bayern),
Franz Miller (Vorstand) . Bild: Stephanie Kundinger
Elementarversicherung und Bausparen sind die Themen beim Bürgermeisterforum der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth eG. 
Donauwörth - Der Schock sitzt in der Region noch tief. Im August 2017 zog eine riesige Gewitterwolke über den Landkreis Donau-Ries und richtete in Otting schlimme Hochwasserschäden an. In weniger als einer Stunde waren zahlreiche Straßen überflutet und die Häuser zum Teil bis ins Erdgeschoss überschwemmt. Nicht nur private Wohnhäuser waren betroffen, sondern auch öffentliche Gebäude. Wie sich Kommunen finanziell gegen solche Naturkatastrophen absichern können, erfuhren die Gemeindevertreter beim diesjährigen Bürgermeisterforum der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth eG.
Vor rund 40 Gästen sprach Bernd Ulrich von der Versicherungskammer Bayern über die Elementarversicherung. Das ist ein Zusatz im Rahmen der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung, der Schäden durch Naturgewalten abdeckt – darunter in der Regel auch Überschwemmungsschäden durch Starkregen. Grundsätzlich müssen Hausbesitzer in Bayern ihre Immobilien lediglich gegen die Gefahr Feuer versichern. „Alles andere ist freiwillig“, sagte der Experte. Schätzungen zufolge bestünde im Freistaat nur für jedes vierte Haus eine Elementarversicherung. In Baden-Württemberg hingegen liege die Versicherungsdichte bei rund 95 Prozent, denn bis in die neunziger Jahre war die Elementarversicherung für Hausbesitzer dort Pflicht. Da es in Süddeutschland immer häufiger zu schweren Unwettern kommt, ist die Elementarversicherung sinnvoll: „Die Gemeinde sollte mit gutem Beispiel vorangehen und Verantwortung übernehmen“, sagte Ulrich. Er riet den Bürgermeistern, den Versicherungsschutz für öffentliche Gebäude mit den Gemeinderäten zu überprüfen.
Ein weiteres Thema auf dem Bürgermeisterforum war das Bausparen, das zunehmend auch für Kommunen interessant ist. Dazu referierte Kurt Engel im Auftrag der Bausparkasse Schwäbisch Hall. „Es gibt Situationen, in denen ist Bausparen für Kommunen sinnvoll“, sagte Engel, selbst Bürgermeister a.D., beispielsweise, wenn Städte und Gemeinden über Rücklagen verfügen und in den nächsten Jahren größere Investitionen anstehen. Durch einen Bausparvertrag könnten sie sich die derzeit günstigen Darlehenszinsen sichern. Somit biete ein Bausparvertrag den Kommunen die Möglichkeit, den Kreditbedarf für die Zukunft sicherzustellen. (pm)