20. Mai 2019, 09:37

Von der Waren-GmbH zum modernen Dienstleistungsunternehmen

Das Bild zeigt v. l. n. r Frank Ruf, Paul W. Ritter, Hannes Rathgeber und Leonhard Dunstheimer. Bild: Doris Dollmann
AGRO Donau-Ries feiert 25-jähriges Gründungsjubiläum

Mit 150 geladenen Gästen feierte die AGRO Donau-Ries am Wochenende ihr 25-jähriges Bestehen. Aufsichtsratsvorsitzender Paul W. Ritter begrüßte die zahlreichen Gratulanten, darunter auch Leonhard Dunstheimer. Er ließ als ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender (1994 bis 2008) die spannende Gründungsgeschichte Revue passieren. „Man muss die historischen Entwicklungen, die der Gründung voraus gingen, mit der Brille der jeweiligen Zeit betrachten“, so Dunstheimer. Um für die Landwirte weiterhin attraktiver Partner der Landwirte zu bleiben, hatte man beschlossen, die Warengeschäfte der Lagerhallen Nördlingen, Deiningen/Wemding, Möttingen und der Fa. Rehlen zu bündeln. Mit der notariellen Beurkundung am 28. März 1994 war die AGRO-Ries geboren, wobei AGRO keine Abkürzung ist. Offiziell nahm die GmbH dann am 01. Juli ihre Tätigkeit auf. Die Schwierigkeit sei hauptsächlich gewesen, dass es für eine derartiges Projekt weder in Schwaben, noch in Bayern eine „Blaupause“ gab. Es gab im Gegenteil nur ein Negativ-Beispiel. Gut 20 Jahre vorher hatte der damalige Wirtschaftsminister Anton Jaumann versucht, die Molkereien zur einer genossenschaftlichen Großmolkerei zusammenzuführen. Bekanntlich scheiterte er 1973 ebenso wie mit seinen verkehrspolitischen Vorstellungen im Ries. Getreu dem Motto: „Wer nicht loslassen kann, kann auch nicht behalten“, schafften es die AGRO-Gründer jedoch, Egoismen zurückzustellen, aufeinander zuzugehen und das Ganze gemeinsam anzugehen. Bereits 18 Monate später schloss sich die Raiffeisen-Volksbank Donauwörth an, so dass aus der AGRORies die AGRO-Donau-Ries wurde. Neun Monate später folgten Bissingen und Unterringingen, 1999 Harburg und 2007 Rain.

Die Philosophie, ein Dienstleistungsunternehmen für die landwirtschaftlichen Mitglieder der Banken zu schafften, war aufgegangen. Ausschlaggebend war, dass das Eigenkapital in Höhe von drei Millionen DM von den drei Gründungsbanken kam, und nicht neu akquiriert werden musste. Zum Vergleich: heute spricht man von 350 Millionen Euro, unter Risikovorbehalt beläuft sich da Kapital auf 470 Millionen Euro. Ein Zeichen der Kontinuität ist die Tatsache, dass es in den letzten 25 Jahren nur zwei Geschäftsführer gab, bzw. gibt: Hannes Rathgeber (1994 bis 2008) und Frank Ruf. Während Rathgeber ebenfalls einen Blick zurück warf, präsentierte Ruf aktuelle Daten und Fakten. Sozusagen als Überraschungsgast überreichte Werner Schartel (Regionaldirektor Genossenschaftsverband Bayern GOB) eine Ehrenurkunde und eine Glas-Stähle. Nicht möglich gewesen wäre dies alles ohne den Gründervater der Genosschaftsbanken Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Der Sozialreformer und Kommunalbeamte gründete 1849 den „Flammersfelder Hülfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte“, der Kredite an Landwirte vergab. Es war der erste Verein in Deutschland mit Solidarhaftung.