19. Dezember 2019, 15:05

Zuwanderung gewinnt für Beschäftigungsaufbau zunehmend an Bedeutung

Bild: Bundesagentur für Arbeit
„Die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in unserer Region hat im vergangenen Jahrzehnt einen rasanten Aufschwung erlebt und dabei nach aktuellstem Stand - 31.03.2019 - mit gut 217.000 Personen einen neuen Höchststand erreicht“, erläutert Werner Möritz, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Donauwörth.

„Die größten Branchen sind das Verarbeitende Gewerbe, der Handel und das Kfz-Gewerbe, das Lager- und Verkehrswesen, das Baugewerbe sowie die Arbeitnehmerüberlassung.“ Doch wer trägt hauptsächlich zum enormen Wachstum bei? „Drei Personengruppen stehen im Focus: Die Frauenerwerbstätigkeit ist in den letzten Jahren beachtlich gestiegen. Arbeitnehmer verbleiben länger im Erwerbsleben und die Zuwanderung trägt ebenfalls einen großen Anteil zur positiven Beschäftigungsentwicklung bei“ führt Möritz aus.

123.177 aller am 31.03.2019 in der Region sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind männlich, 1,7 Prozent oder 2.059 mehr als noch ein Jahr davor. Um erfreuliche 2,7 Prozent oder 2.449 wuchs der Frauenanteil auf 94.156. Insgesamt 56.211 aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind in Teilzeit beschäftigt. „Diese Zahlen belegen unser Bestreben, den weiblichen Beschäftigungsanteil weiter zu steigern, um dieses Potential auch für die Deckung des Fachkräftebedarfs zu nutzen“, erklärt Werner Möritz.

Ein Blick auf die Altersstruktur der insgesamt im Agenturbezirk Donauwörth mit den Landkreisen Dillingen, Donau-Ries, Günzburg und Neu-Ulm tätigen Personen: 27.886 und damit 491 mehr als ein Jahr davor waren am Zähltag unter 25 Jahre alt. In der Altersgruppe zwischen 25 und 55 Jahren stieg der Anteil im Vorjahresvergleich um 1.197 Personen auf 146.577, während 40.937 zwischen 55 und 65 Jahre alt sind, immerhin 6,8 Prozent mehr als noch im März 2018. 1.933 Personen arbeiten über das 65. Lebensjahr hinaus auf einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz.

Auch aufgrund der demografischen Entwicklung kommt der Gruppe der nichtdeutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zunehmend Bedeutung zu. Deren Anteil verbuchte von März 2018 bis März 2019 mit 9,9 Prozent die höchste Zuwachsrate. Zum Stichtag waren insgesamt 30.933 Ausländer im Agenturbezirk Donauwörth beschäftigt. 57 Prozent von ihnen sind als Fachkraft, Spezialist oder Experte tätig. Nach Wirtschaftszweigen betrachtet gehen die meisten Beschäftigten mit ausländischem Pass einer Tätigkeit im verarbeitenden Gewerbe (10.722), im Handel und Kfz-Gewerbe (3.150) und im Lager- und Verkehrswesen (2.983) nach.

Das größte Kontingent aller nichtdeutschen Beschäftigten stellt die Türkei mit 5.859, gefolgt von Rumänien (4.703), Polen (3.048), Ungarn (2.035) und Italien (2.027). Die stärkste Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verzeichnen wir bei den rumänischen Staatsangehörigen. Sie stieg innerhalb fünf Jahren um 3.292 Personen.

Betrachtet man separat den Beschäftigtenanteil bei den acht zugangsstärksten nichteuropäischen Asylherkunftsländern, dann haben bis März dieses Jahres, 602 Personen aus Syrien, 358 aus Afghanistan, 243 aus Eritrea und 113 aus Nigeria eine versicherungspflichte Arbeit aufgenommen. 111 Beschäftigte kommen aus dem Irak, 70 aus Pakistan, 58 aus dem Iran und 42 aus Somalia. Insgesamt waren zum Ende des ersten Quartals 1.597 Menschen aus diesen Asylherkunftsländern im Agenturbezirk Donauwörth sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dabei sind das Verarbeitende Gewerbe (502), der Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (252), der Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (156), sowie das Baugewerbe (135) die am häufigsten vertretenen Wirtschaftszweige. Insgesamt arbeiten fast ebenso viele Beschäftigte mindestens auf Fachkraftniveau, wie als Helfer. (pm)