8. Juni 2021, 11:17
NGG Schwaben

NGG fordert höheres Einkommen für Beschäftigte in der Süßwarenherstellung

Süßwaren liegen in der Pandemie im Trend. Wer Schokolade, Kekse & Co. herstellt, soll nun eine Lohnerhöhung bekommen, fordert die Gewerkschaft NGG. Bild: NGG
Der Verbrauch süßer und salziger Snacks stieg im vergangen Jahr pro Kopf stark an. Von dieser Entwicklung profitieren vor allem die Hersteller. Deshalb fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten jetzt auch einen entsprechenden Lohnanstieg für Beschäftigte.

Im Landkreis Donau-Ries wurden im vergangenen Jahr rein rechnerisch rund 4.500 Tonnen Süßwaren gegessen – davon allein 1.300 Tonnen Schokoladenwaren, 740 Tonnen Knabberartikel und 590 Tonnen Speiseeis. Diese Zahlen hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) anhand von Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie ermittelt (Stand: März 2021). Demnach stieg der Verbrauch süßer und salziger Snacks im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent auf durchschnittlich 33,4 Kilo pro Kopf. Laut Statistischem Bundesamt setzte die deutsche Süßwarenindustrie 2020 rund acht Prozent mehr um als noch im Jahr zuvor.

Branchenumsatz steigt - Einkommen bleibt bisher gleich 

„Vom Eis, das zuhause gegessen wird, wenn die Eisdiele zu hat, über das Stück Schokolade als Nervennahrung im Homeoffice bis hin zu den Chips vorm heimischen Fernseher – in der Pandemie greifen viele Menschen verstärkt zu Süßwaren“, sagt Tim Lubecki, Geschäftsführer der NGG-Region Schwaben. Die steigende Nachfrage gerade im Lebensmitteleinzelhandel führe zu wachsenden Umsätzen bei den Herstellern, an denen nun auch die Beschäftigten der Branche beteiligt werden sollen. In der laufenden Tarifrunde für die bayerische Süßwarenindustrie fordert die Gewerkschaft ein Einkommensplus von fünf Prozent, mindestens jedoch 150 Euro mehr pro Monat. Azubis sollen in allen Ausbildungsjahren 100 Euro im Monat zusätzlich bekommen. Mit bayernweiten betrieblichen Aktionen und Warnstreiks ab dieser Woche will die Gewerkschaft NGG den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Firmen stehen "unterm Strich" auch nach der Pandemie gut da 

„Von einer Krise kann in der Branche, anders als in anderen Wirtschaftszweigen, keine Rede sein“, betont Lubecki. Zwar habe es im Zuge weltweiter Lockdowns leichte Rückgänge beim Exportgeschäft gegeben. Aber „unterm Strich“ stünden die Firmen wirtschaftlich gut da. Nach Unternehmensangaben gab es im vergangenen Jahr die stärksten Zuwächse im Bereich der Knabberartikel (Salzstangen, Chips, gewürzte Erdnüsse etc.). 2020 stieg hier der Pro-Kopf-Verbrauch um 8,4 Prozent auf 5,6 Kilo. (pm)